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Je mehr Journalisten sich nicht länger von Big Pharma an der Nase
he-rumführen lassen und wahrheitsgemäß über Nahrungsergänzungen berichten, je
mehr Menschen die ungeheure Propaganda durchschauen, desto absurder werden die
angeblich wissenschaftlichen Darstellungen, dass Vitamine bereits in kleinsten
Mengen gesundheitsgefährdend sein können.
So wollen die Vitamingegner wissenschaftlich belegt haben, dass bereits
kleine Mengen Vitamin C zu Erbschäden geführt haben. Bei dieser Untersuchung
ging es um Basensequenzen der DNA. Nach Einnahme erhöhter Vitamin-C-Mengen, so
der Bericht, oxidierte eine DNA-Base stärker als vorher. Darüber wurde
ausführlich berichtet. Man unterschlug allerdings, dass die andere Base
um etwa den gleichen Wert weniger oxidierte. Rein rechnerisch gesehen, wäre das
eine Null-Aussage.
Nicht ganz, denn die Base, die weniger oxidierte, gilt als anfälliger für
Mutationen. Der Organismus hatte das zusätzliche Vitamin-C-Angebot genutzt, um
das schädlichere Zwischenprodukt verstärkt zu reparieren. Die
Untersuchung hatte nicht etwa die Kanzerogenität erhöhter Vitamin-C-Dosierungen
belegt, sondern das Gegenteil, wie auch das Fraunhofer-Institut bestätigte.
Darüber berichtete man allerdings nicht.
In einer anderen Vitamin-C-Studie hatte man bestimmte Fettverbindungen im
Petrischälchen mit Ascorbinsäure reagieren lassen. In der Presse wurde
anschließend groß herumposaunt, dass Ascorbinsäure Fette angreift. Zu dieser Art
von Schlussfolgerung fällt einem nur noch der Begriff „Volksverarschung“ ein.
Denn genauso gut hätte man Spermien oder das Gehirn in Wasser geben können, um
daraus zu schließen, dass Wasser schädlich für die Fruchtbarkeit und das
Denkvermögen ist.
Ähnlich erging und ergeht es den anderen Vitaminen und neuerdings auch den
sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Leider sind derartige
pseudo-wissenschaftliche „Studien“ für den Laien kaum durchschaubar.
Ein schon groteskes Beispiel, dass die wissenschaftlichen Studien weltweit
praktisch nur Positives über Mikronährstoffe zu berichten haben und bestimmte
Interessengruppen dennoch Nachteiliges daraus schließen, war der Bericht
der National Academy of Sciences im Jahre 2000. Da wurden auftragsgemäß
auf 512 Seiten die Ergebnisse weltweiter Studien zu bestimmten Mikronährstoffen
aufgelistet – und das geriet wohl versehentlich zur Hymne auf
Nahrungsergänzungen. Beispielhaft eine Zwischenfeststellung der Autoren zu
Vitamin C:
„Unzählige Wissenschaftler berichteten über die positiven Effekte von
zusätzlichem hoch dosiertem Vitamin C, ob oral, intraarteriell oder mittels
Vasodilatation verabreicht. Die heilsamen Effekte von Vitamin C stehen noch am
ehesten im Zusammenhang mit ihren antioxidativen Effekten (Anmerkung: sind am
besten über die antioxidativen Effekte zu erklären). Vitamin C verbessert die
endothelialen Funktionen und Gefäßerweiterungen, wahrscheinlich indem
Superoxid-Radikale abgefangen werden, zelluläres Glutathion konserviert
(Anmerkung: „recycelt“) oder die intrazelluläre Stickstoffoxid-Synthese
verbessert wird.“
Obwohl die Autoren unzählige positive Beispiele für eine
Vitamin-C-Ergänzung zitieren, sprechen sie sich zum Schluss des Berichts
gegen eine Ergänzung aus. Was lediglich beweist, wie stark die
politischen Interessen sind, wenn sich sogar Wissenschaftler ihre Logik abkaufen
lassen.
Bringt man die diversen Darstellungen der pharmaorientierten Vitamingegner
auf den Punkt, dann versucht man beim Verbraucher den Eindruck zu erwecken, dass
Vitamine schädlich, gar kanzerogen seien. Die völlige Absurdität wird klar, wenn
man sich vor Augen hält, dass dann jedes Obst und Gemüse diese Kanzerogene
enthält und das seit Beginn der Menschheitsgeschichte. Insofern kann man sich
eigentlich nur wundern, dass es die Menschheit noch gibt und Vegetarier älter
als 20 werden ... Die Mär, dass die angeblich ach so kanzerogenen Vitamine im
Verbund mit den anderen Substanzen in Obst und Gemüse dann doch nicht so tödlich
sind, soll wohl das Feld dafür vorbereiten, dass Formaldehyd zwar als
Einzelstoff Krebs erregend wirken kann, im Industrieleim jedoch synergis-tisch
mit dem anderen Chemiekram in Wahrheit ein Quell des Labsals ist
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