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Nach heutigem Kenntnisstand führt die Infektion mit einem HIV-Virus früher
oder später zum Ausbruch der symptomreichen Erkrankung AIDS
(Auto-Immun-Defiency-Syndrome), die mit dem Tod
endet. Das Virus attackiert das Immunsystem und läßt es sukzessive
zusammenbrechen. Das kann Monate, aber auch Jahre oder Jahrzehnte dauern. Da die
Erkrankung nicht durch einzelne klare Symptome gekennzeichnet ist, spricht man
von einem Syndrom.
Beim HIV handelt es sich um ein sehr heimtückisches Virus. Bereits der
Nachweis im infizierten Organismus ist schwierig, da der kleine Erreger ein
Meister des Versteckspiels ist. Das Immunsystem selbst „weiß“ jedoch, daß der
Organismus infiziert ist, und reagiert entsprechend mit der Produktion ganz
spezieller HIV-Antikörper. Diese Antikörper kann man wesentlich leichter
nachweisen als dasVirus selbst. Aus dem Vorhandensein dieser Antikörper kann man
schlußfolgern, daß eine HIV-Infektion vorliegt. Zwischen dem Infektionszeitpunkt
und der eigentlichen AIDS-Erkrankung liegt eine Art Karenzzeit, wie man dies
auch von anderen Infektionen her kennt. Diese variiert bei AIDS jedoch so stark,
daß sich Wissenschaftler anfangs fragten, wieso etliche Infizierte manchmal noch
zehn Jahre und länger ohne jegliche gesundheitliche Behinderung weiterleben,
während andere schon binnen Monaten sterben. In seltenen Fällen schien das Virus
durch die Betroffenen sogar vollständig vernichtet worden zu sein, weil nach
geraumer Zeit keine Antikörper mehr nachweisbar waren.
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Neuere Studien zum HIV-Virus zeigten, daß auch bei dieser Infektionsform das
destruktive Verhalten der Freien Radikale eine Rolle spielt. So konnte ein
Zusammenhang zwischen dem HIV-Virus und der Zerstörung kritischer
Immunkomponenten durch Freie Radikale nachgewiesen werden. Das HIV-Virus
verursacht zum Beispiel eine Senkung des Glutathion-Spiegels der Zellen (Zellen
sind praktisch unendlich belastbar, solange der Glutathion-Spiegel stimmt).
Umgekehrt gelang der Nachweis, daß bestimmte Nährstoffe (Antioxidantien) den
Krankheitsverlauf verlangsamen bzw. den Ausbruch möglicherweise sogar verhindern
können.
Obwohl noch darüber gestritten wird, ob und inwiefern das
HIV-Virus das einzige Agens ist, das zur Erkrankung führt, wiesen seit 1985
hunderte von Studien darauf hin, daß der Krankheitsverlauf auf jeden Fall analog
zu dem Gehalt an Vitaminen, Mineralien und bestimmten Aminosäuren einhergeht. Da
ein guter Nährstoffspiegel mittelbar und/oder unmittelbar Voraussetzung für ein
funktionstüchtiges Immunsystem ist, sollte man nach Ansicht vieler führender
Immunologen in jedem Fall hier ansetzen. In mehreren wissenschaftlichen Studien
ist nachzulesen, daß manche HIV-Infizierte mit einem intakten Immunsystem kein
AIDS bekamen. Trotz HIV-Infektion blieben die Betroffenen gesund.
