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Nach heutigem Kenntnisstand führt die Infektion mit einem HIV-Virus früher oder später zum Ausbruch der symptomreichen Erkrankung AIDS (Auto-Immun-Defiency-Syndrome), die mit dem Tod endet. Das Virus attackiert das Immunsystem und läßt es sukzessive zusammenbrechen. Das kann Monate, aber auch Jahre oder Jahrzehnte dauern. Da die Erkrankung nicht durch einzelne klare Symptome gekennzeichnet ist, spricht man von einem Syndrom.

Beim HIV handelt es sich um ein sehr heimtückisches Virus. Bereits der Nachweis im infizierten Organismus ist schwierig, da der kleine Erreger ein Meister des Versteckspiels ist. Das Immunsystem selbst „weiß“ jedoch, daß der Organismus infiziert ist, und reagiert entsprechend mit der Produktion ganz spezieller HIV-Antikörper. Diese Antikörper kann man wesentlich leichter nachweisen als dasVirus selbst. Aus dem Vorhandensein dieser Antikörper kann man schlußfolgern, daß eine HIV-Infektion vorliegt. Zwischen dem Infektionszeitpunkt und der eigentlichen AIDS-Erkrankung liegt eine Art Karenzzeit, wie man dies auch von anderen Infektionen her kennt. Diese variiert bei AIDS jedoch so stark, daß sich Wissenschaftler anfangs fragten, wieso etliche Infizierte manchmal noch zehn Jahre und länger ohne jegliche gesundheitliche Behinderung weiterleben, während andere schon binnen Monaten sterben. In seltenen Fällen schien das Virus durch die Betroffenen sogar vollständig vernichtet worden zu sein, weil nach geraumer Zeit keine Antikörper mehr nachweisbar waren.

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Neuere Studien zum HIV-Virus zeigten, daß auch bei dieser Infektionsform das destruktive Verhalten der Freien Radikale eine Rolle spielt. So konnte ein Zusammenhang zwischen dem HIV-Virus und der Zerstörung kritischer Immunkomponenten durch Freie Radikale nachgewiesen werden. Das HIV-Virus verursacht zum Beispiel eine Senkung des Glutathion-Spiegels der Zellen (Zellen sind praktisch unendlich belastbar, solange der Glutathion-Spiegel stimmt). Umgekehrt gelang der Nachweis, daß bestimmte Nährstoffe (Antioxidantien) den Krankheitsverlauf verlangsamen bzw. den Ausbruch möglicherweise sogar verhindern können.

Obwohl noch darüber gestritten wird, ob und inwiefern das HIV-Virus das einzige Agens ist, das zur Erkrankung führt, wiesen seit 1985 hunderte von Studien darauf hin, daß der Krankheitsverlauf auf jeden Fall analog zu dem Gehalt an Vitaminen, Mineralien und bestimmten Aminosäuren einhergeht. Da ein guter Nährstoffspiegel mittelbar und/oder unmittelbar Voraussetzung für ein funktionstüchtiges Immunsystem ist, sollte man nach Ansicht vieler führender Immunologen in jedem Fall hier ansetzen. In mehreren wissenschaftlichen Studien ist nachzulesen, daß manche HIV-Infizierte mit einem intakten Immunsystem kein AIDS bekamen. Trotz HIV-Infektion blieben die Betroffenen gesund.

