| Obschon das Wort es vermuten läßt, hat die Kälte bzw.
Unterkühlung nur mittelbar mit der Erkrankung zu tun. „Erkältung“ ist eigentlich
ein überholter Krankheitsbegriff. Das Wort bezeichnet nur den äußeren Umstand,
der den Zusammenbruch des zwischen Erreger und Abwehrkräften spielenden
Gleichgewichtes entscheidend begünstigt. Man geht heute davon aus, daß eine
vorangegangene Unterkühlung den Organismus so sehr schwächt, daß er für
(jahreszeitlich verstärkt) anwesende Viren empfänglicher wird. Es ist demnach
nicht die Kälte an sich, die zum Ausbruch der Krankheit führt. Allerdings kommt
dem kalten und feuchten Wetter in der Tat besondere Bedeutung bei der Entstehung
von Atemwegserkrankungen zu. Die für diese Jahreszeit so typischen nasse Füße
lösen einen Reiz aus, durch den über das vegetative Nervensystem die
Durchblutung der Atemwege vermindert wird.
Bis heute gelang es der konventionellen Medizin nicht, geeignete Therapien
für die häufigsten Erkältungsfolgen wie Schnupfen und Husten zu finden. Es gilt
nach wie vor der Spruch: „Eine Erkältung dauert ohne Behandlung 14 Tage, mit
Behandlung zwei Wochen.“ Marktübliche Erkältungsarzneien lindern auschließlich
die Symptome, was subjektiv manchmal eine Besserung bewirken mag, objektiv aber
die gesundheitliche Lage sogar verschlechtern kann, weil der Patient es dadurch
oft an der notwendigen Schonung fehlen läßt.
Wichtig: völlige Ausheilung!
Aus jeder akuten Erkältung kann sich bei nicht vollständiger Ausheilung eine
Erkältungsanfälligkeit entwickeln, die möglicherweise in eine chronische
Erkältung übergeht. Achten Sie daher unbedingt auf eine völlige Ausheilung jeder
noch so harmlos erscheinenden Erkältung.
Die konventionelle Medizin ist unter anderem deswegen reichlich machtlos,
weil es über 300 verschiedene Viren sind, die ihr Unwesen treiben. Und gegen
Viren stehen der Pharmazie bislang nur sehr wenige wirksame Mittel zur Verfügung
-- gegen die Erkältungsviren praktisch überhaupt keine. Der eigentliche
Knackpunkt ist daher das Immunsystem, das bei Erkältungen eine Stärkung erfahren
muß. Eben hier setzen alle natürlichen Therapiemodelle an; sie bemühen sich, dem
Immunsystem bei der Vernichtung der Viren unter die Arme zu greifen. Mit
folgenden Substanzen können Sie Ihr Immunsystem im Kampf gegen Erkältungsviren
unterstützen:
Zink Es zeigte sich, daß durch die regelmäßige Verwendung (alle
paar Stunden) von Zinkpastillen die Vervielfältigung der Viren im Halsbereich
verhindert wird; man läßt ein bis zwei Stück langsam im Mund zergehen.
Vitamin C Studien erwiesen tatsächlich, daß Vitamin C die Dauer
der Erkältungssymptome verkürzen kann. Gelegentlich wird berichtet, daß man bei
schweren Erkältungen bis an die „Stuhlgangstoleranz“ herangehen soll (bis der
Stuhl anfängt, weich zu werden). Dosierungen zwischen 5 bis 20 g (über den Tag
verteilt) sind die Regel. Es spricht einiges dafür, in schweren Fällen die
regelmäßige Einnahme auch nachts fortzusetzen und auch nach Abklingen der
Symptome noch einige Tage fortzuführen. Auf jeden Fall ist reines Vitamin C
(wegen der Säure) zu vermeiden; gepufferten Formen ist der Vorzug zu geben.
Echinacea (Roter Sonnenhut) Auch das alte Hausmittel Echinacea,
das urspünglich peruanische Indianer entdeckten, kann gute Dienste leisten,
sofern es in ausreichender Dosierung und möglichst alle zwei Stunden zugeführt
wird. Die beste Anwendungsart scheint ein standardisiertes
Kräuter-Flüssigextrakt zu sein, Tabletten oder Tees sind weniger wirksam. Nach
einer Anfangsdosierung von sechs Pipetten geht man zu einer Erhaltungsdosierung
von einer Pipette alle zwei Stunden über.
Cystein Diese vor allem auf der Lungenoberfläche wirksame
Aminosäure löst den Schleim und tötet Viren. Die Substanz wird auch in der
konventionellen Medizin als Medikament bei Husten verschrieben. Cystein ist die
in der Natur vorkommende Form, während N-Acetyl-Cystein (NAC) die
pharmakologisch benutze Variante ist. Experten empfehlen meist 3 x 600 mg
täglich. Dazu kann gleichzeitig 3 x 2.000 mg Vitamin C eingenommen werden.
Ribavirin* Bei Ribivarin handelt es sich um ein Medikament mit
antiviralen Eigenschaften, das sich in mehreren Studien ausgezeichnet bewährt
hat. Ab 800 mg pro Tag wird nach neuesten Untersuchungen das Virenwachstum
behindert. Allerdings hilft es nicht bei allen Virentypen gleich gut.
Interferon* und Melatonin Eher von akademischen Interesse sind
Studien, wonach Interferon-Injektionen von 500.000 bis drei Millionen IE --
kombiniert mit 30 mg Melatonin -- eine Erkältung effektiv bekämpfen können.
Interferon ist eine bekannte Komponente des Immunsystems, die in der Lage ist,
Viren (und Krebszellen) zu töten. Das Mittel ist verschreibungspflichtig und
überdies recht teuer. Es dürfte das Verschreibungslimit Ihres Arztes übersteigen
und daher von ihm (verständlicherweise) abgelehnt werden.
Für weitere immunstärkende Maßnahme verweisen wir auf das Protokoll
Immunstärkung. |