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So sanft sich die Naturheilmethoden oder die ganzheitliche Medizin auch geben
– im Umgang mit der Natur hapert es. So wird gerne übersehen, dass deren
Protagonisten vor lauter Natur zum Raubbau anstiften. Manche Produzenten betonen
sogar die Überlegenheit ihrer wild wachsenden Rohstoffe und ignorieren,
dass der steigende Bedarf der industriellen Nationen schon längst zur Gefährdung
mancher Art geführt hat. Wilder Ginseng gilt in Nordkorea bereits als bedrohte
Art. Die Zahl der Moschushirsche ist dras-tisch zurückgegangen (Moschus wird
u.a. in etlichen homöopathischen Rezepturen verwendet).
Die unkritische Akzentuierung von Natur ist letztendlich kontraproduktiv: 80%
der in Europa gehandelten Heilkräuter stammen aus der Wildnis. TRAFFIC, ein
Artenschutzprogramm des World Wide Fund for Nature (WWF), warnt bereits
vor den Folgen. |