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In der heutigen Zeit, in der Werbung und Medien bestimmte (oft fragwürdige)
Schönheitsideale vorgeben, stellt Haarausfall für viele Menschen ein großes
kosmetisches Problem dar. Glücklicherweise weist nicht jeder Haarausfall auf
eine Krankheit hin. Die meisten Menschen verlieren täglich achtzig bis hundert
Haare. Als „normal“ gilt noch ein täglicher Haarausfall von bis zu 200 Haaren.
In Zeiten größerer Belastungen können es auch schon mal mehr sein. Generell
lassen sich folgende Formen des Haarausfalls unterscheiden:
Androgenetischer Haarausfall (erbliche Veranlagung) hauptsächlich bei Männern
mit beginnender Glatzenbildung schon vor Erreichen des 30. Lebensjahres
Kreisrunder Haarausfall mit meist entzündlicher Ursache
Haarausfall bei inneren Erkrankungen (hormonell bedingt, Schilddrüsenstörung,
Eisenmangel usw.)
Haarausfall nach Vergiftungen (zum Beispiel Vitamin A-Überdosierung,
Vergiftung mit Thallium oder Medikamenten, Chemotherapie)
Haarausfall bei Pilzinfektionen am Kopf
Haarausfall nach einer Entbindung infolge der Hormonumstellung
Haarausfall nach schweren seelischen Belastungen und/oder persönlichen
Krisen
Das Muster des Haarverlustes ist bei Männern und Frauen unterschiedlich. Bei
Männern beginnt der Haarausfall überlicherweise mit zurückweichendem Haaransatz
und anschließendem Haarverlust am Scheitel. Bei Frauen ist das Muster diffuser,
typischerweise weniger am vorderen Haaransatz, sondern überwiegend den
Hinterkopf betreffend.
Man geht heute davon aus, daß beim androgenetisch bedingten Haarausfall eine
Kombination von genetischen, hormonellen und immunologischen Faktoren ursächlich
zugrundeliegt. Medien, Werbung und sogar manche Ärzte machen den Betroffenen
jedoch gelegentlich glauben, daß diese Form des Haarausfalls mit verstopften
Haarfollikeln zusammenhängt, was wiederum der Ansatzpunkt für die Anpreisung
vieler „Wundermittel“ ist. Natürlich kann eine sorgsame Kopfhygiene die optische
Erscheinung der Haare verbessern und/oder dem Haar mehr Volumen verleihen. Aber
sie trägt weder dazu bei, androgenetisch bedingten Haarausfall zu vermeiden,
noch erhöht es die Gesamtanzahl der Haare.
Was ist von Haarwuchs-„Wundermitteln“ zu halten?
Es gab zu allen Zeiten zahlreiche Produkte, die vorgaben, Haare zum Wachsen
zu bringen oder Kahlköpfigkeit durch „Entstopfung“ der Haarfollikel zu
verhindern. Der Leidensdruck der Betroffenen wurde dabei mit teilweise
aberwitzigen Versprechen in klingende Münze umgewandelt. Diese Mittel nutzten
den Betroffenen jedoch in aller Regel nichts.
Einzige Ausnahme sind nach unserer Erfahrung die Mittel Polysorbat 60
und Polysorbat 80. Wegen ihrer Fähigkeit, androgenhaltige
Talgablagerungen von der Kopfhaut abzutragen, können sie -- lokal angewandt --
dem Haarverlust zumindest teilweise entgegenwirken. Der Einsatz dieser Mittel
macht jedoch nur zur Vorsorge Sinn, denn auch sie sind leider nicht in der Lage,
bereits vorhandenen Haarausfall zu verhindern. Die Regeneration kranker Haare
ist ohnehin nicht möglich.
