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Keine Frage wird so häufig gestellt wie die nach der richtigen Dosierung. Eine allgemein gültige Antwort gibt es jedoch nicht. Die Idealvorstellung geht heute dahin, dass man sich eine einfache Testmethode wünscht, mit der man täglich den individuellen Bedarf ermitteln kann. Ob das wirklich wünschenswert ist, sei dahingestellt, denn es würde einer täglichen Berechnung der notwendigen Kalorien ähneln. Lassen wir die Kirche lieber im Dorf.

Das Problem der richtigen Dosierung von gemischten Nährstoffen ist vielschichtiger, als die Hersteller in ihren bunten Prospektchen andeuten möchten. Denn es mag richtig sein, dass jeder einzelne Nährstoff eines bestimmten Produktes in sinnvoller Dosierung vorliegt. Aber über das Zusammenwirken von beispielsweise 40 verschiedenen Substanzen in einem Präparat weiß man letztendlich noch viel zu wenig. Da das Nährstoffkunterbunt in der Natur wesentlich größer ist, dürfte es kaum eine bedenkliche Mischung in Pillenform geben, aber jeder Hersteller, der behauptet, das „Ideal“ gefunden zu haben, erklärt damit gleichzeitig Gott zu seinem Nachhilfeschüler. Denn nicht mal diesem ist es gelungen ein „ideales“ Gemüse zu kreieren.

Bei der Vorsorge geht man von einem an sich gesunden Menschen aus, der seine „ausgewogene Mischkost“ mit Antioxidanzien ergänzt. Im Regelfall beurteilt das Individuum seine Belastungen (Rauchen, Stress, Hochleistungssport usw.) vernünftig, d.h., der Konsument kann damit eine grobe Einschätzung der für ihn geltenden Stressoren vornehmen.

Da es nicht ganz einfach ist, den Wirkungsgrad von Antioxidanzien mittels der Inhaltsstoffe zu definieren, unterteilt der HiLife e.V. die diversen Produkte nach einer groben Rasterung niedrig, mittel und hoch dosiert. Das entspricht in etwa einem niedrigen, mittleren oder hohen oxidativen Stress. Bei einem gesunden Menschen, also die Mehrheit der Konsumenten, dürfte diese grobe Kategorisierung ausreichen.

Im therapeutischen Bereich ist es mit einer derart groben Einteilung nicht mehr getan. Auch in Grenzfällen wünschen sich viele Konsumenten Fakten statt Spekulation. Mittels diverser Analysen kann die Wissenschaft schon länger feststellen, wie es mit dem „oxidativen Stress“ bzw. Immunstatus eines Individuums exakt aussieht. Auf derartigen Untersuchungen beruht schließlich der Kenntnisstand der orthomolekularen Medizin. Diese Laboranalysen sind nicht zu verwechseln mit ebenso populären wie unsinnigen Haaruntersuchungen oder gängigen Blut- bzw. Urintests beim Hausarzt. Die Ermittlung des oxidativen Stresses ist nur mittels spezieller Verfahren möglich, die weder zum Leistungsprogramm des Hausarztes noch der Krankenkassen gehören. Da sie bisher nur von wenigen spezialisierten Labors und Kliniken durchgeführt wurden – und das meistens auch nur im Rahmen entsprechender Versuchsreihen –, ist es dem Normalbürger derzeit praktisch unmöglich, seinen eigenen oxidativen Stress bzw. Immunstatus z.B. via Hausarzt feststellen zu lassen.

Prof. Dr. med. H. Hamann und Dr. rer. nat. H. Heinrich (HiLife-Mitglied) haben an der Universität Rostock ein patentiertes Messverfahren entwickelt, mit dem man die (Dys-)Balance von menschlichen Redoxsystemen messen kann: die so genannte Redox-Serum-Analyse (RSA). Hiermit kann man einerseits eine zuverlässige Aussage über den aktuellen Zustand menschlicher Entgiftungssysteme bekommen, um daraus andererseits den exakten Bedarf eines Individuums zu ermitteln.

Viele Aussagen der orthomolekularen Medizin basieren auf Untersuchungen des „Stresszustandes“ des Körpers. Derartige Redox-Analysen sind also prinzipiell nichts Ungewöhnliches. Allerdings waren sie bis dato so aufwändig, dass nur spezielle Kliniken sie überhaupt durchführen konnten. Ex-akte individuelle Untersuchungen waren dem Normalsterblichen deswegen kaum zugänglich bzw. mit erheblichem (Kosten-)Aufwand verbunden. Das ist mit dieser Untersuchungsmethode anders geworden: Eine fundierte Analyse des eigenen Organismus ist damit für jeden möglich.

