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Carnitin, Beta-Hydroxy-Gamma-Trimethylaminobuttersäure, wurde früher auch als Vitamin T bezeichnet, obwohl es nicht zu den Vitaminen, sondern zu den körpereigenen Aminosäuren gehört. Es wird sowohl vom Körper selbst hergestellt als auch über die Nahrung (Fleisch) aufgenommen. Zur Eigenherstellung wird ausreichend Lysin, Methionin, Vitamin C, Eisen, Niacin und Vitamin B6 benötigt.

Wie meistens ist nur die L-Form biologisch aktiv. L-Carnitin transportiert freie Fettsäuren in das Innere der Mitochondrien, wo sie über die Betaoxidation zu Energie umgewandelt werden. Prof. Dr. Uhlenbruck, Immunologe: „Carnitin holt die Fettsäuren schneller heran und wirft sie in den Ofen des Stoffwechsels.“ Die Folge: Der Organismus baut Fett ab (statt es zu lagern). Wegen seiner Fett verbrennenden Wirkung (= Energiesteigerung) wird diese Substanz auch zur Gewichtsreduktion eingesetzt und gerne als „Fatburner“ bezeichnet.

Darüber hinaus soll Carnitin den Abbau des Blutzuckers steigern und dadurch übermäßige Lactatbildung vermeiden helfen. Dies und der Abbau freier Fettsäuren erhöhen die Energiebereitstellung der Muskeln und fördern somit z.B. die Herzarbeit. Es wird daher bei Herzinsuffizienz verabreicht. Carnitin stabilisiert ferner die Immunabwehr und wird daher bei Immunerkrankungen eingesetzt. Es wirkt gegen die Alterung des Gehirns. Neuerdings wird Carnitin verstärkt zur Vermeidung von arteriosklerotischen Ablagerungen genutzt.

Sportler machen von der Carnitinwirkung Gebrauch, um die Dauerleis-tungsgrenze anzuheben.

Da es auch vom Körper selbst hergestellt werden kann, ist der Bedarf unklar, aber lebensnotwendig. So kann Carnitinmangel bei Kleinkindern (Enzymdefekt) zum Tode führen. Bei Schilddrüsenüberfunktion, Diabetikern, Dialysepatienten, Muskeldystrophie (Duchenne) und bei manchen Medikamenten ist eine vermehrte Carnitinausscheidung feststellbar, d.h., es muss wieder zugeführt werden.

Die empfohlene Dosierung richtet sich nach dem Zweck bzw. angestrebten Ziel: Gesunden empfiehlt man 200 mg bis 1 g täglich, was im Regelfall in ausgewogener Nahrung enthalten sein dürfte. Bei Ausdauersportlern, Kranken mit einem erhöhten Bedarf, bei Gewichtsreduktionen u.a. liegen die Empfehlungen zwischen 1 und 5 g täglich.

Überdosierungen sind nicht bekannt bzw. der Körper reagiert auf die bekannte Art mit „Rausschmiss“: Auf allzu hohe Einzeldosierungen folgt – wegen des osmotischen Drucks – ein flotter Stuhlgang.

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