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Weite Teile der Schulmedizin vertreten die Auffassung, dass eine Ergänzung der Nahrung mit Antioxidanzien-Präparaten (u.a. Vitamine, Mineralien) nur in Ausnahmefällen erforderlich sei. Eine ausgewogene Ernährung enthalte ausreichend Inhaltsstoffe für den täglichen Bedarf. Hoch bzw. ausreichend dosierte Antioxidanzien seien sogar bedenklich. Vor allem aber seien hoch dosierte Mikronährstoffe pharmakologisch wirksam und gehörten somit in die Hand des Arztes.

Es gibt aber auch immer mehr Schulmediziner, die sich auf jüngere Erkenntnisse stützen und daraus die Notwendigkeit einer massiven Ergänzung ableiten. Die so genannte „ausgewogene Ernährung“ entpuppe sich, so ihr Argument, bei genauerem Hinsehen als bloßes Wunschdenken. Eine ausreichende Versorgung des modernen Menschen durch heutige (industrialisierte) Nahrung sei unmöglich, chronische Mangelerscheinungen und damit verbundene Krankheiten seien logische Folgen.

So uneinig sich beide Parteien auch sein mögen – beide sehen in den Antioxidanzien eine Möglichkeit, bestimmte Erkrankungen anzugehen. Die einen wollen dieses Instrument jedoch ausschließlich in die Hand des approbierten Arztes legen. Damit werden hoch resp. ausreichend dosierte Antioxidanzien, letztendlich Lebensmittel (!), zu Medikamenten erklärt – mit allen Konsequenzen, die dies zwangsläufig nach sich zieht. Die anderen sehen – vereinfacht ausgedrückt – nicht ein, warum ein Mangelzustand weiterhin die Praxen und Kliniken füllen soll.

Über die Wirksamkeit von Nahrungsergänzungsmitteln (Antioxidanzien) besteht demnach kein Zweifel, denn die Erfolge sind teilweise schier unglaublich (siehe auch Fakten I). Strittig wird es hingegen in einzelnen Punkten, zum Beispiel bei der Frage: Was wirkt wann bei wem in welcher Dosierung? Die orthomolekulare Wissenschaft ist eine vergleichsweise sehr junge Disziplin, und man befindet sich wahrscheinlich erst ganz am Anfang eines langen, schwierigen Weges. Erstmalig scheint der Mensch ein Werkzeug zur Verfügung zu haben, mit dem er bestimmte Krankheiten tatsächlich vollständig heilen kann. Allerdings muss er den Umgang damit erst noch lernen. Für die Betroffenen kann es daher frustrierend sein, dass es keine einfachen Antworten gibt.

Zwar kann man bei immer mehr Krankheiten erkennen, dass die Ursache in gestörten Stoffwechselkreisläufen (Dysbalancen), also einem Mangel an für den Kreislauf notwendigen Substanzen (Mikronährstoffe) zu suchen ist, aber noch ist man nicht so weit, im Einzelfall genau den Finger auf die nicht genügend vorhandene Substanz legen zu können.

Aus allen vorliegenden Erfahrungen kann man jedoch sagen: Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gibt es immer einen Wirkstoff (oder eine Kombination), der auch gegen eine bestimmte Erkrankung hilft oder ihr vorbeugt. Welcher Wirkstoff das ist, in welcher Dosierung und/oder Kombination er greift – das ist leider nicht immer ganz leicht zu ermitteln. Das vom Verein herausgegebene Buch „Vitamine helfen heilen“ fasst jene Mittel oder Kombinationen zusammen, die sich – laut wissenschaftlicher Erkenntnisse – als möglicherweise wirksam erwiesen haben. Die in Frage kommenden Substanzen können damit systematisch eingekreist werden.
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