Unter dem Strich bedeutet dies, daß die Diagnose „HIV positiv“ erst mal
nichts anderes bedeutet, als daß man sich mit dem Virus infiziert hat. Ob dieses
die Schlacht gewinnt -- der Betroffene also das Vollbild AIDS entwickelt --,
steht damit noch keineswegs definitiv fest. Es spricht derzeit vieles dafür, daß
eine Ergänzung mit Nährstoffen außerordentlich hilfreich sein kann. Da Prognosen
bezüglich des Immunsystems von zu vielen Unwägbarkeiten begleitet werden, sind
selbstverständlich keine Heilungsgarantien möglich, aber wie Versuche zeigen,
erscheint es keineswegs hoffnungslos, durch eine gezielte Nährstoffsubstitition
den Krankheitsverlauf stoppen zu können. Die derzeitige Empfehlung läßt sich in
drei Bereiche gliedern:
1. Immununterstützung durch Mikronährstoffe
2. Immununterstützung durch Hormonergänzungen
3. Weitere immunfördernde Therapien
Generell gilt: Jede Therapiemaßnahme muß von regelmäßigen Blutanalysen
begleitet werden. Nur aus diesen kann man entnehmen, ob bestimmte Substanzen
gesundheitsförderlich sind oder sich womöglich gar negativ auswirken. Nach dem
derzeitigem Kenntnistand geht man davon aus, daß sich das Virus vom Zeitpunkt
der Infektion an rasant vervielfältigt. Die recht lange Inkubationszeit bis zum
eigentlichen Ausbruch der Erkrankung führt man gegenwärtig darauf zurück, daß
das Immunsystem seine Abwehrarbeit steigert und somit das Virus mehr oder
weniger lange in Schach hält. Ab einem bestimmten Zeitpunkt aber zieht das
Immunsystem den Kürzeren. Es erscheint uns daher wichtig, das Immunsystem
zusätzlich zu stärken.
Basismikronährstoffe HIV-infizierte Personen dürften
grundsätzlich von einer allgemeinen Anhebung des Antioxidantien-Spiegels
profitieren. Insofern erscheint es sinnvoll, die tägliche Nahrung durch
entsprechend hochwertige Produkte zu ergänzen.
Heilkräutermischungen In der Literatur werden immer öfter die
positiven Wirkungen von Heilkräutern beschrieben. Gute Heilkräutermischungen
wirken nachweislich antiviral und stärken die Funktion des Immunsystems.
Cystein Der bereits erwähnte Glutathion-Mangel in den Zellen
steht in Zusammenhang mit der Schwächung des Immunsystems. Cystein kann den
Glutathionspiegel wiederherstellen. Viele Experten empfehlen HIV-positiven
Personen 3 x 600 mg Cystein täglich. Um unerwünschte Stoffwechselwege des
Cystein vorsorglich zu verhindern, rät man gleichzeitig zur Einnahme von 2 bis 3
g Vitamin C zu jeder 600 mg-Cystein-Dosis. Falls Leberschäden vorliegen, kann
Cystein auf Dauer schädlich wirken. In diesen Fällen rät man zu 500 mg reinem
Gluthation täglich.
Selen Hierbei handelt es sich einmal um eine Vorstufe der
Gluthationperoxidase; außerdem ist Selen ein eigenständiger „Radikalenfänger“.
Darüber hinaus vermutet man, daß Selen bestimmte Stoffwechselprozesse hemmt, die
für die HIV-Reproduktion notwendig sind. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand liegt
die notwendige Selen-Dosierung bei Gesunden bei mindestens 300 mcg täglich.
HIV-infizierte Personen können die doppelte bis dreifache Menge (600 bis 1.000
mcg) täglich zu sich nehmen. Derzeit sind viele Selenprodukte erhältlich,
allerdings enthalten die wenigsten von ihnen alle Selenvarianten, die man
derzeit für sinnvoll erachtet, nämlich Sodium Selenat, Selenmethionin,
Selendigluthation.
Arginin Diese Aminosäure wird in ihrer Wirkung oft unterschätzt
-- dabei unterstützt sie das Immunsystem auf vielfältige Weise: Unter anderem
stimuliert sie Wachstumshormon Sekretoin. Experten empfehlen HIV-infizierten
Personen 6 bis 15 g Arginin täglich (auf nüchternen Magen). Die Aminosäure
sollte möglichst abends zugeführt werden, was jedoch manchmal zu
Einschlafproblemen führt (In diesen Fällen kann man alternativ auch Ornitin
nehmen; es wirkt ganz ähnlich, ist aber etwas teurer).
