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Bei der Multiplen Sklerose (abgekürzt MS) handelt es sich um eine
entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der an bestimmten
Erkrankungsherden die Isolationshülle der Nervenfasern zerstört wird. Da diese
Herde Gehirn und Rückenmark an verschiedenen Orten befallen können, spricht man
von der Multiplen Sklerose (von lateinisch „multiplex“ = vielfach). Die
Krankheit beginnt zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und verläuft in Schüben.
Muskelschwäche, Sehstörungen, Sensibilitätseinbußen, Schwindel, Blasenstörungen
sind typische Symptome. Die Ursachen sind bislang nicht geklärt, allerdings
kursieren diverse Theorien darüber. Manche Wissenschaftler glauben Anhaltspunkte
für Autoimmundefekte gefunden zu haben; andere vermuten eine virale Infektion
(slow virus). Mittlerweile spricht jedoch vieles dafür, daß exogene Faktoren
eine große Rolle spielen, also auch chemische Einflüsse von außen, zum Beispiel
Kohlenmonoxid (Autoabgase, Heizung, Zigaretten). Außerdem weisen viele
MS-Patienten einen Mangel an Vitamin B6 auf.
Wie erkennen Sie eine Multiple Sklerose?
Wenn Sie gelegentlich an unerklärlichen Sehstörungen (zum Beispiel
Doppelbilder) und Gefühlsstörungen in den Extremitäten leiden, könnten dies
erste Anzeichen der ausbrechenden Krankheit sein. Die endgültige Diagnose
erfordert jedoch eine eingehende ärztliche Untersuchung mit verschiedenen Tests
(zum Beispiel Finger-Nase-Versuch, Zickzack-Weg).
Aus den obengenannten Vermutungen über mögliche Entstehungsursachen läßt sich
eine erste grundsätzliche Therapiemaßnahme ableiten: MS-Patienten sollten
Kohlenmonoxid meiden, das heißt, auf jeden Fall das Rauchen aufgeben und
„Passivrauch“-Situationen vermeiden. Ähnliches gilt für alle Situationen (zum
Beispiel Straßenverkehr), bei denen sie vermehrt Kohlenmonoxid-Emissionen
ausgesetzt sind. Darüber hinaus kann als gesichert angenommen werden, daß Freie
Radikale die Ummantelungen der Nerven attackieren. Eine Therapie zur Heilung muß
hier ansetzen -- also direkt beim Oxidationschutz. Zur Wiederherstellung der
durch den Entzündungsprozeß angegriffenen fetthaltigen Nervenummantelungen
braucht der Organismus vermehrt essentielle Fettsäuren (Fischöl, Borretschöl).
Basisnährstoffe In jedem Fall benötigen MS-Patienten
hochdosierte Basisnährstoffe. Da der Schutz vor Freien Radikalen von zentraler
Bedeutung ist, empfiehlt man neben einem gängigen Basisnährstoff noch weitere
Ergänzungen (sogenannte Booster). Ratsam ist ferner die Zufuhr von
Mineralstoffen.
Essentielle Fettsäuren Da die Myelinscheiden der Nervenfasern
aus essentiellen Fettsäuren bestehen und diese bei MS angegriffen sind,
empfiehlt man die Zufuhr von Fischöl und/oder Gammalinolen (Borretschöl), um
deren Wiederherstellung zu fördern. Bewährt haben sich 5 bis 6 g Fischöl
(bezogen auf die Fettsäuren EPS und/oder DHS) täglich und Gammalinolen. Die
genannten Fettsäuren unterdrücken darüber hinaus Autoimmunreaktionen.
Vitamin-B-Komplex Vor allem die B-Vitamine (B6 und
B12) können sehr hilfreich sein. Bei Vitamin B12 wird eine
täglichen Dosierung von 1 mg empfohlen, wobei die sublinguale Einnahme bevorzugt
werden sollte (Kapseln öffnen und unter der Zunge zergehen lassen).
Weitere Mittel Zusätzliche Therapiemaßnahmen umfassen die
tägliche Einnahme von 2 x 1 g Carnitin und /oder 2 x 400 mg Alphaliponsäure
und/oder 3 x 100 mg Coenzym Q 10.
