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Viele Betroffene (und Therapeuten), die gezielt mit natürlichen Mikronährstoffen vorsorgen oder therapieren möchten, wünschen sich Analysen, die exakt darüber Auskunft geben können, was in welcher Menge ergänzt werden soll. Zwar wird so Mancherlei angeboten, aber bisher gibt es keine absolut zuverlässige Methode des Einzelnachweises.

Sicherlich kann man Auskunft darüber erhalten, wieviel Vitamin E z. B. im Blutserum vorliegt, aber die Aussage ob dies im speziellen Fall ausreicht, ist spekulativ, so lange nicht der tatsächliche Verbrauch dokumentiert werden kann. Es kann sein, daß alle Antioxidantien im Normbereich liegen, für den Betroffenen aber dennoch zu wenig sind.

Ein verbindlicher Maßstab wäre die Messung des „oxidativen Stresses„. Damit könnte man feststellen, ob der Summe an Oxidationen auch genug Reduktionen (durch Antioxidantien) gegenüberstehen. Derartige Test sind jedoch aufwendig und können bisher nur von bestimmten Kliniken durchgeführt werden. Auch der praktizierende Arzt hat bisher kaum die technischen-oganisatorischen Voraussetzungen Analysen dieser Art korrekt durchzuführen.

Vor allem bei Außenseitermethoden ist Skepsis angebracht. Es sind keine Kontrollmöglichkeiten gegeben und sie können daher für sich beanspruchen was immer sie wollen. So gilt z. B. auch die beliebte Haarmineralanalyse bestenfalls als ein (unsicherer) Parameter unter vielen. Die Untersuchung sagt ohnehin nichts aus über den Vitaminstatus, sondern nur über Mineralien. Zusammenhänge zwischen dem Mineralstatus der Haare und dem des Organismus wären eher Zufall. Sich nur auf diese Aussage zu verlassen, ist fast schon Leichtsinn.

Im Normalfall jedoch, also beim Gesunden, wird man mit Standardempfehlungen auskommen, d. h. der Konsument kann sich weitgehend auf die ermittelten Durchschnittswerte zur Mikronährstoffergänzung verlassen. Auch im therapeutischen Bereich kommt man mit Standardempfehlungen meist reicht weit.

Wann immer dies möglich ist, wird man auf gängige Labortests und/oder indirekte Nachweismethoden zurückgreifen. So ist es z. B. schwierig einen subklinischen Thyroidmangel (Schilddrüse-Jod) mittels Tests nachzuweisen. In diesem Fall empfiehlt es sich die Diagnose mittels einer Körpertemperaturmessung zu überprüfen.

Vor allem im therapeutischen Bereich wird man eher die bekannten Parameter untersuchen und evt. mit empfohlenen Substanzen gegensteuern bis die Werte wieder im Normbereich liegen. Zur Verdeutlichung: Ein bestimmter Zustand (z. B. Müdigkeit) kann mehrere Ursachen haben. Ein Bluttest mag einen Mangel an roten Blutkörperchen ergeben. Daraus lässt sich auf einen möglicherweise vorhandenen Eisenmangel schließen. Der Therapeut wird nun Eisenpräparate verschreiben bis die Wert sich wieder normalisiert haben. Es ist derzeit in vielen Fällen nicht üblich (und oft auch kaum im Praxisbereich möglich) den Wert einer bestimmten Substanz exakt zu messen und eben diese Substanz gezielt zu ersetzen. Das ist noch Zukunfstmusik.

Normale Bluttests, wie beim Arzt üblich, können gewisse Auskünfte geben:

1.  Diverse Abweichungen von der Norm können Erkrankungen im Frühstadium angeben, die rechtzeitig behandelt kaum ein Problem darstellen, andernfalls möglicherweise zu Krebs, Diabetes oder kardiovaskulären Problemen ausufern.

2.  Es lassen sich gegebenfalls auch Belastungen mit Schadstoffen erkennen. Wie z. B. bei drohenden Leberschäden durch Medikamente, Drogen, zu viel Vitamin A, Eisenüberschuss usw.

3.  Nachweisbar sind möglicherweise auch Hormondefizite, die Alterungsprozesse beschleunigen wie beispielsweise DHEA-Mangel oder Cortison-Überschuss.

4.  Andere Dysfunktionen werden evt. erkennbar.

Für viele Laboruntersuchungen gilt leider, daß die Ergebnisse auch vom Labor selbst abhängen können. Als man versuchsweise verschiedenen Labors das gleiche Untersuchungsmuster zukommen ließ, erhielt man verschiedene Ergebnisse. Die Unterschiede mögen im Normalfall nicht entscheidend sein, können jedoch bei Grenzfällen wichtig werden. Das gilt natürlich vor allem für Analysen, die sehr empfindliche Daten eruieren sollen.

Das Augenmerk sollte auf nachstehende Punkte gerichtet werden:

Glucose sollte unter 100 liegen

Personen, die konsequent wenig Kalorien zuführen, haben Werte zwischen 70 und 80. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand können Glucosewerte über 100 zu beschleunigter Alterung führen. Für den Fall, daß die Glucosewerte zu hoch sind, sollte man evt. die Thyroidhormonwerte zusätzlich überprüfen. Sind die Werte zu niedrig wird man gegebenenfalls eine Ergänzung mit niedrig dosierten Thyroidhormonen erwägen.