Unter dem Strich bedeutet dies, daß die Diagnose „HIV positiv“ erst mal nichts anderes bedeutet, als daß man sich mit dem Virus infiziert hat. Ob dieses die Schlacht gewinnt -- der Betroffene also das Vollbild AIDS entwickelt --, steht damit noch keineswegs definitiv fest. Es spricht derzeit vieles dafür, daß eine Ergänzung mit Nährstoffen außerordentlich hilfreich sein kann. Da Prognosen bezüglich des Immunsystems von zu vielen Unwägbarkeiten begleitet werden, sind selbstverständlich keine Heilungsgarantien möglich, aber wie Versuche zeigen, erscheint es keineswegs hoffnungslos, durch eine gezielte Nährstoffsubstitition den Krankheitsverlauf stoppen zu können. Die derzeitige Empfehlung läßt sich in drei Bereiche gliedern:

 

1. Immununterstützung durch Mikronährstoffe

2. Immununterstützung durch Hormonergänzungen

3. Weitere immunfördernde Therapien

 

Generell gilt: Jede Therapiemaßnahme muß von regelmäßigen Blutanalysen begleitet werden. Nur aus diesen kann man entnehmen, ob bestimmte Substanzen gesundheitsförderlich sind oder sich womöglich gar negativ auswirken. Nach dem derzeitigem Kenntnistand geht man davon aus, daß sich das Virus vom Zeitpunkt der Infektion an rasant vervielfältigt. Die recht lange Inkubationszeit bis zum eigentlichen Ausbruch der Erkrankung führt man gegenwärtig darauf zurück, daß das Immunsystem seine Abwehrarbeit steigert und somit das Virus mehr oder weniger lange in Schach hält. Ab einem bestimmten Zeitpunkt aber zieht das Immunsystem den Kürzeren. Es erscheint uns daher wichtig, das Immunsystem zusätzlich zu stärken.

Basismikronährstoffe  HIV-infizierte Personen dürften grundsätzlich von einer allgemeinen Anhebung des Antioxidantien-Spiegels profitieren. Insofern erscheint es sinnvoll, die tägliche Nahrung durch entsprechend hochwertige Produkte zu ergänzen.

Heilkräutermischungen  In der Literatur werden immer öfter die positiven Wirkungen von Heilkräutern beschrieben. Gute Heilkräutermischungen wirken nachweislich antiviral und stärken die Funktion des Immunsystems.

Cystein  Der bereits erwähnte Glutathion-Mangel in den Zellen steht in Zusammenhang mit der Schwächung des Immunsystems. Cystein kann den Glutathionspiegel wiederherstellen. Viele Experten empfehlen HIV-positiven Personen 3 x 600 mg Cystein täglich. Um unerwünschte Stoffwechselwege des Cystein vorsorglich zu verhindern, rät man gleichzeitig zur Einnahme von 2 bis 3 g Vitamin C zu jeder 600 mg-Cystein-Dosis. Falls Leberschäden vorliegen, kann Cystein auf Dauer schädlich wirken. In diesen Fällen rät man zu 500 mg reinem Gluthation täglich.

Selen  Hierbei handelt es sich einmal um eine Vorstufe der Gluthationperoxidase; außerdem ist Selen ein eigenständiger „Radikalenfänger“. Darüber hinaus vermutet man, daß Selen bestimmte Stoffwechselprozesse hemmt, die für die HIV-Reproduktion notwendig sind. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand liegt die notwendige Selen-Dosierung bei Gesunden bei mindestens 300 mcg täglich. HIV-infizierte Personen können die doppelte bis dreifache Menge (600 bis 1.000 mcg) täglich zu sich nehmen. Derzeit sind viele Selenprodukte erhältlich, allerdings enthalten die wenigsten von ihnen alle Selenvarianten, die man derzeit für sinnvoll erachtet, nämlich Sodium Selenat, Selenmethionin, Selendigluthation.

Arginin  Diese Aminosäure wird in ihrer Wirkung oft unterschätzt -- dabei unterstützt sie das Immunsystem auf vielfältige Weise: Unter anderem stimuliert sie Wachstumshormon Sekretoin. Experten empfehlen HIV-infizierten Personen 6 bis 15 g Arginin täglich (auf nüchternen Magen). Die Aminosäure sollte möglichst abends zugeführt werden, was jedoch manchmal zu Einschlafproblemen führt (In diesen Fällen kann man alternativ auch Ornitin nehmen; es wirkt ganz ähnlich, ist aber etwas teurer).