Über den Sinn der begleitenden Orthomolekular -
Therapie bei Multiple Sklerose Patienten
Es ist bekannt, dass das Nervensystem und die Zellen von Multiple Sklerose
Patienten aufgrund von oxidativem Stress d.h. aufgrund einer zu geringen Menge
an Antioxidantien oder/und einer zu hohen Konzentration an Oxidantien, einer
oxidationsbedingten Zerstörung unterliegen.
Demzufolge ist es absolut nachvollziehbar, dass heutzutage (z.B. im Institut
für Neuropathologie an der Uni Göttingen) teilweise in einem akuten
Schub eine Plasmapherese (Blutwäsche) empfohlen wird. Durch die
Plasmapherese werden toxisch wirkende Substanzen ausgeleitet und somit
verringert sich in Konsequenz die Quantität der oxidativ wirkenden Auslöser.
Mehrere Studien beweisen die Wirkungseffekte von Antioxidantien in
Verbindung mit Multipler Sklerose:
In einer Studie (1.)wurde anhand des Blutes von 28 Multiple Sklerose
Patienten und 30 Gesunden nachgewiesen, dass die MS-Patienten signifikantem,
oxidativem Stress ausgesetzt waren.
Eine weitere Studie (2.)belegte, dass in 23 % des MS Patientenkollektivs,
(hauptsächlich Frauen) ein Vitamin D- Mangel festgestellt werden konnte und
somit auch die Gefahren von Osteoporose und Knochenbrüche gesteigert waren. Der
BMD (Knochen-Mineral-Konzentration) war signifikant reduziert.
Bei 16 Multiple Sklerose Patienten(4.) stellte man auch einen erhöhten
Homocystein - Spiegel fest, der durchaus mit dem Auffüllen der Vitamin B6 und
Vitamin B12 –Depots sehr entscheidend beeinflusst werden kann.
Folglich bestätigt sich anhand dieser Studien (1.;2.;3.;4), dass durchaus die
Möglichkeit einer Begleittherapie mit Antioxidantien in Kombination mit einer
geeigneten Diät, besteht. Es sollte sich dadurch ein Fortschreiten der Krankheit
verlangsamen lassen.
Empfehlenswerte antioxidativ wirkende Nahrungsergänzungsmittel, die
sich zur Unterstützung eignen, sind:
Glutathion als Zellschutzfaktor Nr.1 / 100 bis 500 mg pro Tag
Vitamin B6 / Dosierungsempfehlungen schwanken zwischen 2 und 250 mg
täglich.
Vitamin B12 / Bei therapeutischer Anwendung (Nerven) von
Methylcobalamin (B12) empfiehlt man höhere Dosierungen bis max. 40.000 mcg. Für
eine therapeutische Anwendung beginnt man 1.000 mcg. (500 bis 1.000 mcg
Empfehlung für gesunde Personen)
Vitamin E / rund 400 mg pro Tag für maximal 5 Wochen idealerweise in
Kombination mit Vitamin C /1000-2000 mg pro Tag und im Abstand von 2
Stunden zur Seleneinnahme in Kombination mit Bioflavonoiden
(z.B.Acerola-Kirsche)
Vitamin D /400- 1.000 IE (Berkeley Institut Kalifornien)in
Abstimmung mit einem Therapeuten und bei höheren Dosierungen möglichst mit der
Messung des Calciumgehalts im Blut (zur Dauergabe nicht empfohlen)
Ubichinon/Q 10 / 300-1200 mg therapeutisch möglich
Selen (L-Selenomethioninm / Sodium Selenat/ Selonodiglutathion)
/200-max.800 mcg pro Tag, möglichst vor der Nachtruhe und im Abstand von min. 1
h zur Vitamin C-Einnahme
Quellen / Studien:
-
Syburra C; Passi S, Ukr
Biokhim Zh 1999 May-Jun;71(3):112-5
-
Nieves J; Cosman F; Herbert
J; Shen V; Lindsay R, Neurology 1994 Sep;44(9):1687-92
-
Mai, Jesper, et al,
Biological Trace Element Research, 1990;24:109-117.
-
Baig, Shahid, M. and
Qureshi, G. Ali, Biogenic Amines, 1995;11(6):479-485.
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