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Die westliche Medizin sieht den Menschen als eine Ansammlung einzelner Organe. Die asiatische Anschauung geht vom Menschen als Ganzes aus. Beide Ansichten haben Vor- und Nachteile. Insofern ist es erfreulich, dass die westliche Medizin zunehmend Anleihen beim Osten nimmt und umgekehrt. Leider sind wir noch weit davon entfernt, den wesentlichsten Grundpfeiler des östlichen Gesundheitswesens zu übernehmen: die konsequente Vorsorge bzw. Gesunderhaltung.

Vereint man beide Grundideen, dann ist Gesundheit das Funktionieren aller Organe einerseits und die Harmonie des Ganzen andererseits. Erst wenn alle Komponenten auf Dauer im Gleichgewicht sind, werden wir mit Wohlbefinden belohnt. Gemäß dieser Definition hat es wenig Sinn, nur die Symptome einer Krankheit oder eines „Unwohlseins“ zu kurieren. Gleichzeitig gilt es, die Ursachen anzugehen. Für das westliche Gesundheitssystem steht die Beseitigung der akuten Symptome im Vordergrund. Die Klärung des krank machenden Anlasses und dessen dauerhafte Beseitigung sind wirtschaftlich nicht profitabel. Das Gesundheitswesen zahlt nur bei Krankheit.

Die ganze Tragweite dieser falschen Zielrichtung wird vor allem bei dem Debakel um Krebs deutlich. Milliardeninvestitionen für kaum wahrnehmbare Fortschritte in der Therapie, aber kaum Geld für Vorsorge. Es ist grotesk: Die Kassen zahlen klaglos Unsummen, um die Beerdigung eines Krebspatienten so lange wie möglich hinauszuschieben, aber über die Kosten einer vorbeugenden Schadstoffanalyse der Wohnung wird gefeilscht. Gesundheit und Vorsorge bleiben weiterhin Privatsache.

Nach heutigem Kenntnisstand kristallisieren sich zwei große Krankmacher heraus: Überbelastung (Stress) und mangelhafte Ernährung. Sie haben eine Unzahl von Krankheiten im Gefolge, die sich oftmals nur unspezifisch äußern. Das bedeutet, dass der Arzt keine klare Diagnose stellen kann, die wiederum Voraussetzung für eine gezielte (Symptom-)Therapie ist. Der Patient ist zwar nicht gesund, aber auch nicht „richtig“ krank.
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