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In Sachen Nahrung braucht man sich über die Summe an Theorien und Ratschlägen nicht zu beklagen. Fasst man alle Ratgeber zusammen, dann scheint die unschädlichste Nahrungsaufnahme noch die komplette Nahrungsverweigerung zu sein.

Welche Theorie oder Diät auch immer, die Anhänger gehen in die Zigtausende, die nachvollziehbaren Fakten streben hingegen auf null zu. Praktisch jede Theorie wartet mit einem Wust an Halbwahrheiten und falschen Schlussfolgerungen auf. Auch populäre alte Nahrungslehren basieren auf einem Gemisch von Spekulationen, von denen kaum eine haltbar ist.

Liest man ein Buch über Nahrung, dann entsteht der Eindruck, dass der Stein der Weisen (durch den Autor) endlich gefunden wurde. Liest man zwei Dutzend Bücher über dieses Thema, dann hat man 24-mal „die Wahrheit geschaut“. Liest man 100 Bücher über Nahrung, dann dämmert einem allmählich, dass die einzige Tatsache die ist, dass es über Nahrung und deren Verwertung im Körper kaum eindeutige Fakten gibt. Traurig, aber wahr: Erst relativ spät wandte sich die Naturwissenschaft intensiver der alltäglichen Nahrungsaufnahme zu. Und bis dato ist die Ausbeute an gesicherten Erkenntnissen vergleichsweise mager. Dabei schwimmen die lautstark propagierten Diäten aller Art teils völlig im wissenschaftlichen Vakuum.

Dennoch scheinen alle Diäten irgendwie zu wirken – zumindest bei den Protagonisten. Auf dem Prüfstand objektivierbarer Kriterien reduzieren sich wohltönende Nahrungslehren hingegen zu subjektiven Eindrücken und schieren Glaubenssätzen. Vor allem zu den ständig neuen Diätbüchern lässt sich bestenfalls feststellen, dass der Anspruch, im Besitz der Wahrheit zu sein, umgekehrt proportional zu den Fakten ist.

Es gibt nur wenige gesicherte Tatsachen – und die sind vernichtend: Je rigider die Diät-Regeln, desto gefährdeter ist die Kontrolle über das Essverhalten (R. Laessle, Forschungszentrum Psychobiologie und Psychosomatik, Uni Trier). Die Folge sind allzu oft Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Müdigkeit, erhöhte Reizbarkeit, Konzentrationsprobleme usw. Wäre dieser Selbstkasteiung wenigstens gewisser Erfolg beschieden, dann könnte man es vielleicht noch hinnehmen. Aber die Deutschen sind trotz des allgemeinen Diäten-
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