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Die Prostata, oft auch Vorsteherdrüse genannt (von lateinisch „prostare“ =
vorstehen), ist ein festes Organ, das die Harnröhre kurz unterhalb der Blase
faustartig umfaßt. Es hat ungefähr die Größe einer Kastanie und wiegt ca. 25 g.
Die Prostata besteht aus Bindegewebe, Muskelzellen und zahlreichen
Einzeldrüsen, die mit etwa 17 Gängen in die Harnröhre münden, wo sie mit den
Spritzkanälchen der Samenbläschen zusammentreffen. Umschlossen wird das Organ
von einer Kapsel, in der die für die Erektion notwendigen Nerven und Blutgefäße
verlaufen.
Hauptaufgabe der Prostata ist es, ein dünnflüssiges, milchiges Sekret
zu produzieren, das dem Samen bei der Ejakulation, dem Samenerguß, beigemischt
wird, um die Beweglichkeit der Spermien zu fördern. Etwa 15 bis 30 Prozent der
beim Samenerguß herausgeschleuderten Samenflüssigkeit stammen aus der Prostata.
Außerdem verschließt die Prostata bei der Ejakulation die Harnröhre in Richtung
Harnblase, um zu verhindern, daß die Samenflüssigkeit in die falsche Richtung
gespritzt wird.
Das Organ ist von derber Konsistenz, da viel Muskeln in ihr enthalten sind.
Leider wird diese Drüse mit zunehmendem Alter Quelle mancher Unannehmlichkeiten
und sollte bei Routineuntersuchungen im Auge behalten werden. Beim Betasten der
Prostata kann Druckempfindlichkeit oder Schmerz ein frühes Anzeichen für eine
Erkrankung sein.
Hinweis: Diese kleine Kontrolle kann man übrigens auch selbst
durchführen, indem man einen Finger in den After einführt. Tastet man zur
Bauchseite hin, so kann man dieses feste Organ fühlen.
Prostatavergrößerung (Prostatahyperplasie)
In der medizinischen Fachsprache hieß die „Altersprostata“ lange Zeit auch
„Prostata-Adenom“, heute spricht man gleichbedeutend von Benigner
Prostata-Hyperplasie (BPH). Der Begriff stammt aus dem Lateinischen bzw.
Altgriechischen und bedeutet wörtlich „gutartige
Vorsteherdrüsen-Überausdehnung“. Anders gesagt: BPH meint eine Vergrößerung der
Prostata, die dazu führen kann, daß die Harnröhre eingeengt wird und Restharn in
der Harnblase zurückbleibt.
Wichtig: Eine solche Prostata-Vergrößerung hat nichts mit
Krebs zu tun! Hier liegt ein gutartiges Drüsenwachstum vor. Tochterzellen
(Metastasen) werden nicht gebildet. Allerdings kann sich manchmal ein
Prostatakrebs aus ihr entwickeln.
Die Prostata-Vergrößerung verläuft in der Regel in drei Phasen:
Phase 1:
• Vermehrtes Wasserlassen (Pollakisurie)
• Erschwertes/schmerzhaftes Wasserlassen (Dysurie)
• Vermehrter nächtlicher Harndrang (Nykturie)
• Zwanghafter Harndrang, oft nur Tröpfeln (Strangurie)
• Verzögerter Beginn des Wasserlassens
• „Harnstottern“: mehrfach unterbrochenes Wasserlassen
• Nachträufeln
Phase 2:
• Restharnbildung
• Urin nicht mehr ganz klar, die Blase behält einen Restharn
zurück
Stadium 3:
• Überlaufblase mit unkontrolliertem, tropfenweisen
Harnabgang („Harnträufeln“)
• Nur noch tropfenweise trüber Urin
• Harnverhaltung/Harnsperre (Anurie)
Die Vermutung, daß eine erhöhte Konzentration des Hormonmetaboliten
Dihydrotestosteron (DHT) für viele Männerkrankheiten verantwortlich sein könnte,
stammt bereits aus den siebziger Jahren, scheint sich aber in neueren Studien zu
bestätigen. Männer mit niedrigen DHT-Konzentrationen hatten eine normale
Muskelmasse, eine normale Libido und eine kleine Prostata. Männern mit einer
„normalen“ oder erhöhten DHT-Konzentration litten indes unter einer vergrößerten
Prostata, frontalem Haarausfall, diffusem Bartwuchs und Akne.
