| Bei einem Blutzuckerspiegel (Glukose) unter 50 mg/ml
spricht man von Unterzuckerung oder Hypoglykämie (Normwert: 100 mg). In
geringerem Umfang und vorübergehend kann ein solcher Zustand bei jedem Menschen
vorkommen, der zum Beispiel längere Zeit nichts gegessen hat, denn mit Glukose
ist nicht (nur) der Haushaltszucker gemeint, sondern der Baustein der
Kohlenhydrate. Eine Untzerzuckerung kann gelegentlich auch bei erhöhter
körperlicher Belastung auftreten, zum Beispiel bei der Arbeit oder beim Sport.
Im Normalfall reicht es, etwas zu essen. Da Glukose der Brennstofflieferant ist,
kann der gesamte Organismus in eine Energiekrise mit vielseitigen klinischen
Symptomen geraten, wenn der Glukosemangel länger anhält: Die Folgen reichen von
einer vorübergehenden Schwäche, Hungergefühl, Schweißausbrüche und Zittern, in
krankhaften Fällen über Bewußtlosigkeit bis hin zum Tod (hypoglykämischer
Schock). Vor allem bei Diabetikern kann es wegen der nicht immer genauen
Insulinverabreichung zu hypoglykämischen Symptomen kommen. Allerdings gibt es
auch einige Erkrankungen, die mit einer ständigen Hypoglykämie einhergehen und
behandelt werden müssen. In jedem Fall muß durch einen Arzt abgeklärt werden, ob
es sich bei der Hypoglykämie um einen Insulinüberschuß oder eine gestörte
Glukoseverwertung handelt.
Sofern es sich um eine Übermaß an Insulin handelt, haben sich Cystein,
Vitamin B1 und Vitamin C bewährt. Diese Substanzen können
hypoglykämische Attacken mindern. Bei folgender Dosierung ist eine Wirkung zu
erwarten:
Cystein: 500 mg
Vitamin B1: 250 mg
Vitamin C: 1.500 mg
Diese Mengen gelten für sieben Tage. In der zweiten Woche steigert man die
Dosierung auf zweimal täglich, in der dritten Woche auf dreimal täglich. Auch
eine individuell höhere Dosierung ist möglich.
Sonderfall: Ein Abfall des Blutzuckers kann auch daran
liegen, daß in der Leber gespeichertes Zucker (Glykogen) nicht verstoffwechselt
wird. Dies trifft vor allem bei Leberparenchymschäden zu. Man vermutet dahinter
einen Mangel am Vitamin B6 und Chrom. Manchen Betroffenen ist bereits
mit 100 bis 250 mg Vitamin B6 und 200 mcg Chrom täglich geholfen.
Falls Erfolge ausbleiben, kann die Dosis auch erhöht werden.
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