Für die Analyse wird frisches Blutserum benötigt. Fragen Sie bei HiLife nach den Unterlagen zur Redox-Serum-Analyse (RSA). Darin wird Schritt für Schritt erklärt, was zu tun ist. Denken Sie bitte daran: Es handelt sich nicht um eine populäre „Fern-schnell-gut-Analyse“ aus der Yellow Press, sondern um eine handfeste professionelle Untersuchung. Vom Untersuchten wird daher eine gewisse Sorgfalt erwartet.

Ein Arzt Ihres Vertrauens nimmt Ihnen Blut ab, das auf eine bestimmte Art (zentrifugiert, gekühlt) zur Versendung vorbereitet werden muss. Die Probe wird tiefgekühlt per Kurier ins Labor gebracht. Kostenpunkt: ca. 200,– Euro (je nach Kasse Teil-, Voll- oder keine Erstattung).

Die Laboranalyse: Es handelt sich um eine knochentrockene Auflistung wissenschaftlicher Labordaten, die für den Laien so gut wie nicht zu verstehen sind. Um die Laborauswertung in allen Einzelheiten deuten zu können, müssen sich sogar Ärzte einer kleinen Weiterbildung unterziehen (das Labor bietet entsprechende Kurzlehrgänge für Ärzte an).

Im Gegensatz zu dem, was manch populäre Abhandlung vorzugaukeln versucht, besteht der Immunstatus eines Menschen nämlich aus vielen verschiedenen Parametern, die wiederum voneinander abhängig sind. Hamann/Heinrich haben ein Computerprogramm entwickelt, das aus all diesen Messwerten eine dimensionslose Zahl („Gesundheitswert G“) errechnet, die einen Aufschluss über den gegenwärtigen Immunstatus erlaubt.

Mit dem G-Wert kann auch der Laie etwas anfangen. Aus über 600.000 Messdaten wurde ermittelt, dass der optimale G-Wert bei +200 liegt. Je nach Grad der krankhaften Störung liegen die G-Werte darunter. G-Werte bis    minus 100 gelten jedoch noch als „normal“, d.h., der Mensch ist zwar nicht 100%ig gesund, aber eben auch nicht – nach herkömmlicher Definition – krank.

Gleichzeitig erhält man einen maßgeschneiderten Vorschlag zur Nährstoffergänzung, gewissermaßen eine Privatrezeptur in Sachen Vitamine, Spurenelemente usw. Die betroffene Person kann jetzt – aus Kostengründen – ein marktübliches Produkt suchen, das der Empfehlung am nächsten kommt. Oder man lässt sich ein Präparat herstellen, das exakt dieser Rezeptur entspricht. Das ist verständlicherweise nicht so preiswert wie „Konfektionsware“.

Fazit: Es gibt kaum wirklich verbindliche Aussagen in Sachen Dosierung und es wird sie wohl auch nie geben. Einerseits liegt dies daran, dass die Dosierung von Individuum zu Individuum sehr verschieden ist, andererseits schwankt der Verbrauch an Nährstoffen auch im Tagesverlauf ständig. Nach unserer Auffassung ist dies kein Beinbruch. Wenn zuverlässige Aussagen fehlen, orientieren wir uns gerne an der Natur. Der Mensch (wie auch das Tier) bekam seine Nahrung schon immer schubweise und der Organismus scheint sich gut damit eingerichtet zu haben. Insofern wäre es sogar wider den „natürlichen Fahrplan“, dem Körper seine Nährstoffe per Apothekerwaage und Stoppuhr zu verabreichen. Es spricht vieles dafür, dass man seinen Organismus auf diese Art und Weise zur Bequemlichkeit erzieht.

Neuere Erkenntnisse bestätigen, dass eine allzu disziplinierte Nährstoffzufuhr unserer Physiologie nicht unbedingt und in jedem Fall bekömmlich ist. Manche Wissenschaftler empfehlen daher die Dosierung zu variieren. Hat man sich z.B. für ein Produkt entschieden, bei dem die empfohlene Dosierung mit 3 mal 3 Tabletten (also 9 insgesamt) täglich angegeben ist, so rät man inzwischen, diese tägliche Menge ständig zu ändern. Mal nimmt man 3, mal 9, mal 12 und mal gar keine Tablette täglich. Die alternierende Zufuhr von Nährstoffen entspräche damit den allgemeinen Erfahrungen, denn bei praktisch allen Dingen (Sport, Stress, Temperatur, Sex usw.) scheint der Körper auf einen ständigen Wechsel zwischen Ent- und Belastung besser zu reagieren.

Zu der Variationsbreite von empfohlener, optimaler und therapeutischer Dosierung siehe auch Dosierungstabelle.
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