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Spätestens mit dem Beginn der Menopause stellt sich für viele Frauen die Frage, ob und inwiefern eine Hormontherapie (Östrogenergänzung) sinnvoll ist, um Symptome wie Hitzewallung, nächtliches Schwitzen, Trockenheit der Vagina usw. zu lindern. Zwar kann die Zufuhr von Hormonmedikamenten den Zustand bessern und langfristig sogar das Risiko von Herzerkrankungen und Osteoporose senken, aber die Kehrseite scheint u.a. eine Erhöhung des Brustkrebsrisikos zu sein.

Während etwa 75% aller europäischen Frauen über die Menopause klagen, leiden asiatische Frauen wesentlich weniger (20%) unter den Folgen; gleichzeitig ist ihr Brustkrebsrisiko geringer. Bemerkenswert ist die Feststellung, dass das Brustkrebsrisiko japanischer Frauen, die nach den USA emigrierten und auf die dort übliche Ernährung umstellten, drastisch stieg. Ursprünglich suchte man die Zusammenhänge in den Nahrungsfetten. Danach suchte man die Ursache im Soja. Man vermutet schon länger, dass durch die Verwendung von Soja das Risiko von Prostata-, Brust-, Colon- und Hautkrebs erheblich gesenkt wird. Gleichzeitig soll Soja vor Herzerkrankungen und Osteoporose schützen.

Die Krebs hemmende Wirkung des Soja führt man auf die darin reichlich enthaltenen Phytoöstrogene (engl.: Natural Oestrogen) zurück. Eine besondere Untergruppe sind dabei die Isoflavone: Zu dieser chemischen Familie gehören u.a. Daidzin, Genistein, Glycitin und Saponin. Man geht derzeit davon aus, dass das Genistein der entscheidende Faktor ist. Gestützt wird die Vermutung durch Untersuchungen an Vegetariern, die ebenfalls vermehrt Genistein im Urin haben. Im Tierversuch konnte außerdem gezeigt werden, dass bei Ratten, die Soja erhielten, das Tumorwachstum verhindert wurde.

Nach heutigem Kenntnisstand beeinflussen die Isoflavone die Signalverarbeitung in Sachen Östrogen. Und sie unterbinden die Neubildung von Blutgefäßen (Angiogenese), indem sie das Wachstum (Proliferation) der  Oberflächenzellen (Endothelzellen) hemmen. (Lexikon der Biochemie und Molekularbiologie, Herder, 1995)

Während man sich über den Krebs hemmenden Effekt von Soja noch streitet, kam man zu einem Konsens in Sachen Herzerkrankung/Cholesterin. Studien haben inzwischen eindeutig belegt, dass der tägliche Genuss von Soja (ab 50 g) den Blutcholesterinspiegel senkt. Wenn man Soja allerdings nur als Alibi-Beilage zur Kalbshaxe benutzt, dann kann man die positive Wirkung in den Kamin schreiben ...

Das ist „allgemein anerkannt“: So hat die FDA (amerikanisches Bundesgesundheitsamt) erklärt, dass der Verzehr von 25 g Sojaeiweiß pro Tag – selbstverständlich gemeinsam mit einer auch sonst gesunden Kost – das Risiko einer Herzerkrankung senken kann. Dabei beruft sie sich auf mehr als 50 Studien zu diesem Thema.

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