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B-Vitamine sind – außer Vitamin B12 – wasserlöslich, d.h., sie werden schnell wieder ausgeschieden. Folglich sollten sie mehrmals täglich zugeführt werden. Sie gelten allgemein als Nervennahrung. Eine der Funktionen ist der Oxidationsschutz der fetthaltigen Nervenummantelungen. Zwar gilt, dass es sich bei den B-Vitaminen um eine Kette handelt, die so stark wie ihr schwächstes Glied ist, aber das bedeutet nicht, dass alle Familienmitglieder in der gleichen Dosierung benötigt werden. Viele B-Kombinationen enthalten jedoch gleiche Mengen von jedem Vitamin B. Das macht die Einnahme von hohen Dosierungen unmöglich, weil z.B. Riboflavin (Vit. B2) ab 400 mg täglich giftig ist, Pantothensäure (Vit. B5) jedoch über 400 mg dosiert werden sollte. Gute Produkte sind entsprechend differenziert. Nebenbei: Wenn Mediziner vom B-Komplex reden, meinen sie oft nur die neurotropen Vitamine B1, B6 und B12.

Ein Mangel an B-Vitaminen ist sogar nach dem ohnehin niedrigen Maßstab der DGE-Empfehlungen weit verbreitet. Legt man die moderneren Dosierungsempfehlungen zu Grunde, dann muss von einem extremen Mangel die Rede sein. Das ist nicht erstaunlich, denn B-Vitamine halten sich vor allem in Nahrungsbestandteilen (Keimlinge, Schalen) auf, die bei der Verfeinerung entfernt werden. Reis, Mehl, Zucker usw. enthalten deswegen praktisch keine Nährstoffe mehr. Aber auch eine B-Vitamin freundliche Behandlung der Lebensmittel ist keine Garantie: B-Vitamine sind sehr instabil und werden durch Hitze, Lagerung und Konservierung leicht zerstört.

Verschärft wird die Situation durch einen gleichzeitig höheren Bedarf. Der hohe Zuckerkonsum behindert z.B. einerseits die Vitamin-B-Aufnahme durch die Darmflora und verbraucht auf der anderen Seite die ohnehin schon kläglichen Reste an B-Vitaminen im Organismus. Viel Kaffee oder Tee beansprucht viel B-Vitamine. Alkohol frisst geradezu alle B-Vorräte auf.

Zur Sippe der B-Vitamine gehören nicht nur jene, die ein B im Namen tragen, sondern auch Biotin, Folsäure oder PABA (Para-Aminobenzoesäure).

Erneut sei darauf hingewiesen, dass die Substitution mit hohen Dosierungen einzelner Vitamine gelegentlich Sinn machen kann, im Übrigen aber mit Vorsicht zu genießen ist. Die Langzeitzufuhr eines einzelnen Vitamins aus der B-Gruppe kann zum Abbau anderer B-Vitamine oder anderen Erscheinungen führen.

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