Das jüngste wissenschaftliche Modell zur Erklärung von Kahlköpfigkeit
schließt die Wirkung von Dihydrotestosteron (DHT) ein. Dabei handelt es sich um
das größte Stoffwechselprodukt des Hormons Testosteron. Moderne Wissenschaftler
gehen davon aus, daß übermäßige Absonderung von DHT eine Immunreaktion
provoziert, die die Haarfollikel beschädigt, was wiederum zu deren Verkleinerung
und möglicherweise zum Verlust derselben führt. Man vermutet, daß DHT (und
vielleicht andere androgene Hormone) das Immunsystem irrtümlich dazu bringt, die
Haarfollikel in den betroffenen Bereichen als Fremdkörper anzusehen. Hierfür
spricht auch das Vorhandensein von Haarfollikel-Antikörpern bei kahlköpfigen
Männern und Frauen.
Da wir über die genetischen Komponenten der Kahlköpfigkeit immer noch zu
wenig wissen, muß eine erfolgreiche Vorbeugung und Behandlung des Haarverlustes
bei den obengenannten Faktoren ansetzen. Dabei drehen sich gegenwärtig viele
Bemühungen um das männliche Hormon Dihydrotestosteron (DHT). Ausgangspunkt sind
dabei sogenannte Anti-Androgene, mit denen man versucht, einem krankhaften
Prozeß vorzubeugen bzw. ihn gar umzukehren. Zu den Anti-Androgenen, die bislang
verwendet worden sind, um Haarverlust zu behandeln, zählen: Progesteron,
Spironolacton (Aldactone), Flutamid (Eulexin), Finasterid (Proscar), Cimetidine
(Tagamet), Serenoa Repens (Permixon) und Cyproteron Acetat (Androcur/Diane). Von
diesen Anti-Androgenen haben sich das Oral-Finasterid (Proscar) und das Topische
Spironolacton als am wirksamsten erwiesen; beide waren in der Lage, Haare zu
einem gewissen Grad wachsen zu lassen.
Wie wir wissen, spielt beim Haarausfall ein „Immunirrtum“, der durch
männliche Hormone wie DHT verursacht wird, eine große Rolle. Die potentesten
Haarwuchsstimulatoren dürften daher topische
Sauerstoff-Radikale-Fängersubstanzen wie das Superoxid Dismutase (SODase)
sein -- ein Enzym, das eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Freien Radikalen
spielt. SODase hemmt aber nicht nur Sauerstoff-Radikale. Es spricht auch vieles
dafür, daß es die Ursache für den „Immunirrtum“ ausschaltet und einen Teil des
bereits entstandenen Schadens auszugleichen vermag. Ein Versuch mit diesem Enzym
könnte vor einer weiteren Behandlung entscheidend sein, weil dadurch die an der
Quelle wirkenden immunologischen Faktoren gebremst und/oder ausgeschaltet werden
können.
„Multimodale“ Haarbehandlung
Es gibt durchaus einige Mittel (zum Beispiel Rogaine), die bei manchen
Personen ein leichtes Haarwachstum hervorrufen können. Sie sind jedoch kaum in
der Lage, ein gesundes Haarwachstum zu produzieren. Wir benötigen daher eine
„multimodale“ Haarbehandlung, die an mehreren Punkten ansetzt, das heißt, eine
Kombination von Anti-Androgenen mit autoimmunen Schutzstoffen,
Sauerstoff-Radikale-Hemmstoffen und anderen Haarwuchs-Stimulatoren. Die
Wissenschaftler hoffen hierbei auf die synergistische Wirkung der einzelnen
Wirkstoffe.
Von den schier unzähligen Präparaten gegen Haarausfall fallen die Rezepturen
von Dr. P. Proctor eindeutig aus der Reihe. Er ist einer der wenigen
Haarbehandlungs-Praktiker, der patentierte, aus vielen sinnvollen Bestandteilen
zusammengesetzte Haarformeln entwickelt hat. Deswegen wollen wir hier näher
darauf eingehen.
Haarbehandlung nach Dr. Proctor
Haarverlust und (Teil-)Glatze verursachen bei vielen Betroffenen einen
starken Leidensdruck, der Tür und Tor für Wunderversprechungen aller Art öffnet.
Wir können hier nur zu einer gesunden Skepsis raten, zumal der gegenwärtige
Forschungsstand in Sachen Haarausfall (und Glatze) kaum Wunder erwarten läßt und
wirksame Substanzen, soweit es sie gibt, meist sehr teuer sind -- dazu gehören
auch die hier beschriebenen Substanzen.
