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Dieses erst vor relativ kurzer Zeit entdeckte multifunktionale Dipeptid besteht aus den Aminosäuren Beta-Alanin und L-Histidin. Es kommt vorwiegend in langlebigen Zellen wie den Nervenzellen (Neuronen) und Muskelzellen (Myocyten) vor. Untersuchungen ergaben, dass die Konzentration von Carnosin in den Muskelzellen mit dem Alter korreliert. Carnosin schützt und verlängert das Leben der grundlegenden funktionalen Einheiten – Zellen, Erbsubstanz, Proteine und Lipide. Das wichtigste Merkmal von Carnosin ist also eine Art von direkter Lebensverlängerung und erklärt damit auch die Popularität in den USA.

Die bemerkenswerten Effekte konnten in unzähligen physiologischen Prozessen nachgewiesen werden (siehe auch Vitaminchen 03 und 04/01). Die wichtigsten:

Carnosin scheint die bisher effektivste Substanz gegen eine Zwischenstufe in der Zerstörung von Proteinen zu sein (Carbonilierung). Es neutralisiert die destruktivsten Freien Radikale (der Atmungskette), nämlich das Hydroxylradikal, das Superoxidradikal, den Singlettsauerstoff und das Peroxylradikal. Carnosin ist in der Lage, jene Zellen zu verjüngen, die sich ihrem natürlichen Ende (Seneszenz) nähern, kann Bindegewebe verjüngen und damit zur Wundheilung beitragen.

Carnosin (als Augentropfen) soll den primären senilen Katarakt zu 100% und den senilen Katarakt zu 80% verzögern können. Es kann vermutlich durch Verhinderung der Plaquebildung im Hirn Alzheimer vorbeugen. Carnosin ermöglicht dem Herzmuskel eine effektivere Kontraktion durch Erhöhung der Calciumreaktion in den Myocyten, kann die zelluläre DNA vor oxidativen Schäden schützen und das so genannte Crosslinking des Hautkollagens verhindern helfen und damit die jugendliche Elastizität der Haut erhöhen.

Die empfohlene Dosierung liegt zwischen 1.000 und 1.500 mg am Tag. Es ist hierbei zu beachten, dass geringere Mengen – wie so oft – nicht zu den weiter oben beschriebenen Effekten führen können. Das liegt am Carnosinase-Enzym, das das zugeführte Carnosin abbaut. Erst ab einer gewissen Sättigung wird freies Carnosin für den Organismus verfügbar, was wiederum Voraussetzung für die Wirkung ist. Die Substanz ist Bestandteil der Nahrung und gilt als völlig sicher.

Siehe auch Spezialitäten.

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