| Sind die amerikanischen Mikronährstoff-Produkte
sicher?
Ja. Bekannte Hersteller wie z.B. die Twinlab Laboratories sind schon
seit Jahrzehnten in den USA auf dem Markt und verfügen demnach über eine große
Erfahrung. Vergleicht man die viel strengere Produkthaftung der Amis bei
gleichzeitig etwas schrillen Konsumgewohnheiten des US-Verbrauchers, dann liegt
es auf der Hand, dass die Hersteller dort kaum ein Risiko eingehen (können).
Darüber hinaus werden hoch dosierte Mikronährstoffe in den USA bereits seit
Jahrzehnten konsumiert und sind dort frei verkäuflich. Das ergibt Millionen
Konsumenten über einen langen Beobachtungszeitraum: Von irgendwelchen
gesundheitsschädlichen Wirkungen ist nichts bekannt.
Bekanntes Beispiel: Melatonin ist in Deutschland verboten, in den USA seit 20
Jahren im Supermarkt erhältlich. Von Nebenwirkungen ist dort nichts bekannt,
obwohl es dort zu den gängigsten Ergänzungen gehört – und US-Anwälte gerne aktiv
werden ...
Viele US-Produkte enthalten neben dem eigentlichen Hauptwirkstoff
(Arginin, Phenylalanin, Vitamin C u.a.) noch weitere Vitamine, Spurenelemente
usw. Muss man diese zusätzlichen Mikronährstoffe nicht beim Gesamtbedarf
berücksichtigen?
An und für sich enthalten abgestimmte Rezepturen nur jene Vitalstoffe
zusätzlich, die vom Hauptwirkstoff (z.B. Arginin) auch zusätzlich verbraucht
werden. So kann man bspw. Vitamin C auch pur nehmen, aber es braucht und
verbraucht z.B. Flavone zur optimalen Verwertung. Wird demnach eine bestimmte
Substanz vermehrt zugeführt, dann tut man in der Regel gut da-ran, die mit der
Verwertung dieser Substanz in Zusammenhang stehenden Stoffe ebenfalls zu
erhöhen. Bei den abgestimmten Mixturen wurde dies von vornherein berücksichtigt.
Wir empfehlen sogar, abgestimmte Mixturen den Monopräparaten vorzuziehen –
sofern vorhanden.
Welche Nebenwirkungen können Mikronährstoffe haben?
Im Prinzip keine. Aber Ausnahmen gibt es immer. Niacin löst einen an sich
harmlosen „Flush“ aus, zu hohe Vitamin-C-Dosierungen können zu Durchfall führen,
zu viel Phenylalanin kann den Blutdruck erhöhen usw. „Zu viel“ kann also zu so
genannten Nebenwirkungen führen, die mal mehr, mal weniger schädlich sind.
Darüber hinaus gibt es Personen mit bestimmten Lebensmittel-Unverträglichkeiten;
meistens wissen die Betroffenen (z.B. Diabetiker), was sie nicht vertragen.
In seltenen Fällen wurden uns Symptome geschildert, die mit einer
„Entgiftungs-Reaktion“ und/oder Stoffwechseländerungen des Organismus in
Verbindung zu stehen scheinen (z.B. häufigerer Stuhlgang). In praktisch allen
Fällen verschwanden diese Symptome nach einiger Zeit von allein wieder. Bei
Zweifel immer einen Arzt des Vertrauens hinzuziehen. Und wenn der von dieser
Thematik keine Ahnung hat, dann kann man ihm/ihr mit der Überlassung
entsprechender Literatur vielleicht etwas auf die Sprünge helfen.
Wenn man ein Basisprodukt in der empfohlenen Dosierung nimmt und dann noch
mit einigen anderen Produkten/Substanzen ergänzt, kann man schnell auf zwei
Dutzend Pillchen pro Tag kommen. Ist das nicht zu viel?
Nein. Mikronährstoffe sind hoch konzentrierte Nahrungsmittel, genauer gesagt
Nahrungsmittelinhaltsstoffe. Allerdings beanspruchen diese Substanzen ein
gewisses Volumen. Der Vergleich einer Nährstoff-Tablette mit einer
Medikamenten-Tablette geht an der Sache vorbei. Vergleichen Sie das Volumen von
NEM besser mit einem Stück Brot oder einem Apfel. Schädliche Wechselwirkungen,
wie sie bei Medikamenten denkbar sind, dürften ebenfalls nicht auftreten, da es
Substanzen sind, die auch in unseren Nahrungsmitteln von Natur aus in
kunterbunten Mischungen und Dosierungen anzutreffen sind.
Ich leide an der XY-Krankheit, können Sie mir etwas empfehlen?
Nein. Der therapeutische Bereich ist und bleibt den Ärzten vorbehalten. So
will es das Gesetz. Und es scheint uns grundsätzlich geradezu fahrlässig, wenn
sich irgendjemand „Ferndiagnosen“ anmaßt, ganz zu schweigen von Ferntherapien.
Krankheitssymptome ähneln sich oftmals sehr und können doch völlig
unterschiedliche Ursachen haben. Um dennoch Hinweise geben zu können, entstand
das Buch „Vitamine helfen heilen“, van Lunteren/Ehmann, J. Kamphausen Verlag.
Daraus lassen sich Anregungen zu bestimmten therapeutischen Bereichen entnehmen.
Gibt es eine Tabelle – ähnlich wie die der DGE –, in der man die modernen
Dosierungsempfehlungen nachschlagen kann?
Jein. Man kann zwar als gesichert ansehen, dass die Dosisempfehlungen der
Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) völlig überholt sind, aber welche
Dosierung von z.B. Vitamin E nach modernerer Auffassung „richtig“ ist, darüber
ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Hauptproblem ist dabei, dass sich der
tatsächliche Bedarf sehr viel stärker nach den individuellen Lebensgewohnheiten
richtet, als man lange Zeit ahnte. Jede moderne Empfehlung (siehe
Dosierungstabelle) sollte demnach als grober Richtwert gesehen werden.
Deswegen kann auch jeder Hersteller problemlos behaupten im Besitz der
Wahrheit zu sein und das optimalste Produkt anzubieten. Die optimale
Nahrungsergänzung für jeden dürfte es genauso wenig geben wie die optimale
Kalorienzufuhr für alle. Beispiel: Während die DGE um die 12 mg Vitamin E
empfiehlt, rät die renommierte Berkeley Universität zu einer täglichen Einnahme
um die 400 IE. Dazwischen kann man – je nach Autor – jede Variante
finden. |