Um die Wirksamkeit auch für Laien nachvollziehbar zu machen, verglich die
Life Extension Foundation, Hollywood (USA), diverse Produkte mit dem in
den USA bekannten, zugelassenen Medikament Rogaine (Minoxidil). Hierbei
taten sich die Präparate des bereits angesprochenen Dr. Proctor besonders
hervor. Er bietet derzeit drei patentierte Produkte an:
Ein Shampoo (ca. 225 g)
Eine Lotion (ca. 56 g)
Eine Paste (ca. 25 ml)
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Das Ergebnis der Studie war folgendes: Selbst das mildeste (und billigste)
Produkt seiner freiverkäuflichen Produktreihe, nämlich das Shampoo, erwies sich
als wirksamer als das Medikament Rogaine. Wie ist dieser Effekt zu erklären?
Nun, das Shampoo beinhaltet den derzeit potentesten Haarwachstumsstimulator
NANO (3-Carboxylic-Säure-Pyridin-N-Oxid), der gelegentlich auch das
„natürliche Minoxidil“ genannt wird. NANO kann tatsächlich Haarausfall mindern
und das Haarwachstum stimulieren. Etliche Konsumenten, die auf Rogaine nicht
ansprachen, verspürten bei NANO eine starke Wirkung. Es wird zur Zeit in Amerika
in leichteren Fällen von Haarausfall oder zur Vorsorge experimentell eingesetzt.
Man empfiehlt regelmäßige Anwendung (mindestens dreimal pro Woche) anstatt eines
herkömmlichen Shampoos. Manche Konsumenten berichten von einem „kitzelnden“
Gefühl auf der Kopfhaut, was ein Hinweis für die einsetzende Wirkung ist.
Da als eine der Ursachen für Haarausfall schon seit längerem die Wirkung von
Freien Radikalen vermutet wird, lag es nahe, entsprechende antioxidativ
reagierende Substanzen zuzusetzen. Um die Wirkung von NANO zu verstärken,
entwickelte man weitere Rezepturen, indem man schützende Substanzen und andere
stimulierende Zutaten wie EDRF-Beschleuniger, SODases (Superoxidismutase) und
andere Radikalenfänger miteinander kombinierte. Dieses „Multi-Agens“ auf
natürlicher Basis wird von vielen Experten als das augenblicklich potenteste
Haarwachstumsmittel angesehen. Es enthält praktisch alle derzeit bekannten und
wirksamen Stoffe zur Bekämpfung von Autoimmundefekten und Entzündungen, die
Ursache für Haarverlust und Glatze sein können. Die Lösung wird von den
Anwendern ein- bis zweimal täglich direkt auf die betroffenen Gebiete
aufgetragen.
Falls der gewünschte Erfolg ausbleibt, bleiben als weiterer Ausweg noch
Mischungen aus natürlichen und synthetischen Substanzen. Hier bieten sich
Rezepturen an, die neben Anti-Androgenen und speziellen Radikalenfängern auch
noch Minoxidil, Phenytoin (Dilantin), Tretinoin und Spironolacton enthalten.
Wie auch immer -- in den allermeisten Fällen erfordert die Behandlung von
Haarausfall viel Geduld. Erste Erfolge lassen nicht selten drei bis sechs Monate
auf sich warten. Grundsätzlich ist zu berücksichtigen, daß sich ein verbessertes
Haarkleid eher auf Haardurchmesser und Wachstum bezieht als auf eine Zunahme der
Anzahl. Da bereits zerstörte Haare nicht am Ausfall gehindert werden können,
kann der gefürchtete Haarausfall trotz Behandlung (erst mal) weitergehen.
Allerdings wird dieser durch die Therapie irgendwann gestoppt, wobei die
vorangegangenen Haarverluste oft wieder ersetzt werden.
Achtung: Die Substanzen können gelegentlich leichte
Hautreizungen oder -entzündungen auslösen, die sich allerdings meist rasch
wieder zurückbilden. Leider sind die Inhaltsstoffe und damit auch die Präparate
recht teuer. |