Carnitin Es verbessert den Stoffwechsel der essentiellen
Fettsäuren und der Glukose. Vor allem bei Patienten mit Carnitin-Defiziten
unterstützte die hochdosierte Verabreichung dieser Aminosäure nachweislich
immunologische und metabolische Funktionen. HIV-infizierte Personen können nach
Fachliteraturangaben um die 2.400 mg täglich einnehmen.
Coenzym Q 10 Die Zufuhr von Coenzym Q 10 ist (nicht nur) bei
HIV-Patienten inzwischen recht populär geworden. Man geht davon aus, daß die
täglichen Dosierungen um die 200 mg liegen sollten.
Vitamin B12 Die mit dem AIDS-Syndrom oft
einhergehenden Abbauvorgänge im Gehirn scheinen mit einem
Vitamin-B12-Mangel im Zusammenhang zu stehen und können oftmals durch
Zufuhr des Vitamins wieder rückgängig gemacht werden. Dieses Vitamin wird jedoch
auf dem normalen oralen Weg schlecht aufgenommen. Sublingual wirkende Tabletten
sind demnach vorzuziehen. In der Literatur werden 3 x 500 mcg täglich empfohlen.
Sollten Bluttests (weiterhin) einen Vitamin-B12-Mangel aufzeigen,
dann ist eine (wöchentliche) Injektionen zu erwägen.
Betakaroten Im Blut der Patienten, die täglich 100.000 IE
Betakaroten zuführten, nahm die Anzahl der Lymphozyten um 66 Prozent, die der
T-Helferzellen geringfügig zu. Da jedoch manche HIV-Patienten mit Hepatitis
(siehe auch dort) bei langfristiger Betakaroten-Zufuhr erhöhte Leberzellwerte
aufweisen, sollte die Einnahme von Fall zu Fall abgewogen werden. HIV-Patienten
ohne Hepatitis können laut Fachliteratur 25.000 bis 100.000 IE täglich
einnehmen.
Melatonin Man weiß seit längerem, daß die Funktion des
Immunsystems einem bestimmten (zirkardianen) Rhythmus folgt. HIV zerstört nicht
nur die Zellen dieses Systems, sondern greift auch in seinen Rhythmus ein. Ein
exakt synchronisiertes Immunsystem ist jedoch Voraussetzung für seine
einwandfreie Funktion. Bestätigt wird dies durch vorläufige Untersuchungen, bei
denen (nächtliche) Melatonineinahme den Krankheitsverlauf verlangsamte.
Melatonin steigert unter anderem die Produktion der T-Helferzellen -- also jener
Zellen, die bevorzugt von HIV angegriffen werden. Darüber hinaus stimuliert es
weitere Komponenten des Immunsystems wie Killerzellen, Interleukin 2, 4 und 10,
Gamma-Interferon sowie eosinophile und rote Blutzellen. Abgesehen davon, daß
Melatonin verlorengegangene Zellen ersetzt, vermag es durch seine antioxidative
Wirkung die Zellzerstörung durch HIV zu vermindern.
Die neuesten Untersuchungen über Melatonin bei HIV-Infizierten lassen
vermuten, daß man mit diesem Hormon das bisher potenteste Antioxidans überhaupt
gefunden hat. Melatonin scheint effektiver zu sein als andere
Nahrungs-Antioxidantien, wenn es um die Bekämpfung jener Freien Radikale geht,
die durch HIV erzeugt werden. Eine der Untersuchungen (R.. Reiter, University
of Texas, Austin) läßt den Schluß zu, daß Melatonin einen direkten Effekt
auf die Replikation des HIV haben könnte. Um sich zu vervielfältigen, braucht
das Virus nämlich den sogenannten Kernfaktor Kappa-B (NKF). Die nächtliche
Absenkung der NKF-Konzentration um etwa 23 Prozent könnte mit der nächtlichen
Melatonin-Zunahme in Verbindung stehen. Bestätigt wird diese Vermutung durch
Melatoninjektionen bei Ratten: Gab man den Tieren tagsüber Melatonin, dann
senkte sich deren NKF-Konzentration um 43 Prozent. Es könnte demnach durchaus
sein, daß Melatonin die Versorgung des HIV mit NKF unterbindet.
