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Verantwortlich für die Nahrungsumwandlung im Verdauungskanal sind Säuren (sie
nehmen eine erste Zersetzung vor), Gallensekrete (sie spalten vor allem Fette),
Bakterien (sie zerlegen Rohstoffe aller Art), Enzyme, Ballaststoffe und
Flüssigkeit. Damit die Nahrungsbestandteile (Aminosäuren, Glucosen, Fette) im
Organismus weiterverarbeitet werden können, bedarf es noch weiterer Substanzen,
da im übertragenen Sinne nur grobe Backsteine und Holzscheite angeliefert
wurden. Allein so entsteht noch kein Haus und brennt kein Feuer.
In der Nahrung sind auch so genannte Mikronährstoffe enthalten. Ihre
Anwesenheit ermöglicht es überhaupt erst, dass z.B. Glucose oder Fettsäuren zu
Energie umgewandelt und Aminosäuren eingebaut werden können. Mengenmäßig sind
diese Mikronährstoffe (fast) unbedeutend, aber ohne sie ist kein Leben möglich.
So gering ihre Anzahl im Vergleich zu den Nahrungshauptbestandteilen auch sein
mag – wenn sie nicht ausreichend vorhanden sind, geraten die komplexen
Stoffwechselzyklen aus ihrer Balance, mit zum Teil verheerenden Folgen für die
Gesundheit.
Neben den drei bekannten Grundelementen der Nahrung entscheiden vor allem die
Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien, Phytosubstanzen u.a. über den
eigentlichen Wert von Lebensmitteln. Damit wird ein Grunddilemma unserer
industrialisierten Nahrung deutlich: Sie enthält zwar alles Mögliche (Proteine,
Kohlenhydrate, Fette) und davon viel, aber die empfindlichen Mikronährstoffe
bleiben meist auf der Strecke.
Die scheinbar widersprüchliche Aussage, dass der Mensch meist überernährt und
dennoch mangelernährt ist, bekommt dadurch Sinn.
Man unterscheidet die Mikronährstoffe nach
Fast schon grundsätzlich ist jede systematische Einteilung unter
Wissenschaftlern umstritten; es darf also nicht verwundern, wenn man woanders
eine andere Einteilung findet. Für den Konsumenten ist es jedoch von
untergeordneter Bedeutung, ob z.B. Ubichinon den Coenzymen (Q10) oder den
Vitaminen (Vitaminoiden) zugerechnet wird. Die Grenzen der Systematik sind nicht
nur bezüglich der Funktion einzelner Substanzen fließend, es fragt sich
vielmehr, ob einige Substanzen überhaupt den Mikronährstoffen zugerechnet werden
dürfen. Einige Wissenschaftler plädieren bspw. dafür, Ascorbinsäure (Vitamin C)
nicht mehr als Vitamin zu definieren, weil sie wegen der notwendig erachteten
Menge eher den (Makro-)Nahrungshaupt-bestandteilen zuzurechnen ist.
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Zu den Vitaminen zählen:
Vitamin A (Retinol), Vitamin B1 (Thiamin), Vitamin B2
(Riboflavin), Vitamin B3 (Niacin/Nikotinamid), Vitamin B5
(Pantothensäure), Vitamin B6 (Pyridoxin), Vitamin B9
(Folsäure), Vitamin B12 (Cobalamin), Vitamin C (Ascorbinsäure),
Vitamin E (Tokopherole/Tokot-rienole), Vitamin H (Biotin), Karotenoide,
Cholin/Phosphatidylcholin/serin, Inositol, PABA.
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Zu den Mineralstoffen und Spurenelementen zählen:
Massenelemente wie Kalzium, Magnesium und Natrium, weil diese in größeren
Mengen benötigt werden. Spurenelemente wie zum Beispiel Kalium, Phosphor,
Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Selen, Fluor
und Jod werden hingegen in kleinen und
kleinsten Mengen benötigt.
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Zu den Aminosäuren zählen: Neben den acht essenziellen
Aminosäuren Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin,
Tryptophan und Valin benötigt der
Mensch noch Alanin, Aspargin, Aspartat, Cystein, Glutamat,
Glycin und Prolin.
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Die sekundären Pflanzeninhaltsstoffe sind neuerdings
immer häufiger Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, da ihre positiven
Wirkungen zum Beispiel gegen Krebs Anlass zu Hoffnung geben. Ihre Wirkungen
sind unterschiedlich: Manche Phytosubstanzen fangen aggressive Substanzen ab
oder verhindern die Abgabe/Entstehung von Krebs erregenden Stoffen, andere
wiederum blockieren die Einwirkungen von Karzinogenen an den Zielorganen. Zu
den Phytochemikalien zählt man unter anderen Indole (Brokkoli, Weißkohl),
Chytosterole (Soja, Hülsenfrüchte), Flavonoide (Zitrusfrüchte, Zwiebeln,
Trauben), Isoflavone (Soja, Hülsenfrüchte),
Anthocyanoside (Auberginen, Blutorangen), Saponin (Knoblauch, Zwiebeln), Karotinoide
und Capsacain (Paprika).
Die Einteilung von Substanzen ist meist ein Thema für sich. In aller Regel
sucht man irgendeine Gemeinsamkeit, die sinnvoll erscheint und sich
möglicherweise später als ziemlich willkürlich herausstellt. Oft sind diese
Klassifizierungen auch derart kompliziert, dass man als Laie ohnehin nichts
damit anfangen kann. Während Fette durch ihre chemische Struktur definiert sind,
werden Vitamine durch mehrere Charakteristika beschrieben (kleinste Mengen,
bestimmte Wirkung usw.).
Manchmal führen auch neue Entdeckungen zu einer neuen Systematik. Als der
Ablauf und Umfang der Oxidationen im menschlichen Körper „entdeckt“ wurden, fand
man auch Substanzen, die den fehlgeleiteten Oxidationen entgegenwirken:
Man nannte sie Antioxidanzien. Diese wiesen jedoch so gar keine Übereinstimmung
mit allen bis dato gebräuchlichen Einteilungen auf. Viele unterschiedliche
Substanzen (Vitamine, Spurenelemente, Aminosäuren, Phytochemikalien) sind
funktional Antioxidanzien. Die Einteilung bezieht sich demnach nicht auf
eine äußerliche Übereinstimmung, sondern auf eine allen gemeinsame chemische
Verwendungsart. |