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Mit etwa 77.000 Todesfällen im Jahr sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen
unbestritten die Todesursache Nr. 1. Betraf es früher vorwiegend ältere
Menschen, trifft der Blitztod heute zunehmend 30- bis 40-jährige Männer und
Frauen. Was im Klartext bedeutet, dass die Anfänge der Erkrankung (die
Gefäßschäden) zunehmend bereits im Jugendalter liegen. Die WHO spricht von einer
drohenden Pandemie (über viele Länder ausgeweitete Epidemie) und schätzt, dass
im Jahr 2020 jeder zweite Todesfall durch Arteriosklerose verursacht sein wird.
Das Hauptproblem sind dabei die arteriosklerotischen Veränderungen im
Blutgefäßsystem. Das allmähliche Verstopfen der Blutgefäße kann vor allem in
Hirn- und Herzregionen zu akuten, lebensbedrohlichen Zwischenfällen (Infarkte)
führen. Kritische Schwachstelle ist, neben dem Gehirn, vor allem das Herz. Es
ist zwar eine Blutpumpe, kann sich jedoch nicht von dem gepumpten Blut ernähren.
Hierfür ist eine eigene Versorgung, die Herzkranzgefäße, zuständig. Wenn man von
Herzkrankheiten spricht, meint man meist Versorgungsstörungen in diesen so
genannten Koronararterien. Das Problem sind u.a. die sehr feine Struktur der
Herzgefäße, die starke Beanspruchung und die Empfindlichkeit des Herzmuskels im
Falle einer Mangelversorgung. Arteriosklerotische Veränderungen (völlige
Verstopfung = Infarkt) sind in diesem Bereich daher lebensgefährlich.
In diesem Zusammenhang galt Cholesterin (Blutfett) sehr lange als
Ursache arteriosklerotischer Veränderungen und wurde als böses Omen auf
dem Weg zum Herzinfarkt betrachtet. Inzwischen sieht man im Cholesterin eher
eine Folge vorangegangener Schädigungen bzw. eine Notfallreaktion des
Organismus. Auch wenn man sich heute mehr den eigentlichen Ursachen zuwendet und
z.B. oxidative Prozesse von Anfang an zu minimieren versucht, wird man bemüht
sein, zu hohe Cholesterinwerte zu senken. Dabei geht es vor allem um das
Verhältnis des „guten“ HDL zum „bösen“ (oxidierten) LDL.
Bei der Suche nach dem bzw. den Auslösern der Arteriosklerose hat es bis dato
an der Vielzahl unterschiedlicher Erklärungsversuche nicht gefehlt. Inzwischen
nähern sich die vielen Detailerkenntnisse einem gemeinsamen Nenner: Immer
deutlicher zeichnet sich das Bild einer klassischen chronischen Entzündung ab.
Bereits Rudolf Virchow (1821-1902) entdeckte Entzündungszellen in
arteriosklerotischen Plaques. Seitdem stößt man immer wieder auf so genannte
Biomarker (wie z.B. Fibrinogen), die auf Entzündungsprozesse hinweisen. In der
Oktoberausgabe 2000 des New England Journal Of Medicine erschienen gleich
drei Artikel, die einen Zusammenhang zwischen erhöhten Entzündungsmarkern und
dem Infarktrisiko nachwiesen. Erneut wurde festgestellt, dass bei hohen
Fibrinogenkonzentrationen das Infarktrisiko um das Doppelte zunahm und hohe
Konzentrationen C-reaktiver Proteine das Risiko an einem Die in manchen Studien
festgestellten Viren und/oder Bakterien sind sehr wahrscheinlich nicht
eigenständige Ursache, sondern ähnlich wie Cholesterin Folge der chronischen
Entzündungsprozesse. Denn die Gabe von Antibiotika verringerte das Infarktrisiko
nicht.
Man geht daher davon aus, dass es sich um einen Entzündungsprozess in den
Gefäßwänden (Endothel) ohne ursächliche Beteiligung von Bakterien oder Viren
handelt. Über die Auslöser der Entzündung wird noch gerätselt. Dass es hierfür
bestimmte genetische Prädispositionen geben mag, wäre auch nicht weiter
ungewöhnlich.