Nun muß man wissen, daß das Enzym 5-Alpha-Reductase Testosteron in DHT
umwandelt. Bei älteren Männern wird dieses Enzym vermehrt produziert, was
erhöhte DHT-Werte nach sich zieht. Blockt man die 5-Alpha-Reductase ab, sinken
auch die DHT-Werte. Bei Männern mit vergrößerter Prostata normalisieren sich
dadurch das Prostatavolumen und die Harnablaßfunktion. Darüber hinaus kann sich
die DHT-Senkung vorteilhaft auf Haar- und Bartwuchs sowie Akne auswirken. Seit
einigen Jahren wird hierfür ein standardisiertes Extrakt aus der Frucht der
Sägepalme (saw palmetto) eingesetzt. Es wirkt auf zwei Ebenen:
1. Es blockt das Enzym 5-Alpha-Reductase und
verhindert damit die Umwandlung von Testosteron zu DHT.
2. Es blockiert die Rezeptoren bösartiger Zellen, die
DHT und Testosteron aufnehmen.
Durch die DHT-Senkung wird das Wachstum bösartiger Zellen gehindert und das
Prostatavolumen verringert.
Klinische Studien mit standardisiertem Saw Palmetto-Extrakt zeigten bereits
nach sechs Wochen in 60 bis 88 Prozent der Fälle eine Wirkung. Erfreulicherweise
wurden keine nennenswerten Nebenwirkungen berichtet. Das -- stark beworbene --
amerikanische Produkt Proscar zeigte wesentlich weniger Wirkung, wobei
mit erheblich mehr Nebenwirkungen (nachlassende Libido, Ejakulationsprobleme,
Impotenz, Brustvergrößerung, Knoten, Milchbildung) zu rechnen ist. Der Einsatz
von Saw Palmetto zog folgende Effekte nach sich:
Verringerung des nächtlichen Harndrangs
Verbessertes Harnablassen
Vermindertes Resturin in der Blase
Verbesserung der Symptome beim Urinieren
Eine belgische Studie über Saw Palmetto (Current Therapies, Research,
Clinical Experiences) an 505 Männern mit Prostatavergrößerung bestätigte die
erwähnten Erleichterungen und verbesserte nach 45 Behandlungstagen die
Lebensqualität der Betroffenen erheblich. Nach 90 Tagen hielten 88 Prozent der
Patienten die Behandlung für effektiv. Das Urteil der Untersucher: „Das Extrakt
der Sägepalme (saw palmetto) scheint eine effektive, gut verträgliche
pharmakologische Substanz hinsichtlich der Behandlung des Urintraktes bei
Prostatavergrößerungen zu sein.“
Prostatakrebs
Der Unterschied zwischen einer im Alter „normal“ vergrößerten Prostata und
einem Prostatakrebs im Frühstadium ist erheblich. Bei einem entsprechenden
Verdacht wird man die Zellaktivitäten mittels dem PSA-Test (Prostataspezifisches
Antigen) überprüfen. Das Wachstum der Krebszellen der Prostata wird durch das
Hormon Testosteron gefördert. Im Gegensatz zu anderen Tumoren läßt sich die
krankhafte Entwicklung an der Prostata daher mit der sogenannten
Testosteronblockierung oft völlig stoppen. Voraussetzung ist jedoch eine
frühzeitige Diagnose. Obwohl die Prognosen bei einer Blockade des
Testosteronhormons gut sind, setzt nur ein kleiner Anteil der Urologen diese
Therapie ein. Man empfiehlt in der Regel eine Hormonblockade von neun bis zwölf
Monaten. Diese Therapie kann man maximal vier Jahre fortführen. Danach werden
die Zellen gegenüber dieser Therapie unempfindlich und nehmen ihr Wachstum
möglicherweise wieder auf.
Studien haben bewiesen, daß die Hormonblockade im Frühstadium die Chance
einer Heilung signifikant erhöht. Patienten mit einem Prostatakrebs im
Anfangsstadium können -- zusätzlich zur Hormonblockade -- auch die Vorschläge
aus dem Artikel Krebs berücksichtigen.
Eine natürliche Testosteron-Blockade stellt die Heilpflanze Saw Palmetto
(Sägepalme) dar.
Prostatakrebs-Patienten sollten die Hormone DHEA und Pregnenolon vermeiden,
da sie sich zu Testosteron umwandeln können. Prostatakrebs-Patienten, die
Melatonin zu sich nehmen, sollten nicht mehr als 3 mg täglich zuführen, da nicht
ganz klar ist, wie sich diese Substanz auf das Zellwachstum der Prostatadrüse
auswirkt.