Chrompicolinat, Grüner Tee. Bei zu hohen Glucosewerten sollte man die Zufuhr von 200 mcg Chrompicolinat zu jeder Mahlzeit und/oder Grüner Tee in Betracht ziehen.

Soja. Bei zu niedrigen Werten wird man evt. eine Anhebung des Thyroidhormons empfehlen. Statt thyroidhaltiger Medikamente ist man mit 6 - 30 gr konzentrierter Soja wahrscheinlich besser beraten. Soja kann die Thyroidkonzentration normalisieren.

Eisen sollte idealerweise unter 100 liegen

Eisen ist zwar wichtig, aber der Mensch hat schnell zu viel davon. Eine Ergänzung sollte man alleine schon deswegen unterlassen. (Ausnahme bei manchen Frauen).

Eisen ist ein Katalysator für Freie Radikale, die Herzerkrankungen, Alzheimer, Krebs u. a. fördern. Im Gegensatz zum Tenor etlicher Publikationen ist Eisen demnach mit Vorsicht zu genießen: Niedrige Eisenkonzentrationen schützen vielmehr vor Krebs und Herzerkrankungen.

Grüner Tee, Knoblauch. Beide Substanzen sind in der Lage überhöhte Eisenwerte zu senken. (Eine andere Methode ist übrigens die Blutspende)

Cholesterin: LDL unter 120, HDL über 50

Die LDL-Fraktion der Cholesterinfette neigt zur Oxidation, wird u. a. für Arteriosklerose verantwortlich gemacht und sollte daher so niedrig wie möglich sein. Die HDL-Fette entfernen überschüssiges Fett und anderes von den Arterienwänden und gelten daher als „gesund„.

Zu den Mikronährstoffen, die in der Lage sind die LDL-Werte zu senken und die HDL-Werte zu erhöhen, gehören Chrompicolinat (2 x 200 mcg), Ballaststoffe, Fiber (etwa 30 g täglich), Niacin (1.000 - 3.000 mg täglich), Vitamin C (2 g und mehr täglich). Darüber hinaus haben Kurkuma und Gugulipid eine dosisabhängige cholesterinsenkende Wirkung.

Triglyceride idealerweise unter 100

Hohe Triglyceridwerte machen den Betroffenen anfällig für Arteriosklerose und übermäßige Blutplättchenverklumpungen.

Fischöl (EPA/DHA) kann diese Werte senken helfen.

Um diese und/oder andere Werte zu überprüfen sind verschiedene Blutanalysen erforderlich. Den allumfassenden Bluttest gibt es demnach nicht. Um einen Überblick zu geben, sind nachstehend die gängigsten Blutuntersuchungen kurz aufgeführt.

Komplette Blutchemie

Dieser Test umfasst LDL, HDL, Gesamtcholesterin, Triglyceride, Eisen, Glucose, Leber- und Nierenfunktion u. a.. Die Auswertung lässt bereits früh Rückschlüsse auf eine ganze Reihe von Erkrankungen zu. Darüber hinaus kann man evt. Folgeschäden von Medikamenten auf Leber, Niere oder Herz ablesen. Man empfiehlt diesen Test einmal jährlich durchzuführen. In Krankheitsfällen sollte man diesen Test zur Überprüfung der Therapie öfter durchführen

Fibrinogen

Erhöhte Fibrinogenwerte gelten als Risikofaktor hinsichtlich arterieller Blutverklumpungen (Arteriosklerose, Herzinfarkt). Ideale Fibrinogenwerte sollte unter 300 liegen.

Prostataspezifisches Antigen (PSA)

Der Prostatatest gehört zu den indirekten Analysemethoden. Er gilt als guter Prostatakrebsnachweis (zu 80% korrekt), misst jedoch nicht etwa den Krebs selbst, sondern eine Reaktion des Organismus auf den Tumor.

Männer über 40 sollten sich jährlich, Männer über 60 halbjährlich überprüfen lassen. Angst (vor dem Ergebnis) ist nicht nur in diesem Fall ein schlechter Berater, denn die Früherkennung ist auch in diesem Fall entscheidend.

Immunzelltest

Für Krebs, HIV, chronischer Herpes, Hepatitis, Autoimmundefekten und anderen Erkrankungen, die das Immunsystem angreifen ist dieser Test gewissermaßen der Seismograph des aktuellen Zustandes. Auch mit zunehmendem Alter kann das Immunsystem in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Test untersucht das Verhältnis von T-Helfer zu T-Supressor-Zellen, bestimmt die Anzahl der T-Helferzellen und die Aktivität der Killerzellen. Er gibt demnach Aufschluss über die „Fitness„ des Immunsystems. Diese Informationen können immunstärkende Maßnahmen überprüfen helfen.

Hormon und Krebstests

Hier existieren eine ganze Reihe von Untersuchungen über die der Therapeut im gegeben Fall Auskunft geben kann.

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