Die Wirkung von Melatonin am Patienten wurde von G. Maestroni
an elf HIV-Infizierten näher untersucht. Ihnen wurde jede Nacht 20 mg Melatonin
verabreicht. Nach einem Monat war die Anzahl der T-Helferzellen um 35 Prozent,
die der Killerzellen um 57 Prozent und die der Lymphozyten um 76 Prozent
gestiegen!
Trotz dieser bemerkenswerten Entdeckungen in Sachen Melatonin und AIDS
wurde/wird dieser Ansatz derzeit leider nicht weiter untersucht. Man kann nur
vermuten, daß es kein wirtschaftliches Interesse gibt, weitergehende Studien zu
finanzieren -- schließlich handelt es sich bei Melatonin um einen natürlichen
Stoff, der nicht patentierbar ist.
Literaturempfehlung: Reiter/Robinson, Melatonin. Das Buch enthält aktuelle
Erkenntnisse über dieses Hormon und Anwendungsmöglichkeiten bei AIDS. Im übrigen
wird die Einnahme von 3 bis 30 mg Melatonin pro Nacht empfohlen.
DHEA Diverse
Untersuchungen lassen auf einen Zusammenhang zwischen DHEA und dem
Krankheitsverlauf bei AIDS schließen: Der Infektionsverlauf nahm analog zu, wenn
die DHEA-Konzentration sank. Dennoch ist es bislang eher eine Vermutung denn
eine gesicherte Erkenntnis, daß die Einnahme von DHEA das HIV-Virus daran
hindern könnte, sich zum Vollbild AIDS zu entwickeln. Man geht derzeit davon
aus, daß die positive Wirkung von DHEA wohl nicht auf direkten anti-viralen
Effekten beruht. Vielmehr vermutet man, daß DHEA das Immunsystem generell
schützt und stärkt. Die Ergänzung von DHEA rät man übrigens auch gesunden
Personen über 40 Jahren. Um die Konzentration eines gesunden 21Jährigen zu
erreichen, müssen im Durchschnitt 3 x 25 mg (für Männer) bzw. 3 x 15 mg (für
Frauen) zusätzlich zugeführt werden.
Vorsicht: Liegt eine Leberschädigung vor, sollten Sie die
Kapseln öffnen und den Inhalt etwa 10 bis 20 Minuten unter der Zunge zergehen
lassen, ehe Sie den Rest hinunterschlucken. Bei Hepatitis oder Leberzirrhose
müssen die Leberwerte regelmäßig überprüft und/oder das Mittel rechtzeitig
abgesetzt werden. Siehe auch die DHEA-Vorsichtsmaßnahmen.
Thymusextrakte Bei der
HIV-Infektion dreht sich vieles um die T-Helferzellen, die in der hinter dem
Brustbein sitzenden Thymusdrüse gebildet werden. Mit zunehmenden Alter
verkümmert diese Drüse -- hierauf führt die Wissenschaft einen großen Teil der
altersbedingten Immuneinschränkungen zurück. Eine HIV-Infektion attackiert
ebenfalls die Hormonskretion der Thymusdrüse. Um die Thymusfunktion wieder auf
Vordermann zu bringen, werden diverse Thymustherapien angeboten. Teilweise sind
die Therapien recht teuer, wobei nicht klar ist, ob sie deswegen auch wirksamer
sind. Ehe man sein Geld in kostbare Therapien investiert, sollte man es vorher
mit (preiswerteren) Thymusextrakten probieren.
Weitere Therapiemöglichkeiten
Isoprinosin. Dieses Mittel gehört zu den „klassischen“ zugelassenen
Medikamenten, die vom Arzt verschrieben werden können. Es steigert nachweislich
die Immunfunktion. Wie fast alle immunsteigernden Mittel wirkt es effektiver,
wenn es alternierend zugeführt wird. Das heißt: Nach zwei Monaten Einnahme (2
bis 3 g täglich) sollte eine Pause von zwei Monaten eingelegt werden.
