| Es ist ein starkes Antioxidans, das
Sauerstoffradikale neutralisiert, und wird in der Fachliteratur wegen seiner
Krebs hemmenden Wirkung hervorgehoben. Es ist auch in vielen kosmetischen
Bräunungsprodukten enthalten, weil es in sehr hoher Dosierung die Haut braun
(gelbbraun) färbt. Überdosierungen sind nicht bekannt (Ausnahmen siehe weiter
unten).
Die häufig noch benutzte Angabe in IE (Internationale Einheiten) ist
eigentlich nicht korrekt, da sie sich auf die Umsetzung von Betakaroten in
Vitamin A bezieht. Rein theoretisch können aus einem Betakaroten-Molekül zwei
Vitamin-A-Moleküle entstehen, aber das entscheidet der Körper nach Bedarf. Aus
diesem Grund ist eine Überdosierung mit Betakaroten durch Umwandlung in Vitamin
A kaum möglich. Betakaroten sollte immer zusammen mit Öl/Fett zugeführt werden;
sofern man die Monosubstanz wählt, verdienen ölhaltige Softgels daher den
Vorzug.
Der gerne in den Medien breitgetretene Hinweis, dass höhere Mengen von
Betakaroten angeblich gesundheitsschädlich sein sollen, beruht im Wesentlichen
auf drei (umstrittenen) Studien, deren Ergebnisse in der üblichen halb
vergorenen Medienart wiedergegeben wurden. Vorab der Hinweis, dass von
unzähligen sehr positiv ausgefallenen Karoten-Studien nur diese drei mit
negativen Ergebnissen aus dem Rahmen fielen. Es ist in der Naturwissenschaft an
sich kein ungewöhnliches Ereignis, dass in jeder Untersuchungsserie immer wieder
mal so genannte „Ausreißer“ beobachtet werden.
Diese Studien lassen jedenfalls darauf schließen, dass die Zufuhr der
Monosubstanz für bereits Lungengeschädigte (Raucher, Asbestarbeiter)
abzuraten ist. Das gilt nur für Raucher, die die Monosubstanz Betakaroten
zuführen; es gilt nicht für andere Karotenoide (z.B. Lycopen, siehe dort)
oder Mischungen (mit Vitamin C, E usw.). Es ist, sofern man das Ergebnis als
korrekt voraussetzt, demnach nur für eine bestimmte Personengruppe unter
bestimmten Voraussetzungen möglicherweise gültig. Eine denkbare Erklärung
liefern nämlich die Raucher selbst. Sie weisen in der Regel gleichzeitig einen
niedrigen Vitamin-C-Spiegel auf. Betakaroten braucht jedoch dieses Vitamin und
Vitamin E für die eigene Regeneration.
Bemerkenswerterweise gibt es zugelassene Betakaroten-Medikamente (z.B.
Carotaben) auf dem Markt, die kein Wort davon erwähnen, dass es für Raucher
nachteilig wirken könnte, wenn diese nicht gleichzeitig ihre Vitamin-C-Zufuhr
erhöhen ...
Es ist schon erstaunlich: Während die „Offiziellen“ bereits den Konsum von
mehr als 2 mg Betakaroten täglich aus Sorge um die Volksgesundheit verbieten
wollen, wird mehr als die 70fache Menge in Medikamenten amtlich zugelassen.
Daraus lässt sich eigentlich nur schlussfolgern, dass sogar das
Betakarotenmolekül sich vor der Allmacht der Pharmaindustrie beugt: Als
Nahrungsergänzung reagiert es angeblich bereits in kleinsten Mengen kanzerogen,
als Medikament ist es auch in großen Mengen offenbar harmlos. Ein Wunder – das
Betakarotenmolekül kann das Etikett der Flasche lesen, in der es verpackt ist
...
Obwohl diese negativen Studienergebnisse auf sehr dünnen Beinen stehen und –
wenn überhaupt, nur für Raucher gelten, gibt es keinen Anlass auch nur das
geringste Risiko einzugehen: Raucher sollten die Supplementierung der
Monosubstanz Betakaroten vermeiden oder gleichzeitig die Vitamin-C-Zufuhr
erhöhen oder gleich Basismikronährstoffe („Multis“) vorziehen.
Hinweis: Personen mit Leberschäden sollten von der Einnahme hoher
Betakaroten-Dosierungen absehen. |