|
Die Leber gilt als das wichtigste Stoffwechselorgan des Menschen. Es
reguliert praktisch den gesamten Nahrungs- und Hormonstoffwechsel, speichert
Nährstoffe, entgiftet den Körper und bildet Gerinnungsfaktoren und Gallensekret.
Entsprechend gravierend wirken sich Schädigungen an diesem Organ aus. Bei der
Therapie von Leberschäden hängt demnach viel davon ab, daß rechtzeitig damit
angefangen und nach Möglichkeit die Ursache (zum Beispiel Alkohol) beseitigt
wird. Die konsequente Zufuhr einer oder mehrer nachstehender Mikronährstoffe
kann zumindest zu einer teilweisen Regenerierung der Leberfunktion führen. Bei
der Leberzirrhose wird das gesunde Lebergewebe zunehmend zerstört und durch
Bindegewebe ersetzt. Dadurch verhärtet die Leber allmählich und schrumpft, bis
sie schließlich ihre Funktion einstellt. Prinzipiell kann sich aus jeder
chronischen Hepatitis (siehe dort) eine Leberzirrhose entwickeln, die
Krankheitsverläufe der chronischen Leberentzündung sind jedoch sehr
uneinheitlich. Mit dem Begriff Leberzirrhose beschreibt man das Endstadium aller
chronischen Leberentzündungen.
Die Leberzirrhose entwickelt sich oft aus der sogenannten Fettleber. Während
bei der Fettleber durchaus Heilungschancen bestehen, ist die Aussicht auf
Besserung bei einer Zirrhose sehr gering. Die Anfangsbeschwerden einer
eingeschränkten Leberfunktion sind meist uncharakteristisch. Mögliche Symptome
sind Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Blähungen, unbestimmte Leibschmerzen usw., im
fortgeschrittenen Stadium kann die Erkrankung schwere Stoffwechselkomplikationen
(zum Beispiel ungenügende Ausscheidung von Giftstoffen) nach sich ziehen. Eine
der häufigsten (und auch bekannten) Ursachen ist der übermäßige Alkoholkonsum.
Schon 80 Gramm Alkohol pro Tag (entspricht etwa zwei Litern Bier oder einem
Liter Wein) stellen einen großen Risikofaktor für den Ausbruch dieser Krankheit
dar. Aber auch angeborene Stoffwechselstörungen, Medikamentenmißbrauch (zum
Beispiel Schmerzmittel) schwere Herzschwächen und Erkrankungen des Immunsystems
können zu Leberschädigungen führen.
Nährstofftherapien basieren vor allem auf der täglichen Zufuhr folgender
Vitamine:
Vitamin B1: 500 mg
Vitamin B2: 75 mg
Vitamin B5:1.500 mg
Vitamin B6: 200 mg
Cholin: 1.500 mg
Folsäure: 1.600 mcg
Vitamin C: 3 g
Vitamine E: 800 IE Vitamin E
Coenzym Q 10: 100 mg
Ferner empfiehlt die Fachliteratur 2 x 1.000 mg Carnitin und 600 mg Cystein
täglich.
Wichtig: Da Niacin, Vitamin A und Betakaroten von einer
beschädigten Leber möglicherweise nicht verarbeitet werden können, sind diese
Substanzen zu meiden.
Grüner Tee Da erhöhte (giftige) Eisenkonzentrationen zur
vermehrten Bildung von Freien Radikalen in der Leber führen können, senkt man
deren Vorkommen im Blut mit Grünem Tee. Wegen der besser kontrollierbaren Zufuhr
zieht man Kapseln vor. Die wirksame Dosierung liegt zwischen 400 mg bis 1 g.
Arginin oder Ornithin Sofern die Leber noch über mindestens 20
Prozent Reservekapazität verfügt, sollen 5 bis 10 g Arginin täglich gute Dienste
leisten, um die meist erhöhten Blut-Ammoniakkonzentrationen zu senken. Die
herkömmliche Medizin setzt hier übrigens Ornithin ein -- ein physiologisches
„Brüderchen“; der Effekt ist derselbe.
Langkettige Aminosäuren Nach den Erkenntnissen einschlägiger
Studien beträgt die Tagesdosis 1.200 mg Leucin, 600 mg Isoleucin und 600 mg
Valin.
Silymarin und Kurkuma Das Flavonoid Silymarin in einer Dosierung
von 300 mg täglich und 1.500 mg Kurkuma haben ebenfalls günstige Effekte. Bitte
beachten Sie: Kurkuma sollte bei Störungen des Gallenabflusses nicht eingenommen
werden! Es liegt auf der Hand, daß die Wirksamkeit der diversen
Therapievorschläge mittels entsprechender Blutanalysen überprüft werden sollte.
Für spezielle antiviral wirkende Therapien wie bei Hepatitis B oder
C siehe die entsprechenden Protokolle. |