Biostim. Auch dieses Medikament gehört zu den gängigen Arzneien.
Bewährt hat sich der regelmäßige Wechsel mit Isoprinosin. Das heißt: zwei Monate
Isoprinosin, dann zwei Monate Biostim über, und zwar in folgendem Rhythmus:
· Acht Tage lang täglich zwei Tabletten,
danach 3 Wochen Pause
· Acht Tage lang täglich eine Tablette,
danach 3 Wochen Pause
· Acht Tage lang täglich eine Tablette,
danach 9 Monate Pause
Im Anschluß an die Biostim-Einnahme sollte man die Thymusdrüse durch die
zweimonatige Einnahme entsprechender Extrakte fördern. Die Dosierung von 2 x 300
mg (etwa) Thymusextrakt täglich gilt als sinnvoll.
Thyroid-Hormon. Die Schilddrüse bzw. deren Hormone spielen eine
zentrale Rolle bei der Optimierung der Immunfunktionen. Leider sind die
herkömmlichen Blutuntersuchungen oft nicht genau genug, um einen Thyroid-Mangel
exakt aufzuzeigen. Der TSH (Thyroid stimulierendes Horon)-Test ist nicht
hundertprozentig zuverlässig. Ein einfacher Selbsttest ist die Temperaturmessung
etwa 30 Minuten vor dem Essen: Sollte die Temperatur ständig unter dem
Normalwert liegen, dann könnte ein Mangel vorliegen. In jedem Fall ist hier
ärztliche Überwachung nötig, da Thyroid-Medikamente schnell überdosiert
sind.
Was sonst noch zu beachten ist
Die Cortisonproduktion scheint nicht nur bei AIDS eine wichtige Rolle
bezüglich des Immunsystems zu spielen. Die weitere Klärung dieses Sachverhalts
wurde und wird vermutlich deswegen vernachlässigt, weil die Messung der
Cortisonkonzentrationen großen (natürlichen) Schwankungen unterliegt. Am besten
nimmt man Messung vor 9 Uhr morgens vor. DHEA, Melatonin und das in Deutschland
problemlos erhältliche Procain (KH 3) sind in der Lage, die
Cortisonkonzentrationen zu senken -- falls dies erforderlich sein sollte.
Diverse Studien bewiesen, dass Kombinationen besser wirken als zum Beispiel
AZT alleine. So zeigten zum Beispiel Studien aus dem Jahre 1994, die AZT mit
einem Placebo verglichen, daß dieses Medikament an der Überlebensrate nichts
änderte. Im Gegenteil: Es gab sogar Hinweise, daß dieses Medikament die
Sterblichkeitsrate vergrößerte. Andere Studien hingegen lassen den Schluß zu,
daß AZT und 3TC in Kombination mit Protease-Hemmern derzeit die beste Therapie
sind. Diese Kombinationstherapien können die Virusanzahl tatsächlich erheblich
senken und die Anzahl der CD4 (T-Helferzellen) erhöhen.
AIDS
II (Vitaminchen 05/02)
Ein erfundenes Krankheits-Symptom?
Wie im letzten Vitaminchen (4/2) berichtet, erhielten die so genannten
AIDS-Dissidenten argumentativen Nachschub von Dr. Kremer. Der sieht in AIDS
keine virale Erkrankung, sondern eine vor allem durch Medikamente ausgelöste
fatale Immunschwäche, die ausgerechnet mit jenen Drogen (Bactrim, AZT)
therapiert wird, die diese Erkrankung auch bei Gesunden auslösen.