Carnitin  Es verbessert den Stoffwechsel der essentiellen Fettsäuren und der Glukose. Vor allem bei Patienten mit Carnitin-Defiziten unterstützte die hochdosierte Verabreichung dieser Aminosäure nachweislich immunologische und metabolische Funktionen. HIV-infizierte Personen können nach Fachliteraturangaben um die 2.400 mg täglich einnehmen.

Coenzym Q 10  Die Zufuhr von Coenzym Q 10 ist (nicht nur) bei HIV-Patienten inzwischen recht populär geworden. Man geht davon aus, daß die täglichen Dosierungen um die 200 mg liegen sollten.

Vitamin B12  Die mit dem AIDS-Syndrom oft einhergehenden Abbauvorgänge im Gehirn scheinen mit einem Vitamin-B12-Mangel im Zusammenhang zu stehen und können oftmals durch Zufuhr des Vitamins wieder rückgängig gemacht werden. Dieses Vitamin wird jedoch auf dem normalen oralen Weg schlecht aufgenommen. Sublingual wirkende Tabletten sind demnach vorzuziehen. In der Literatur werden 3 x 500 mcg täglich empfohlen. Sollten Bluttests (weiterhin) einen Vitamin-B12-Mangel aufzeigen, dann ist eine (wöchentliche) Injektionen zu erwägen.

Betakaroten  Im Blut der Patienten, die täglich 100.000 IE Betakaroten zuführten, nahm die Anzahl der Lymphozyten um 66 Prozent, die der T-Helferzellen geringfügig zu. Da jedoch manche HIV-Patienten mit Hepatitis (siehe auch dort) bei langfristiger Betakaroten-Zufuhr erhöhte Leberzellwerte aufweisen, sollte die Einnahme von Fall zu Fall abgewogen werden. HIV-Patienten ohne Hepatitis können laut Fachliteratur 25.000 bis 100.000 IE täglich einnehmen.

Melatonin  Man weiß seit längerem, daß die Funktion des Immunsystems einem bestimmten (zirkardianen) Rhythmus folgt. HIV zerstört nicht nur die Zellen dieses Systems, sondern greift auch in seinen Rhythmus ein. Ein exakt synchronisiertes Immunsystem ist jedoch Voraussetzung für seine einwandfreie Funktion. Bestätigt wird dies durch vorläufige Untersuchungen, bei denen (nächtliche) Melatonineinahme den Krankheitsverlauf verlangsamte. Melatonin steigert unter anderem die Produktion der T-Helferzellen -- also jener Zellen, die bevorzugt von HIV angegriffen werden. Darüber hinaus stimuliert es weitere Komponenten des Immunsystems wie Killerzellen, Interleukin 2, 4 und 10, Gamma-Interferon sowie eosinophile und rote Blutzellen. Abgesehen davon, daß Melatonin verlorengegangene Zellen ersetzt, vermag es durch seine antioxidative Wirkung die Zellzerstörung durch HIV zu vermindern.

Die neuesten Untersuchungen über Melatonin bei HIV-Infizierten lassen vermuten, daß man mit diesem Hormon das bisher potenteste Antioxidans überhaupt gefunden hat. Melatonin scheint effektiver zu sein als andere Nahrungs-Antioxidantien, wenn es um die Bekämpfung jener Freien Radikale geht, die durch HIV erzeugt werden. Eine der Untersuchungen (R.. Reiter, University of Texas, Austin) läßt den Schluß zu, daß Melatonin einen direkten Effekt auf die Replikation des HIV haben könnte. Um sich zu vervielfältigen, braucht das Virus nämlich den sogenannten Kernfaktor Kappa-B (NKF). Die nächtliche Absenkung der NKF-Konzentration um etwa 23 Prozent könnte mit der nächtlichen Melatonin-Zunahme in Verbindung stehen. Bestätigt wird diese Vermutung durch Melatoninjektionen bei Ratten: Gab man den Tieren tagsüber Melatonin, dann senkte sich deren NKF-Konzentration um 43 Prozent. Es könnte demnach durchaus sein, daß Melatonin die Versorgung des HIV mit NKF unterbindet.

