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Die hormonellen Umstellungen in der Menopause verursachen bei vielen Frauen mannigfaltige Beschwerden. Dazu gehören so ernsthafte Gesundheitsstörungen wie Osteoporose, beschleunigte Alterungsprozesse, Herzerkrankungen und neurologische Einschränkungen, um nur einige zu nennen. Als Ursache ist vor allem die nachlassende Hormonproduktion, besonders des Östrogens, zu nennen. Östrogene sind Steroidhormone, die für die jugendliche Zellteillung mitverantwortlich sind. Die Zufuhr von Hormonen kann in diesen Fällen sehr wirkungsvoll sein, sofern die korrekte Dosierung gefunden wird. Zu den Vorteilen der Östrogenzufuhr gehören folgende Effekte:

Verbesserung der Hautbeschaffenheit

Erhöhte Feuchtigkeit der Haut und Schleimhaut

Verbesserung des Muskeltonus

Zunahme der Sexuallust            

Abnahme typischer Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Depressionen usw.

Geringeres Risiko für Osteoporose, Herzerkrankungen und Dickdarmkrebs

Verbesserte Gedächtnisleistung und Nervensystem

Alzheimer-Vorbeugung

Verbesserung der Immunabwehr

Besseres Allgemeinbefinden

Diesen Vorteilen stehen die Nachteile bzw. Nebenwirkungen einer Östrogen-Ersatz-Therapie gegenüber, zum Beispiel erhöhtes Risiko für Brustkrebs. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß das Hormon Östrogen in unterschiedlichen Formen zugeführt werden kann:

Oestradiol

Oestron

Oestriol

Oestradiol-Östrogen und Oestron-Östrogen gelten zwar als die effektiveren Varianten, sollen jedoch auch das Krebsrisikio erhöhen. Oestriol-Östrogen hingegen wird bisher kaum mit einem erhöhten Krebsrisiko in Zusammenhang gebracht, ist jedoch weniger wirksam. Oestradiol und Oestron sind demnach umstrittene Östrogenvarianten: wirkungsvoll, aber möglicherweise bedenklich. In den USA werden diese beiden Medikamente bevorzugt, in Deutschland hingegen wird das sanftere Oestriol bevorzugt. Da bislang noch nicht eindeutig geklärt ist, ob und inwiefern Östrogene tatsächlich das Krebsrisiko erhöhen, ist in jedem Fall Vorsicht angebracht. Manche Ärzte versuchen die Krebsgefahr durch zusätzliche Gaben von Progesteron (Gelbkörperhormon) zu minimieren.

&

The New England Journal´s of Medicine berichtete über die bekannte Nurses´ Health Study (Harvard Medical School), deren Aussage alleine schon wegen der ungeheurer großen Anzahl von Testpersonen (725.550) und aufgrund der langen Dauer (über Jahre hinweg) viel Gewicht zukommt. Es wurde festgestellt, daß Frauen, die nur Östrogen oder die Kombination Östrogen/synthetisches Progesteron nahmen, ihr Brustkrebsrisiko um 32 bis 46 Prozent erhöhten. Bemerkenswert ist, daß Frauen, die die angeblich sicherere Kombination Östrogen/Progesteron nahmen, sogar noch schlechter abschnitten als Frauen, die nur Östrogen zu sich nahmen. Die Autoren der Studie schlußfolgerten:

„Die zusätzliche Gabe von Progesteron zur Östrogentherapie hat das Risiko für Frauen, nach der Menopause an Brustkrebs zu erkranken, nicht reduziert. Die erhebliche Zunahme des Brustkrebsrisikos bei älteren Frauen, die Hormone zuführen, weist darauf hin, daß eine sorgfältige Abwägung zwischen Risiko und Nutzen vorgenommen werden muß.“

Der American Journal of Epidemiology berichtete über eine 7-Jahres-Studie an 240.073 Frauen während der Prä- oder Postmenopause. Es wurde nachgewiesen, daß langfristige Einnahmen von Östrogen das Eierstockkrebssiriko um 40 bis 70 Prozent (!) erhöhten. Bei Frauen, die über sechs bis acht Jahre Östroge zuführten, erhöhte sich das Risiko um 40 Prozent, bei Frauen mit elfjähriger oder längerer Einahmedauer steigerte das Risikopotential gar auf bis zu 70 Prozent. In Anbetracht dessen, daß es sich beim Eierstockkrebs um eine sehr bösartige Form handelt, ist dieser Befund erschreckend.

In den USA tauchen die typisch weiblichen Krebsarten (Brust, Ovarium) mit 41 Prozent in den Statistiken aller Krebsfälle auf. Brustkrebs hat dabei enorm zugenommen. Das Risiko, daran zu erkranken, lag vor 1960 bei 1 : 30 und stieg bis heute auf 1 : 8. Wenn man weiß, daß es die Hormonsubstitution und die Antibabypille in den USA ebenfalls seit 1960 gibt, kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen.

