| Fette bzw. Öle unterscheiden sich nur nach ihrem sog.
Schmelzpunkt. Beide sind prinzipiell gleich aufgebaut: Sie bestehen aus einem
Glycerin-Atom und dem „Rest“. Da dem Glycerin keine weitere Bedeutung zukommt,
betrachtet man nur den „Rest“ des Moleküls, die Fettsäure. Die besteht wiederum
aus mehreren Kohlenstoffatomen, die nach dem Sättigungsgrad (Bindungen) in
gesättigte und ungesättigte Fettsäuren unterschieden werden.
Bei der seit Jahren währenden Auseinandersetzung über die Vor- und Nachteile
gesättigter, einfach und mehrfach ungesättigter Fettsäuren kristallisierte sich
lediglich eindeutig heraus, dass die heutige Nahrung im Allgemeinen zu viel Fett
enthält. Folglich rät man zu einer Vermeidung von Fetten schlechthin. Es wird
dabei allerdings leicht übersehen, dass der Mensch Fett braucht und nicht alle
Fette gesundheitlich bedenklich sind.
Zu den Fetten, die der Organismus unbedingt braucht, gehören die
essenziellen Fettsäuren, wie z.B. die Omega-3-Fettsäuren. Diese werden zu
den hormonähnlichen Eicanosiden umgebaut, die für Entzündungsreaktionen,
Blutgerinnung, Blutdruck, Abwehrreaktionen usw. zuständig sind.
Der Mangel an Omega-3-Fetten in der üblichen modernen Nahrung steht in
Zusammenhang mit Zivilisationskrankheiten wie Arteriosklerose, Knochenschwund,
Schuppenflechte, Rheuma, Darmkrebs u.a. Mehrere langjährige Studien wiesen
inzwischen die eindeutig positiven Effekte nach: Bereits 6 g Fischfett (enthält
Omega-3-Fettsäuren) im Monat können die Zahl der Herzinfarkte und
Herzstillstände halbieren. Man führt die Wirkung u.a. darauf zurück, dass
Omega-3-Fette den Cholesterinspiegel zu senken vermögen und die Aufnahme anderer
Fette in den Körper verhindern können (Teflon-Effekt).
Für die Ernährung im Allgemeinen gilt, dass von den nutzlosen Fetten zu viel,
von den essenziellen Fetten (Alpha-, Gammalinolen, Omega-3-Fettsäuren) zu wenig
gegessen wird. Kurzformel: Zu viel fettes Fleisch, zu wenig fetter Fisch.
Fisch (Fischöl, Lebertran) gehört zu den wichtigsten Lieferanten der
Omega-3-Fettsäuren. Über die sinnvolle Dosierung ist man sich – wie üblich –
nicht allgemein einig. Bereits 6 g Fischöl im Monat zeigen Wirkung, 3 g Fischöl
bzw. 30 Gramm Makrele täglich gelten als Mindestbedarf. Man empfiehlt die
Einnahme kurz vor den Mahlzeiten.
Fisch oder konzentrierte Fischölprodukte werden nicht von jedem vertragen.
Bei Unverträglichkeiten kann man auf andere Ressourcen wie z.B. Perillaöl (siehe
dort) ausweichen.
Grundsätzlich gilt für alle Produkte, die Öle enthalten, dass sie gekühlt und
geschlossen gelagert werden sollten, da Öle zur Oxidation neigen. Bei Kapseln
(meist Softgels) kann man hier bis zu einem gewissen Grad mit beigefügten
Antioxidanzien (z.B. Vitamin E) dem schnellen Verderb vorbeugen. Übrigens
gleichzeitig ein Hinweis, dass Antioxidanzien, die der Hauptsubstanz zugesetzt
werden, nicht unbedingt zur eigenen Tagesration dazugerechnet werden
dürfen: Das Vitamin E in Ölen ist meist nur für den Schutz des Öles selbst
gedacht. |