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Fast jeder vierte Deutsche leidet unter Schlafstörungen. hat Schlaflosigkeit kann viele Ursachen haben. Schlafstörungen können sich auch sehr verschieden äußern. Generell unterscheidet man folgende Formen:

Einschlafstörungen

Durchschlafstörungen

Vorzeitiges Erwachen

Die meisten Schlafstörungen sind nicht organisch bedingt, ihre Ursachen liegen in seelischen Belastungen, unbewältigtem Streß und einer Vielzahl äußerer störender Einflüsse. Die Wissenschaftler sind sich darüber einig, daß Schlafstörungen -- ganz gleich, um welche Variante es sich handelt -- Folgen von Aufregungen (positiver wie negativer Art) sind. Folgende Faktoren können eine Rolle spielen:

Streß

Schichtarbeit

Zu langes Fernsehen/aufwühlende Filme

Probleme in der Partnerschaft/im Beruf/mit Freunden

Alkoholmißbrauch

Üppige Mahlzeiten nach 20 Uhr

Schlechter Schlafplatz

Elektrosmog (Stromkreise in der Nähe des Bettes)

Nach einer gründlichen Betrachtung der Hintergründe für die Schlafprobleme sollten die eigentlichen Ursachen angegangen werden. Starke Schlafmittel sind gefährlich, weil sie nur vordergründig die Symptome bekämpfen, die Situation auf längere Sicht gesehen jedoch verschlimmern, weil sie häufig in die Abhängigkeit führen.

Melatonin  Wir wissen heute, daß das Hormon Melatonin eine wichtige Rolle beim Ein- und Durchschlafen spielt. Die Pinealdrüse im Gehirn produziert nachts das Melatoninhormon und versetzt den Organismus damit in Schlafbereitschaft. Die Pinealdrüsen jüngerer Menschen fangen mit ihrer Produktion schon an, wenn das Tageslicht weniger wird, und setzen die Melatoninausschüttung etwa fünf Stunden fort. Sie ermöglichen damit den Eintritt in verschiedene Schlafstadien, sorgen für einen durchgehenden Schlaf und geben damit vor allem jüngeren Menschen das Gefühl, am nächsten Morgen frisch und tatkräftig aufzuwachen. Mit zunehmendem Alter läßt die Funktion der Pinealdrüse nach, mit der Folge, daß der erholsame Schlaf nicht mehr ganz so selbstverständlich, wie dies zum Beispiel bei Kindern der Fall ist. Um besser einschlafen zu können, empfehlen sich bestimmte körpereigene „Müdmacher“ -- allen voran Melatonin.

Hinweis: Besonders in Deutschland wird gerne darauf hingewiesen, daß mit Melatonin (angeblich) keine Langzeiterfahrungen vorliegen. Dieser Behauptung stehen allerdings zahlreiche wissenschaftliche Fakten gegenüber. Viele internationale Untersuchungen erbrachten den Nachweis, daß es sich bei Melatonin um eine sehr sichere und effektive Therapie handelt. Gäbe es eine Nutzen-Risiko-Kosten Hitliste, dann stünde Melatonin vermutlich auf Platz eins, verschiedene andere handelsübliche Produkte wie Valium, Librium und andere würden wesentlich weiter hinten rangieren.

Melatonin wird abends vor dem Zubettgehen eingenommen. Wann die Wirkung genau einsetzt, ist von mehreren Faktoren abhängig. Neueste Daten lassen vermuten, daß die Effektivität von Melatonin am größten ist, wenn man es zwischen 22 und 24 Uhr einnimmt. Dann fällt die Zeit der Hauptwirkung zusammen mit der maximalen Melatoninproduktion im Körper (etwa 2 Uhr nachts). Ein Vergleich diverser Verabreichungsformen (Kapseln, Tabletten, retard, sublingual usw.) ergab keine besonderen Unterschiede. Die gängige Dosierung beträgt 3 mg, kann jedoch von Fall zu Fall erheblich abweichen. Mit der 3 mg-Dosierung ist dem Gros der Betroffenen ausreichend geholfen. Etliche Personen schlafen dadurch zwar gut ein, aber nicht durch, eben weil Melatonin im Organismus als körpereigene Substanz rasch verarbeitet wird. Inzwischen wurde in den USA ein Produkt entwickelt, das sowohl für die rasche Zufuhr als auch für die verzögerte Abgabe (retard, sustained release) geeignet ist. Mit der raschen Zufuhr von 2,5 mg Melatonin wird schnell die erwünschte Einschlafmüdigkeit erreicht, während der Anteil der verzögerten Darreichungsform von ebenfalls 2,5 mg das Durchschlafen garantieren soll. Weitere schlaffördernde Substanzen sind:

Pyridoxal-5-Phosphat  Bei dieser Substanz handelt es sich um einen (nicht-stimulierenden) Vertreter der Vitamin B6-Familie. Es wandelt das im Organismus vorhandene Tryptophan in (einschläferndes) Serotonin um.