Ein anderes Argument von Dr. Kremer ist, dass ein „Virus“ in Wahrheit noch
nie beim Menschen (wohl beim Tier) nachgewiesen worden sein soll. Alex
Russell (vormals Continuum Magazine) hat sogar 100.000 US-$ als Belohnung für
den ersten Nachweis ausgesetzt. Obwohl dieses Angebot auch direkt an bekannte
Namen wie Robert Gallo, Luc Montagnier, Anthony Faucci verschickt worden
sei, blieb der Nachweis aus. Allerdings sind 100.000 US $ in diesem
Milliardengeschäft „Peanuts“ …
Andererseits teilen sich Frankreich und die USA die Ehre der „Entdeckung“ des
AIDS-Virus. Auf alle Fälle ist es merkwürdig, dass man angeblich mit Sicherheit
weiß, dass sexueller Kontakt AIDS übertragen kann. Es erscheint zumindest eine
plausible Schlussfolgerung, dass im Sperma demnach HI-Viren“ gefunden worden
sind. Da dürfte der Nachweis doch eigentlich kein strittiges Problem sein.
Oder?
Wie auch immer. Es gibt Personen, die seit 10 Jahren
HIV-positiv und dennoch putzmunter sind, so stellten wir im vorhergehenden
Vitaminchen fest. Nach amerikanischen Untersuchungen wäre das gar nicht mal
ungewöhnlich, denn die Krankheiten, die der AIDS-Definition entsprechen, brechen
möglicherweise erst 2 bis 20 Jahre nach einer Infektion aus. 10% der infizierten
Personen sind nach 12 Jahren noch immer symptomfrei.
HIV-Test
Laut offiziellen Angaben ist die heutige Testmethode
zu 99,99% sicher. Wer daraus schlussfolgert, dass ein HIV-positiv Ergebnis
praktisch zu 100% zuverlässig ist, irrt allerdings.
Nach unserer Schätzung (AIDS III) belaufen die
wirklich AIDS- Kranken auf 0,0008% der geschlechtsreifen Gesamtbevölkerung
Deutschlands. Nach offiziellen Angaben soll das Erkrankungsrisiko bei Männern,
die keiner Risikogruppe angehören bei 0,01% liegen. Wie auch immer: Es sind sehr
geringe Prozentsätze mit denen man es zu tun hat. Rechnen wir beispielhaft mit
0,01% Risiko weiter.
Aus einer Gruppe von 10.000 Männern ist demnach ein
positiv-Test korrekt und ein positiv-Test falsch (99,99%). Folge: Von zwei
positiv-Tests ist nur einer korrekt.
Oder sind/waren
die erwähnten Beispielspersonen in Wahrheit gar nicht HIV-positiv? Die
HIV-Tests sind nämlich unter dem Strich ein Ratespiel mit 50% Trefferquote (siehe Kasten).
Demzufolge könnten beide Personen in Wirklichkeit
kerngesund sein oder aber beide krank oder aber nur einer. Wie’s gefällt …
Bei allen Unwägbarkeiten lassen die bisherigen Beobachtung zumindest die
Vermutung zu, dass der Ausbruch der „erworbenen Immunschwäche“ von der Fitness
des Immunsystems abhängt. Ein weißer Schimmel oder schließt sich hier der
Kreis?
Laut Dr. Kremer ist der Angelpunkt sowohl bei Krebs als auch AIDS ein
systemischer Glutathion- und Cystein-Mangel. Zur Erinnerung: Das
Glutathion-System jeder Zelle ist gewissermaßen das Entgiftungssystem des
Organismus. „Jede Zelle ist immens belastbar, solange ihr Vorrat an Glutathion
überwiegend im reduzierten Zustand vorliegt“ (Dr. Kuklinski/Dr. van Lunteren,
Neue Chancen).
Unter modernen Zivilisationsbedingungen muss dieses System mehr als 60.000
Giftstoffe entsorgen. Aus verschiedenen Gründen kann dieses System überlastet
werden. Denkbar ist ein zu hoher Cystein- und Glutathionverbrauch durch
Nitro-Substanzen (wie Azathioprin bei AIDS-therapie). Oder eine
Störung der Cysteinsynthese durch Folsäurehemmer (wie Bactrim bei
AIDS-therapie). Oder eine Störung der Glutathionneusynthese durch eine Vielzahl
von Substanzen.