Bei der Betrachtung von Prostataproblemen ist dringend zu unterscheiden
zwischen Vorsorge, vergrößerter Prostata und Prostatakrebs. Im Bereich der
Vorsorge rät man Männern über 40 Jahren zu 300 bis 600 mg Saw Palmetto-Extrakt
täglich, Männer über 50 Jahren sollten laut Literaturempfehlung 600 mg täglich
zu sich nehmen. Bei einer vorhandenen Prostatavergrößerung werden meist 600 mg
empfohlen. Wenn dies keine Erleichterung nach sich zieht, ist zusätzlich 100 mg
Pygeum angebracht. Pygeum behindert ebenfalls den DHT-Stoffwechsel, wirkt ferner
gegen Ödeme (Wasseransammlungen) und vermag zu einer erheblichen
Prostataverkleinerung beizutragen. Für diese Fälle gibt es oft entsprechende
Kombinationspräparate aus Saw Palmetto/Pygeum.
Sojaextrakt enthält wirkungsvolle Mengen an Phytoöstrogenen, die gegen die
schädlichen Wirkungen von DHT angehen. Zwei gehäufte Eßöffel täglich werden
empfohlen.
Sollten diese Substanzen noch immer keine Erleichterung bringen (bei 10 bis
20 Prozent der Männer ist dies der Fall), kann es notwendig sein, auf
synthetische Medikamente zurückzugreifen. Gelegentlich wird es erforderlich
sein, mittels einer vorübergehenden medikamentösen Testosteronblockade das
Prostatavolumen zu vermindern. Die sogenannte Transurethale Resektion sollte
vermieden werden, weil dieser chirurgische Eingriff schmerzhafte Nebenwirkungen
nach sich ziehen kann. Neuerdings gibt es eine effektive Behandlung mit
Mikrowelle.
Möglichkeiten, eine Prostatavergrößerung wirkungsvoll zu behandeln, gibt es
viele. Als Patient kann man dabei den Arzt unterstützen, indem man einige
wichtige Punkte beachtet. Als weitere begleitende Maßnahmen bieten sich unter
anderem physikalische Maßnahmen, pflanzliche Mittel und eventuell eine
Ernährungsumstellung an.
Das können Sie selbst tun
Physikalische Maßnahmen:
• Warme Fuß- und Sitzbäder
• Lokale Wärmeanwendungen im Bereich des Kreuzbeines (zum
Beispiel Heublumensack)
• Fangopackungen
Pflanzliche Mittel/Antioxidanzien
• Bei Krebs empfiehlt man allgemein die Mikronährstoffe
(drastisch) zu erhöhen. Ein hochdosiertes „Multivitamin“ (Basismikronährstoff),
gegebenenfalls noch ein ergänzender „Booster“ sollen hierbei die allgemeine
Immun-Abwehrfront stärken. Aber: Konventionelle therapeutische Maßnahmen
basieren auf Radikalenbomben, deren Wirkung durch Antioxidanzien geschwächt
werden könnte. Siehe auch Krebs. Sollte sich der behandelnde Arzt nicht
wirklich damit auskennen, dann ist es u.U. angebracht die Zufuhr von
Antioxidanzien während einer therapeutischen Maßnahme (Chemo, Bestrahlung)
vorübergehend abzusetzen.
• Kräuter-Mischungen (engl. Herbal Mixtures)
• Pflanzliche Mittel mit den krampflösenden Wirkstoffen der
Zwergpalme (engl. Saw Palmetto).
• Genistein-Extrakte (Soja).
• Lycopen-Extrakte (Tomate).
• Gamma-E-Tocopherol.
• Kurkumin.
• Kürbiskerne (Cucurbitae Semen) - täglich eine Handvoll (32 g): Die
darin enthaltenen eiweißspaltenden Enyzme sowie Vitamin E (10 mg) entspannen den
Schließmuskel und steigern die Spannung der Blasenmuskulatur. Verbessert in
vielen Fällen zwar den Urinfluss; es gibt jedoch kaum zuverlässige Hinweise,
dass es auch gegen die Prostatavergrößerung selbst hilfreich ist.
Diätetische Maßnahmen:
• Vermeiden von Übergewicht
• Vermeiden von Alkohol, Kaffee und schwarzem Tee
• Vermeiden von fetten, blähenden Speisen
• Vermeiden von Gewürzreizstoffen (Paprika, Cayennepfeffer,
Meerrettich, Curry)
• Evtl. Durchführung einer Reduktionsdiät
Sonstiges:
• Nicht auf kaltem Untergrund sitzen
• Vermeiden von Zugluft
• Geregelten Stuhlgang beachten
• Möglichst viel Bewegung |