Vitamin B12  Dieses Vitamin wird für das Wachstum und die Teilung der Zellen, besonders für die roten Blutkörperchen benötigt. Mangelerscheinungen führen zu Blutarmut und Störungen des Nervensystems. Besonders bei langer streng vegetarischer Ernährung kann es zu Mangelerscheinungen kommen, da Pflanzen sehr wenig Vitamin B12 enthalten. Das Vitamin unterstützt den Schlaf, indem es zur Regulierung des zikardianen Rhythmus beiträgt.

Chrompicolinat und Chrompolynicotinat  Beide Mittel normalisieren die Blutzuckerwerte. Erhöhte Serumkonzentrationen sind dem Schlaf nämlich hinderlich.

Niacinamid, Ascorbat, Inositol  Sie gelten als „Müdmacher“.

Alle hier genannten Substanzen gelten in den üblichen Dosierungen als gesundheitlich völlig unbedenklich; auch bei Langzeitanwendung sind keine Schäden zu erwarten. Ein Produkt aus einem oder mehrerer dieser Inhaltsstoffe kann über mehrere Jahrzehnte hinweg genommen werden.

Wichtig: Vor gängigen synthetischen Schlafmitteln, die Benzodiazepin, Barbiturate usw. enthalten, raten wir dringend ab. Sie fördern zwar das Einschlafen, aber der Schlaf ist nicht erholsam, sondern narkotisierend. Hinzu kommt die schnelle Gewöhnung mit der Notwendigkeit einer Dosiserhöhung (Suchtgefahr!).

Gerade bei Schlafstörungen kann man mit Heilpflanzen viel bewirken. Folgende Heilpflanzen fördern einen ruhigen, erholsamen Schlaf:

Baldrian  Diese sanft wirkende Heilpflanze wird in unzähligen Produkten verwendet. Baldrian wirkt auf das zentrale Nervensystem ähnlich wie Benzodiazepin (zum Beispiel Valium). Die Valerensäure des Baldrian wirkt krampflösend und sorgt dafür, daß auch die körperliche Anspannung nachläßt, die oft ein Einschlafen unmöglich macht. Diverse Untersuchungen lassen den Schluß zu, daß gegen eine vorübergehende Verwendung von Baldrian nichts einzuwenden ist, aber die angebliche Harmlosigkeit verführt zum Dauergebrauch. Ähnlich wie Valium kann der häufige Gebrauch von Baldrian zur Gewöhnung führen. Auch kann die häufige Einnahme von Baldrian Leberschäden und Einschränkungen im zentralen Nervensystem hervorrufen.

Hopfen und Passionsblume  Der Hopfen enthält die Bitterstoffe Humulon und Lupulon. Diese wirken spannungsausleitend und fördern das Einschlafen insbesondere bei Nervosität. Für diese Heilpflanzen gelten die gleichen Einschränkungen wie für Baldrian. Sie sind im Dauergebrauch keineswegs so harmlos, wie man allgemein annimmt. Dennoch sind sie chemischen Mittel in jedem Fall vorzuziehen.

Einschlaffördernd wirken auch Johanniskraut, Melisse und Lavendel. Sie sind auch bei Dauergebrauch völlig harmlos.

Kräuterkissen: Eine gute Einschlaf- bzw. Durchschlafhilfe ist ein Schlafkissen mit einer Heilpflanzenmischung als Füllung. Folgende Mischung ist empfehlenswert:

Hopfen: 30 g

Johanniskraut: 20 g

Lavendelblüten: 20 g

 

Einschlaffördernde Kräuterteemischung:

Johanniskraut: 30 g

Weißdornblüten: 20 g

Melissenblätter: 20 g

Kamillenblüten: 10 g

Hopfenzapfen: 5 g

Baldrian: 10 g

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