Die Wirkung von Melatonin am Patienten wurde von G. Maestroni an elf HIV-Infizierten näher untersucht. Ihnen wurde jede Nacht 20 mg Melatonin verabreicht. Nach einem Monat war die Anzahl der T-Helferzellen um 35 Prozent, die der Killerzellen um 57 Prozent und die der Lymphozyten um 76 Prozent gestiegen!

 

Trotz dieser bemerkenswerten Entdeckungen in Sachen Melatonin und AIDS wurde/wird dieser Ansatz derzeit leider nicht weiter untersucht. Man kann nur vermuten, daß es kein wirtschaftliches Interesse gibt, weitergehende Studien zu finanzieren -- schließlich handelt es sich bei Melatonin um einen natürlichen Stoff, der nicht patentierbar ist.

Literaturempfehlung: Reiter/Robinson, Melatonin. Das Buch enthält aktuelle Erkenntnisse über dieses Hormon und Anwendungsmöglichkeiten bei AIDS. Im übrigen wird die Einnahme von 3 bis 30 mg Melatonin pro Nacht empfohlen.

DHEA  Diverse Untersuchungen lassen auf einen Zusammenhang zwischen DHEA und dem Krankheitsverlauf bei AIDS schließen: Der Infektionsverlauf nahm analog zu, wenn die DHEA-Konzentration sank. Dennoch ist es bislang eher eine Vermutung denn eine gesicherte Erkenntnis, daß die Einnahme von DHEA das HIV-Virus daran hindern könnte, sich zum Vollbild AIDS zu entwickeln. Man geht derzeit davon aus, daß die positive Wirkung von DHEA wohl nicht auf direkten anti-viralen Effekten beruht. Vielmehr vermutet man, daß DHEA das Immunsystem generell schützt und stärkt. Die Ergänzung von DHEA rät man übrigens auch gesunden Personen über 40 Jahren. Um die Konzentration eines gesunden 21Jährigen zu erreichen, müssen im Durchschnitt 3 x 25 mg (für Männer) bzw. 3 x 15 mg (für Frauen) zusätzlich zugeführt werden.

Vorsicht: Liegt eine Leberschädigung vor, sollten Sie die Kapseln öffnen und den Inhalt etwa 10 bis 20 Minuten unter der Zunge zergehen lassen, ehe Sie den Rest hinunterschlucken. Bei Hepatitis oder Leberzirrhose müssen die Leberwerte regelmäßig überprüft und/oder das Mittel rechtzeitig abgesetzt werden. Siehe auch die DHEA-Vorsichtsmaßnahmen.

Thymusextrakte  Bei der HIV-Infektion dreht sich vieles um die T-Helferzellen, die in der hinter dem Brustbein sitzenden Thymusdrüse gebildet werden. Mit zunehmenden Alter verkümmert diese Drüse -- hierauf führt die Wissenschaft einen großen Teil der altersbedingten Immuneinschränkungen zurück. Eine HIV-Infektion attackiert ebenfalls die Hormonskretion der Thymusdrüse. Um die Thymusfunktion wieder auf Vordermann zu bringen, werden diverse Thymustherapien angeboten. Teilweise sind die Therapien recht teuer, wobei nicht klar ist, ob sie deswegen auch wirksamer sind. Ehe man sein Geld in kostbare Therapien investiert, sollte man es vorher mit (preiswerteren) Thymusextrakten probieren.

Weitere Therapiemöglichkeiten

Isoprinosin. Dieses Mittel gehört zu den „klassischen“ zugelassenen Medikamenten, die vom Arzt verschrieben werden können. Es steigert nachweislich die Immunfunktion. Wie fast alle immunsteigernden Mittel wirkt es effektiver, wenn es alternierend zugeführt wird. Das heißt: Nach zwei Monaten Einnahme (2 bis 3 g täglich) sollte eine Pause von zwei Monaten eingelegt werden.