Den Anfang und das Ende dieser Entzündungsreaktionen, die miteinander
verwoben sind, zu erfassen dürfte noch etwas dauern. So stellte man
beispielsweise fest, dass die Cytokine (Interleukin 1B, Interleukin 6,
Tumornekrosefaktor Alpha) der Leber mit der Bildung des Entzündungsmarkers
Fibrinogen oder des C-reaktiven Proteins (aber auch mit Krebs) im Zusammenhang
stehen. All diese und andere Begleitumstände scheinen den Boden dafür zu
bereiten, dass die Blutplättchen Schaden nehmen und sich am Endothel aufreiben.
Wenn sie dabei platzen, folgt eine Kettenreaktion, die man sich vielleicht noch
am besten als amoklaufenden Reparaturversuch des Organismus vorstellen kann.
Aber all diese komplexen Details sind für den Laien schwer verständlich – und
für ihn ohne praktische Bedeutung. Deutlich wird dabei jedoch, dass die
herkömmlichen (Cholesterin-)Untersuchungen der Sache nicht gerecht werden.
Experten empfehlen daher schon länger die Parameter zur Risikoabschätzung
erheblich zu erweitern, um den Umfang einer chronischen Entzündung besser
konstatieren zu können.

Wie ersichtlich, misst man den Cholesterinwerten nicht
mehr jene Bedeutung bei, die jahrelang üblich war. Zwar gelten Werte unter 200
mg/dl nach wie vor als ideal, aber eine geringfügige Abweichung nach oben
scheint akzeptabel, wenn dafür die LDL-/HDL-Relation und die anderen Werte
stimmen. Bedauerlicher Alltag dürfte allerdings sein, dass die meisten Ärzte
nicht mal wissen dürften, wovon hier die Rede ist. Geschweige denn dass oben
genannte Untersuchungen zum Standardrepertoire des praktischen Arztes
gehören.
So komplex die Erklärungsversuche zur Entstehung und Entwicklung der
Arteriosklerose auch sein mögen, klar ist die immense Wichtigkeit, diese
Erkrankung in den Griff zu bekommen. Bisher bastelten die „Pharmas“ medikamentös
an den Symptomen der Folgen (Infarkt) herum, was bereits ein Riesengeschäft ist.
Würde die Arteriosklerose tatsächlich als eigenständige Erkrankung anerkannt
werden, dann wäre das für Big Pharma ein gigantisches Geschäft (und der Konkurs
der Krankenkassen). Dabei entpuppten sich die Mikronährstoffe wieder mal als
harte Konkurrenz, denn bisher konnte man mit ihnen erstaunliche Erfolge zur
Vermeidung oder Besserung der Arteriosklerose und deren Folgen erzielen.
Angefangen mit Vitamin C: Bereits eine Erhöhung der täglichen Dosis auf 500
mg senkt das Infarktrisiko drastisch. Erklärungen dafür findet man erst
allmählich: Eine der unzähligen Studien wies z.B. nach, dass eine tägliche
Vitamin-C-Dosis von 2.000 mg die Neigung zur Blutplättchenaggregation drastisch
senkte (der Index ging um 27% zurück), das Cholesterin um 12% reduzierte und die
fibrinolytische Aktivität (Zerstörung des schädlichen Fibrinogens) um 45%
erhöhte. (Weniger Vitamin C als 2.000 mg täglich brachte übrigens gar
nichts.)
Die Blutplättchenaggregation konnte z.B. mit Acetylsalicylsäure, grünem Tee,
Ginkgo biloba, Knoblauch und Vitamin E gesenkt werden. Vitamin A, Betakaroten,
Oliven- und Fischöl senkten das Fibrinogen. Folsäure, TMG, Vitamin
B12 und Vitamin B6 reduzierten das Homocystein (hohe
Homocys-teinwerte verhindern den natürlichen Abbruch des schädlichen
Fibrinogens).
Der Zusammenhang zwischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nahrung bzw. kaum
noch vorhandenen Mikronährstoffen darin ist nicht mehr bestreitbar. Das New
England Journal Of Medicine brachte es bereits 1988 auf den Punkt: „Iss
richtig und nimm ein Multivitamin.“
Es wäre für das medizinisch-industrielle Kartell der Untergang, wenn es sich
herumsprechen würde, dass auch die Ursache der Arteriosklerose nichts anderes
ist als eine „einfache“ Mangelernährung. Gott sei Dank gibt es etliche
natürliche Wege, dem Herzen bei der Arbeit zu helfen und/oder die Risiken zu
senken – ohne Nebenwirkungen. |