Vereinfacht ausgedrückt hat man es bei AIDS und anderen schweren Erkrankungen
(Krebs) irgendwann auch mit Kachexie zu tun, einer Art kompletter organischer
Erschöpfung. Erkennbar u.a. daran, dass Eiweiß als Harnstoff wieder
ausgeschieden wird. Noch heute therapiert man mit hochkalorischer Eiweißzufuhr.
Dabei hat diese Kachexie nichts mit einem „Hungerzustand“ im herkömmlichen Sinn
zu tun, sondern sie ist eine Folge des Protonenmangels infolge eines
Cys-teinmangels; der wiederum zum Glutamin- und Argininmangel führt.
Nach Dr. Kremer kann der AIDS- oder Krebspatient sich daher auch die
Chemotherapie ersparen, da sie an der falschen Stelle ansetzt und auch noch
kontraproduktiv wirkt. Denn primär werden dabei ausgerechnet die Strukturen der
Energielieferanten (Mitochondrien) getroffen und die sind weitaus empfindlicher
gegen Chemotherapie als die Zell-DNS, die man eigentlich zerstören möchte. Ehe
man mit Chemotherapie die Zellkerne der Krebszelle zerstört, hat man auch in
gesunden Zellen die DNS der lebenswichtigen Mitochondrien attackiert. Und das
rächt sich, denn die einmal geschädigte Mitochondrien-DNS ist irreparabel und
die Energielieferung damit auf immerdar angegriffen.
Diese falschen Ansätze bei Krebs (und AIDS) und die damit verbundene
Wirkungslosigkeit sollen denn auch dazu geführt haben, dass der 1971 in den USA
ausgerufene „Krieg gegen Krebs“ im Jahre 1996 für verloren erklärt wurde. Denn
abgesehen von den „offiziellen Erfolgsmeldungen“ in Sachen Krebs gibt es leider
auch verschämt gehandelte Statistiken, die belegen, dass die durchschnittliche
Überlebensdauer mit Chemotherapie 3,5 Jahre beträgt - ohne
Chemotherapie 12 Jahre (Deutsches Krebsforschungszentrum). Und diese Zahlen
ähneln allzu sehr der AIDS-Statistik, bei der offenbar vor allem die
Therapieverweigerer munter weiterleben.
Es sprechen tatsächlich viele Argumente für eine Erschöpfung
des Glutathionsystems, das wiederum als Teil des Immun- bzw. Entgiftungssystems
verstanden werden muss. Es spricht auch viel dafür, dass AIDS und Krebs mehr
gemeinsam haben, als man bisher einräumen möchte. Wäre AIDS tatsächlich eine
virale Infektion, dann müsste es alle Menschen betreffen, meint Dr.
Kremer. Auffallend sei jedoch, dass es praktisch nur Menschen betrifft, die nach
dem 2. Weltkrieg geboren wurden, also in einer Zeit, in der sich Menschen
erstmals mit (cytotoxischen) Antibiotika auseinander setzen mussten. Ob
Antibiotika (wie Bactrim), Sulfonamide, „Poppers“ u.a., sie alle zeichnen sich
durch einen extrem hohen Verbrauch von Cystein/Glutathion aus.
Poppers?
Im letzten Vitaminchen erwähnten wir ein beliebtes
Mittelchen der Schwulenszene: Poppers. Hierbei handelt es sich um eine flüchtige
Lösung, die eingeatmet wird. Der Wirkstoff ist Amylnitrit bzw. Isoamylnitrit
oder Isobutylnitrit. Die Wirkung beruht auf einer Freisetzung von NO, wodurch es
zu einer kurzen verstärkten zerebralen Durchblutung (Rausch), Gefäßdilatation
(Erektion) und Entspannung der glatten Muskulatur (After) kommt. Es ist nur
illegal erhältlich.