Biostim. Auch dieses Medikament gehört zu den gängigen Arzneien. Bewährt hat sich der regelmäßige Wechsel mit Isoprinosin. Das heißt: zwei Monate Isoprinosin, dann zwei Monate Biostim über, und zwar in folgendem Rhythmus:

·       Acht Tage lang täglich zwei Tabletten, danach 3 Wochen Pause

·       Acht Tage lang täglich eine Tablette, danach 3 Wochen Pause

·       Acht Tage lang täglich eine Tablette, danach 9 Monate Pause

Im Anschluß an die Biostim-Einnahme sollte man die Thymusdrüse durch die zweimonatige Einnahme entsprechender Extrakte fördern. Die Dosierung von 2 x 300 mg (etwa) Thymusextrakt täglich gilt als sinnvoll.

Thyroid-Hormon. Die Schilddrüse bzw. deren Hormone spielen eine zentrale Rolle bei der Optimierung der Immunfunktionen. Leider sind die herkömmlichen Blutuntersuchungen oft nicht genau genug, um einen Thyroid-Mangel exakt aufzuzeigen. Der TSH (Thyroid stimulierendes Horon)-Test ist nicht hundertprozentig zuverlässig. Ein einfacher Selbsttest ist die Temperaturmessung etwa 30 Minuten vor dem Essen: Sollte die Temperatur ständig unter dem Normalwert liegen, dann könnte ein Mangel vorliegen. In jedem Fall ist hier ärztliche Überwachung nötig, da Thyroid-Medikamente schnell überdosiert sind.

Was sonst noch zu beachten ist

Die Cortisonproduktion scheint nicht nur bei AIDS eine wichtige Rolle bezüglich des Immunsystems zu spielen. Die weitere Klärung dieses Sachverhalts wurde und wird vermutlich deswegen vernachlässigt, weil die Messung der Cortisonkonzentrationen großen (natürlichen) Schwankungen unterliegt. Am besten nimmt man Messung vor 9 Uhr morgens vor. DHEA, Melatonin und das in Deutschland problemlos erhältliche Procain (KH 3) sind in der Lage, die Cortisonkonzentrationen zu senken -- falls dies erforderlich sein sollte.

Diverse Studien bewiesen, dass Kombinationen besser wirken als zum Beispiel AZT alleine. So zeigten zum Beispiel Studien aus dem Jahre 1994, die AZT mit einem Placebo verglichen, daß dieses Medikament an der Überlebensrate nichts änderte. Im Gegenteil: Es gab sogar Hinweise, daß dieses Medikament die Sterblichkeitsrate vergrößerte. Andere Studien hingegen lassen den Schluß zu, daß AZT und 3TC in Kombination mit Protease-Hemmern derzeit die beste Therapie sind. Diese Kombinationstherapien können die Virusanzahl tatsächlich erheblich senken und die Anzahl der CD4 (T-Helferzellen) erhöhen.


AIDS II (Vitaminchen 05/02)

Ein erfundenes Krankheits-Symptom?

Wie im letzten Vitaminchen (4/2) berichtet, erhielten die so genannten AIDS-Dissidenten argumentativen Nachschub von Dr. Kremer. Der sieht in AIDS keine virale Erkrankung, sondern eine vor allem durch Medikamente ausgelöste fatale Immunschwäche, die ausgerechnet mit jenen Drogen (Bactrim, AZT) therapiert wird, die diese Erkrankung auch bei Gesunden auslösen.