Die Nebenwirkungen einer Östrogen/Progesteron-Therapie beinhalten jedoch noch weitere unangenehme Effekte:

Gewichtszunahme

Erhöhte Thrombosegefahr

Erhöhtes Risiko für Gallensteine und Migräne

Das Problem liegt auf der Hand: Einerseits ist Östrogen ein körpereigener Stoff, der auch dann Krebs hervorrufen kann, wenn er nicht zusätzlich zugeführt wird. Andererseits ist das Hormon zuständig für die jugendliche Zellteilung und damit ein sehr potentes Mittel gegen vorzeitige Alterung.

Wichtig: Auf keinen Fall sollten Sie hier eine Eigenbehandlung versuchen. Der Arzt muß Nutzen und Schaden sehr sorgfältig gegeneinander abwägen.

Durch die Auswahl der Hormonvarianten kann man das Risiko zu begrenzen versuchen. Man sollte daher nach Möglichkeit Östron und Östradiol meiden und Oestriol bevorzugen. Die Wirkungen dieses Mittels sind jedoch eng begrenzt, da zum Beispiel bei der Osteoporose-Prophylaxe Oestriol zu schwach ist und eventuell Oestradiol eingesetzt werden muß. Das grundsätzliche Dilemma eines Therapeuten wird hierbei sehr deutlich. Auf der einen Seite der Waage steht die Gefahr der Invalidität (Hüft-, Wirbelfrakturen = Rollstuhl) -- bedingt durch Osteoporose --, auf der anderen Seite steht das höhere Krebsrisiko.

Tatsache ist, daß die Pharmaindustrie mit diesen (Hormon-)Medikamenten sehr viel Geld verdient. Natürlichere Ansatzpunkte (zum Beispiel Unterstützung durch pflanzliche Mittel) scheinen der risikolosere und sanftere Weg zu sein. Es sollte zudem kritisch hinterfragt werden, ob die normalen körperlichen Umstellungen im Zusammenhang mit der Menopause überhaupt eine behandlungsbedürftige Erkrankung darstellen. Die Hormonumstellung während der Pubertät gilt schließlich auch nicht als krankhaft.

Nachstehend aufgeführte Hinweise zu Therapie und Vorbeugung zielen darauf ab, für eine höhere Oestriol- und niedrigere Oestradiol- und Oestron-Konzentration im Blut der Frau zu sorgen, ohne „chemische Keulen“ einzunehmen. Hierbei sind die individuell starken Schwankungen der Verwertung zu berücksichtigen. So kann ein- und dasselbe Mittel bei der einen Frau zur Anhebung von Oestriol, bei der anderen hingegen zur Anhebung von Oestradiol und Oestron führen. Bluttests zur Überprüfung des tatsächlichen Geschehens im Organismus sind daher notwendig.

DHEA und Pregnenolon Hier handelt es sich um Steroidhormone, die die Konzentration von Oestriol anzuheben vermögen. Sie gelten daher als sicherer, preiswerter Östrogenersatz. Der Vorteil von Pregnenolon soll in den natürlichen Umwandlungsformen liegen. Es wird im Organismus zu Östrogen, Testosteron und Progesteron umgebaut, womit die Betroffene mit der gesamten Phalanx defzitärer Hormone versorgt wird. DHEA ist zweifellos eine sicherere und natürlichere Art, die Östrogenfunktion zu stabilisieren, als herkömmliche synthetische Medikamente. Man empfiehlt Frauen 3 x 15 mg täglich. Die DHEA-Vorsichtsmaßnahmen (siehe Seite xx) sollten beachtet werden. Bluttests können angebracht sein, da manche Frauen auf DHEA-Gabe mit Oestriol- und andere mit Oestradiol-Produktion reagieren.

Soja (Genistein)  Die Zufuhr von Sojaprodukten ist eine weitere gute Möglichkeit, die Östrogenkonzentration auf eine natürliche Weise zu erhöhen. In Soja sind sogenannte Phytoöstrogene enthalten, die mild gegen Krebs und bestimmte Alterungserscheinungen wirken. Um die tägliche Einnahme zu erleichtern, werden Sojaextrakte (Puder) oder standardisierte Soja-Wirkstoffkonzentrate (Genistein-Tabletten, -Kapseln) angeboten.

Phytosubstanzen  Kreuzblütler (Cruciferae) wie Brokkoli oder Kohl schützen vor Krebsarten, die unter anderem durch Östrogen verursacht werden. Viele Frauen nehmen daher täglich einen Eßlöffel getrockneter Phytosubstanzen zu sich, um die regelmäßige Zufuhr der vorbeugenden Wirkstoffe zu sichern. Besonders gut wird das Gemüse vom Körper im frischem Zustand aufgenommen.

Vitamin E  erhöht die Oestriol-Konzentration im Organismus, während B-Komplex-Vitamine vor einigen toxischen Wirkungen des Östrogens zu schützen vermögen. Östrogen neigt dazu, Vitamin B6 an sich zu binden, und verursacht daher einen Mangel an diesem Vitamin.

Ob die hier Therapievorschläge im Einzelfall wirklich den gewünschten Effekt haben, kann im Zweifel eine Blutuntersuchung klären. Liegt die Summe der Effekte noch immer nicht im angestrebten Bereich, wird man eventuell noch Oestriol zuführen müssen. In diesem Fall wird die zusätzliche Einnahme von Melatonin (1 bis 10 mg) angeraten, um die Nebenwirkungen zu minimieren.

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