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Stellen Sie sich vor, Sie steigen morgens um 9 Uhr ausgeruht in ein Flugzeug
und kommen nach zwölfstündigem Flug gerädert um 9 Uhr morgens am Ziel an! --
Soll man jetzt der eigenen Uhr folgend zu Abend essen oder aber gemäß der
Ortszeit frühstücken? Das mit dem Fliegen rund um den Globus verbundene
Überspringen von Zeitzonen ist für Maschinen kein Problem, aber der Biorhythmus
des Menschen gerät aus den Fugen. Gesteuert wird dieser körperinterne Wach- und
Schlafrhythmus durch das Hormon der Pinealdrüse im Gehirn, das Melatonin. Und
diese Drüse erhält ihre Informationen wiederum vom Tageslicht (weniger vom
Kunstlicht). Somit ist es kein Wunder, daß wir nach einem langen Flug regelrecht
erschlagen und bettreif sind (sogenannter „Jetlag“). Die Pinealdrüse stellt
etwas irritiert fest, daß immer noch Tag ist. Die häufige Folge: Man ist zwar
müde, aber doch zu aufgedreht, um zu schlafen. Für das fliegende Personal ist
das ein alltägliches Problem, dem Stewardessen und Piloten schon lange mit der
Einnahme von Melatonin begegnen.
Melatonin Dieses Hormon reguliert den inneren Rhythmus des
Menschen, der durch die Zeitverschiebung durcheinandergeraten ist. Die
derzeitige Dosisempfehlung zur schnellstmöglichen Überwindung des Jetlag lautet
3 mg (in der Nacht vor dem Abflug). Die nächste Dosis von 3 mg wird am Zielort
genommen, wenn man dort -- zur Ortszeit -- erneut ins Bett geht. (Die ersten
Stunden am Zielort muß man zwangsläufig überstehen). Dies wiederholt man
gegebenfalls die nächsten Nächte. Die meisten Menschen sind bereits nach der
ersten Nacht wieder „im Takt“. Vielflieger nehmen oftmals ihre Melatonin-Dosis
an Bord des Flugzeugs und schlafen dann. Sie kommen frisch am Zielort an. (Zur
Unterstützung werden oft Augenklappen verwendet, die optisch völlige Dunkelheit
suggerieren).
Hinweis: Es wird gelegentlich berichtet, daß Personen, die noch
nie Melatonin genommen haben, in den ersten Nächten der Einnahme schlechter
schlafen als sonst. Ob dies etwas mit der Erwartungshaltung zu tun hat oder mit
einem (manchmal auftretenden) gegenteiligen Effekt, sei dahingestellt.
Jedenfalls lät dieses Phänomen sehr schnell nach. Alternative: Nehmen Sie das
Melatonin schon einige Tage vorher ein.
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