Hier mag es eine Kausalität in den Industrienationen geben, Herr Dr. Kremer,
aber damit lässt sich die AIDS-Zunahme in der Dritten Welt nicht ohne weiteres
erklären. Es sei denn man würde einem globalen „Erschöpfungsproblem“
versehentlich (?) ein falsches Etikett verpassen.
Auch wenn wir die umfangreichen Betrachtungen des Dr. Kremer der
Übersichtlichkeit wegen vereinfacht dargestellt haben, bleibt die
Schlussfolgerung: AIDS wäre demnach eine Folge von oxidativen Prozessen, die aus
der Balance geraten sind. In diesem Fall beträfe es unmittelbar das wichtigste
und allumfassendste Entgiftungssystem des Organismus: das Glutathionsystem der
Zelle.
Demzufolge bestünde eine effektive AIDS-Prophylaxe nicht aus Enthaltsamkeit
oder Gummi, sondern in einer ausreichenden, vorsorglichen Zufuhr von
(reduziertem) Glutathion; in marktüblichen Produkten meistens zusammen mit
Cystein und Vitamin C angeboten.
Fazit: Man hat wirklich keinen Anlass den Diagnose- und Therapie-Ansätzen der
pharmagesteuerten Forschung allzu großen Glauben zu schenken. Es darf stutzig
machen, dass angeblich todkranke Patienten mit einer „Chemie“ eingedeckt werden,
die sogar Gesunde in die Knie zwingt. Aber dieser eigenwilligen Therapieform
begegnen wir nicht nur bei AIDS. Merkwürdigkeiten in der Therapie und andere
Widersprüchlichkeiten bedeuten jedoch nicht, dass alle bisherigen Kenntnisse
über AIDS Unsinn sind. Man kann nur hoffen, dass die Kontroverse zu einer
fruchtbaren Synthese führt.
Erneut ein paar nüchterne Zahlen aus deutschen Landen. Vom Robert Koch
Institut, 12/99.
* AIDS-Erstmanifestationen im Jahr 1999 ca. 600 (entspricht 0,0008% der
deutschen Bevölkerung über 15 Lebensjahre)
* Circa 500 Personen werden 1999 an AIDS sterben.
* HIV-Neuinfektionen im Jahr 1999 ca. 2.100 (davon ein Viertel Frauen).
Im Jahr 2000 lebten ca. 37.000 HIV-positive Menschen in Deutschland. Davon
8.000 Frauen. Bei 5.000 der HIV-positiven wurde eine AIDS-Erkrankung
festgestellt.
Seit Beginn der „HIV/AIDS-Epidemie“ Anfang der 80er sind in Deutschland über
21.000 Menschen an AIDS erkrankt und über 16.000 an den Folgen
gestorben. Die rein heterosexuelle Übertragung liegt bei ca. 17%. Homo- und
bisexuelle Männer machen etwa die Hälfte der Neuinfektionen aus.
In Deutschland lebten im Jahr 1999 ca. 35 Millionen Frauen über 15 Jahre
(Statistisches Bundesamt). Davon infizierten sich ca. 525 Frauen mit HIV
(besser: der HIV-Test war positiv …). Das sind 0,0014%.
Bei allen Unklarheiten ist eins klar: Der HIV-Test (ELISA-Suchtest) ist
kein AIDS-Test. Der Test sagt nichts über den Immunstatus aus; es muss
auch nicht zwangsläufig zu AIDS kommen. Sogar die Schulmedizin räumt ein, dass
der ELISA-Suchtest nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Man betrachtet das
Untersuchungsergebnis erst dann als glaubwürdig, wenn es mit dem
Western-Blot-Bestäti-gungstest überprüft wurde.
Summa summarum: Die Wahrscheinlichkeit HIV-positiv zu sein/zu werden (was
immer darunter zu verstehen ist) steht in keinem Verhältnis zum Medienrummel -
wenn man das Risiko anderer Erkrankungen damit vergleicht. HIV-positiv zu sein
ist nicht automatisch ein Todesurteil. |