Ein anderes Argument von Dr. Kremer ist, dass ein „Virus“ in Wahrheit noch nie beim Menschen (wohl beim Tier) nachgewiesen worden sein soll. Alex Russell (vormals Continuum Magazine) hat sogar 100.000 US-$ als Belohnung für den ersten Nachweis ausgesetzt. Obwohl dieses Angebot auch direkt an bekannte Namen wie Robert Gallo, Luc Montagnier, Anthony Faucci verschickt worden sei, blieb der Nachweis aus. Allerdings sind 100.000 US $ in diesem Milliardengeschäft „Peanuts“ …

Andererseits teilen sich Frankreich und die USA die Ehre der „Entdeckung“ des AIDS-Virus. Auf alle Fälle ist es merkwürdig, dass man angeblich mit Sicherheit weiß, dass sexueller Kontakt AIDS übertragen kann. Es erscheint zumindest eine plausible Schlussfolgerung, dass im Sperma demnach HI-Viren“ gefunden worden sind. Da dürfte der Nachweis doch eigentlich kein strittiges Problem sein. Oder?

Wie auch immer. Es gibt Personen, die seit 10 Jahren HIV-positiv und dennoch putzmunter sind, so stellten wir im vorhergehenden Vitaminchen fest. Nach amerikanischen Untersuchungen wäre das gar nicht mal ungewöhnlich, denn die Krankheiten, die der AIDS-Definition entsprechen, brechen möglicherweise erst 2 bis 20 Jahre nach einer Infektion aus. 10% der infizierten Personen sind nach 12 Jahren noch immer symptomfrei.

HIV-Test

Laut offiziellen Angaben ist die heutige Testmethode zu 99,99% sicher. Wer daraus schlussfolgert, dass ein HIV-positiv Ergebnis praktisch zu 100% zuverlässig ist, irrt allerdings.

Nach unserer Schätzung (AIDS III) belaufen die wirklich AIDS- Kranken auf 0,0008% der geschlechtsreifen Gesamtbevölkerung Deutschlands. Nach offiziellen Angaben soll das Erkrankungsrisiko bei Männern, die keiner Risikogruppe angehören bei 0,01% liegen. Wie auch immer: Es sind sehr geringe Prozentsätze mit denen man es zu tun hat. Rechnen wir beispielhaft mit 0,01% Risiko weiter.

Aus einer Gruppe von 10.000 Männern ist demnach ein positiv-Test korrekt und ein positiv-Test falsch (99,99%). Folge: Von zwei positiv-Tests ist nur einer korrekt.

Oder sind/waren die erwähnten Beispielspersonen in Wahrheit gar nicht HIV-positiv? Die HIV-Tests sind nämlich unter dem Strich ein Ratespiel mit 50% Trefferquote (siehe Kasten).

Demzufolge könnten beide Personen in Wirklichkeit kerngesund sein oder aber beide krank oder aber nur einer. Wie’s gefällt …

Bei allen Unwägbarkeiten lassen die bisherigen Beobachtung zumindest die Vermutung zu, dass der Ausbruch der „erworbenen Immunschwäche“ von der Fitness des Immunsystems abhängt. Ein weißer Schimmel oder schließt sich hier der Kreis?

Laut Dr. Kremer ist der Angelpunkt sowohl bei Krebs als auch AIDS ein systemischer Glutathion- und Cystein-Mangel. Zur Erinnerung: Das Glutathion-System jeder Zelle ist gewissermaßen das Entgiftungssystem des Organismus. „Jede Zelle ist immens belastbar, solange ihr Vorrat an Glutathion überwiegend im reduzierten Zustand vorliegt“ (Dr. Kuklinski/Dr. van Lunteren, Neue Chancen).

Unter modernen Zivilisationsbedingungen muss dieses System mehr als 60.000 Giftstoffe entsorgen. Aus verschiedenen Gründen kann dieses System überlastet werden. Denkbar ist ein zu hoher Cystein- und Glutathionverbrauch durch Nitro-Substanzen (wie   Azathioprin bei AIDS-therapie). Oder eine Störung der Cysteinsynthese durch Folsäurehemmer (wie Bactrim bei AIDS-therapie). Oder eine Störung der Glutathionneusynthese durch eine Vielzahl von Substanzen.

Vereinfacht ausgedrückt hat man es bei AIDS und anderen schweren Erkrankungen (Krebs) irgendwann auch mit Kachexie zu tun, einer Art kompletter organischer Erschöpfung. Erkennbar u.a. daran, dass Eiweiß als Harnstoff wieder ausgeschieden wird. Noch heute therapiert man mit hochkalorischer Eiweißzufuhr. Dabei hat diese Kachexie nichts mit einem „Hungerzustand“ im herkömmlichen Sinn zu tun, sondern sie ist eine Folge des Protonenmangels infolge eines Cys-teinmangels; der wiederum zum Glutamin- und Argininmangel führt.

Nach Dr. Kremer kann der AIDS- oder Krebspatient sich daher auch die Chemotherapie ersparen, da sie an der falschen Stelle ansetzt und auch noch kontraproduktiv wirkt. Denn primär werden dabei ausgerechnet die Strukturen der Energielieferanten (Mitochondrien) getroffen und die sind weitaus empfindlicher gegen Chemotherapie als die Zell-DNS, die man eigentlich zerstören möchte. Ehe man mit Chemotherapie die Zellkerne der Krebszelle zerstört, hat man auch in gesunden Zellen die DNS der lebenswichtigen Mitochondrien attackiert. Und das rächt sich, denn die einmal geschädigte Mitochondrien-DNS ist irreparabel und die Energielieferung damit auf immerdar angegriffen.

Diese falschen Ansätze bei Krebs (und AIDS) und die damit verbundene Wirkungslosigkeit sollen denn auch dazu geführt haben, dass der 1971 in den USA ausgerufene „Krieg gegen Krebs“ im Jahre 1996 für verloren erklärt wurde. Denn abgesehen von den „offiziellen Erfolgsmeldungen“ in Sachen Krebs gibt es leider auch verschämt gehandelte Statistiken, die belegen, dass die durchschnittliche Überlebensdauer mit Chemotherapie 3,5 Jahre beträgt - ohne Chemotherapie 12 Jahre (Deutsches Krebsforschungszentrum). Und diese Zahlen ähneln allzu sehr der AIDS-Statistik, bei der offenbar vor allem die Therapieverweigerer munter weiterleben.

Es sprechen tatsächlich viele Argumente für eine Erschöpfung des Glutathionsystems, das wiederum als Teil des Immun- bzw. Entgiftungssystems verstanden werden muss. Es spricht auch viel dafür, dass AIDS und Krebs mehr gemeinsam haben, als man bisher einräumen möchte. Wäre AIDS tatsächlich eine virale Infektion, dann müsste es alle Menschen betreffen, meint Dr. Kremer. Auffallend sei jedoch, dass es praktisch nur Menschen betrifft, die nach dem 2. Weltkrieg geboren wurden, also in einer Zeit, in der sich Menschen erstmals mit (cytotoxischen) Antibiotika auseinander setzen mussten. Ob Antibiotika (wie Bactrim), Sulfonamide, „Poppers“ u.a., sie alle zeichnen sich durch einen extrem hohen Verbrauch von Cystein/Glutathion aus.

Poppers?

Im letzten Vitaminchen erwähnten wir ein beliebtes Mittelchen der Schwulenszene: Poppers. Hierbei handelt es sich um eine flüchtige Lösung, die eingeatmet wird. Der Wirkstoff ist Amylnitrit bzw. Isoamylnitrit oder Isobutylnitrit. Die Wirkung beruht auf einer Freisetzung von NO, wodurch es zu einer kurzen verstärkten zerebralen Durchblutung (Rausch), Gefäßdilatation (Erektion) und Entspannung der glatten Muskulatur (After) kommt. Es ist nur illegal erhältlich.

Hier mag es eine Kausalität in den Industrienationen geben, Herr Dr. Kremer, aber damit lässt sich die AIDS-Zunahme in der Dritten Welt nicht ohne weiteres erklären. Es sei denn man würde einem globalen „Erschöpfungsproblem“ versehentlich (?) ein falsches Etikett verpassen.

Auch wenn wir die umfangreichen Betrachtungen des Dr. Kremer der Übersichtlichkeit wegen vereinfacht dargestellt haben, bleibt die Schlussfolgerung: AIDS wäre demnach eine Folge von oxidativen Prozessen, die aus der Balance geraten sind. In diesem Fall beträfe es unmittelbar das wichtigste und allumfassendste Entgiftungssystem des Organismus: das Glutathionsystem der Zelle.

Demzufolge bestünde eine effektive AIDS-Prophylaxe nicht aus Enthaltsamkeit oder Gummi, sondern in einer ausreichenden, vorsorglichen Zufuhr von (reduziertem) Glutathion; in marktüblichen Produkten meistens zusammen mit Cystein und Vitamin C angeboten.

Fazit: Man hat wirklich keinen Anlass den Diagnose- und Therapie-Ansätzen der pharmagesteuerten Forschung allzu großen Glauben zu schenken. Es darf stutzig machen, dass angeblich todkranke Patienten mit einer „Chemie“ eingedeckt werden, die sogar Gesunde in die Knie zwingt. Aber dieser eigenwilligen Therapieform begegnen wir nicht nur bei AIDS. Merkwürdigkeiten in der Therapie und andere Widersprüchlichkeiten bedeuten jedoch nicht, dass alle bisherigen Kenntnisse über AIDS Unsinn sind. Man kann nur hoffen, dass die Kontroverse zu einer fruchtbaren Synthese führt.

AIDS III

Erneut ein paar nüchterne Zahlen aus deutschen Landen. Vom Robert Koch Institut, 12/99.

* AIDS-Erstmanifestationen im Jahr 1999 ca. 600 (entspricht 0,0008% der deutschen Bevölkerung über 15 Lebensjahre)

* Circa 500 Personen werden 1999 an AIDS sterben.

* HIV-Neuinfektionen im Jahr 1999 ca. 2.100 (davon ein Viertel Frauen).

Im Jahr 2000 lebten ca. 37.000 HIV-positive Menschen in Deutschland. Davon 8.000 Frauen. Bei 5.000 der HIV-positiven wurde eine AIDS-Erkrankung festgestellt.

Seit Beginn der „HIV/AIDS-Epidemie“ Anfang der 80er sind in Deutschland über 21.000 Menschen an AIDS erkrankt und   über 16.000 an den Folgen gestorben. Die rein heterosexuelle Übertragung liegt bei ca. 17%. Homo- und bisexuelle Männer machen etwa die Hälfte der Neuinfektionen aus.

In Deutschland lebten im Jahr 1999 ca. 35 Millionen Frauen über 15 Jahre (Statistisches Bundesamt). Davon infizierten sich ca. 525 Frauen mit HIV (besser: der HIV-Test war positiv …). Das sind 0,0014%.

Bei allen Unklarheiten ist eins klar: Der HIV-Test (ELISA-Suchtest) ist kein AIDS-Test. Der Test sagt nichts über den Immunstatus aus; es muss auch nicht zwangsläufig zu AIDS kommen. Sogar die Schulmedizin räumt ein, dass der ELISA-Suchtest nicht der Weisheit letzter Schluss ist. Man betrachtet das Untersuchungsergebnis erst dann als glaubwürdig, wenn es mit dem Western-Blot-Bestäti-gungstest überprüft wurde.

Summa summarum: Die Wahrscheinlichkeit HIV-positiv zu sein/zu werden (was immer darunter zu verstehen ist) steht in keinem Verhältnis zum Medienrummel - wenn man das Risiko anderer Erkrankungen damit vergleicht. HIV-positiv zu sein ist nicht automatisch ein Todesurteil.

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