| Bei der Diabetes vom Typ II kann eine normale, eine
niedrige oder eine erhöhte Insulinproduktion vorliegen. Es sind hier die Zellen
selbst, die nicht mehr auf das Insulin reagieren, und der vom Organismus
gelegentlich vorgenommene Versuch, dieser Entwicklung mit erhöhter
Insulinausschüttung zu begegnen, geht an der Sache vorbei. Denn die gleichzeitig
erhöhten Glukose- und Insulinwerte machen für Kreislaufversagen und andere
diabetische Komplikationen anfällig. Man vermutet als Ursache einen Zusammenhang
mit allgemeinen Alterungsprozessen (Freie Radikale), auch andere Faktoren wie
Fettleibigkeit und chemische Einflüsse spielen wohl eine Rolle.
Wichtig für den Diabetiker vom Typ II ist eine kalorienreduzierte Diät, die
arm an Kohlenhydraten und Fetten (um die 10 Prozent), aber reich an Proteinen
sein sollte. Übergewicht sollte möglichst reduziert werden. Allerdings ist es
eher ein theoretischer Anspruch, bei der Nahrungsaufnahme nicht mehr als 10
Prozent Fett aufzunehmen, denn die meisten Menschen sind kaum in der Lage,
dieser Anforderung gerecht zu werden. Diabetes II-Patienten ist grundsätzlich
das Arteriosklerose-Protokoll ans Herz zu legen; auf dieser Grundlage
können weitere Ansatzpunkte diskutiert werden. Folgende Substanzen können
generell hilfreich sein:
Chromium Picolinat Um die Blutzuckerwerte unter Kontrolle zu
bekommen, sollten zu jeder Mahlzeit 200 mg Chrom und 7,5 mg Vanadyl-Sulfat
zugeführt werden.
Arginin Einer der Gründe der Insulinresistenz ist vermutlich ein
vorhandener Mangel an Stickoxid. Die Amonisäure Arginin kann die
Stickoxid-Produktion wieder ankurbeln, wodurch die Zuckermoleküle wieder
einfacher in die Zelle transportiert werden können. Die Aminosäure fördert
ferner die Zellerneuerung, was mittelfristig die Krankheit bessern kann. Arginin
gehört zu jenen Mikronährstoffen, die in größeren Mengen (grammweise) zugeführt
werden. Ob man Kombinationspräparate oder die Reinform bevorzugt, ist auch ein
Geldfrage. Empfohlen werden 6 bis 12 g Arginin täglich.
Glucophage oder Metformin Bei beiden genannten Produkten handelt
es sich um verschreibungspflichtige Arzneimittel. Wenn weder die Befolgung der
Hinweise im Arteriosklerose-Protokolls noch die obigen Hinweise den
Blutzuckerspiegel senken konnten, sollte eines dieser Mittel probiert werden;
sie sind in der Lage, die Insulinresistenz zu senken, wodurch die Zellen wieder
vermehrt Glukose aufnehmen. Dies kann wiederum zu einem reduzierten
Insulinaustoß der Bauchspeicheldrüse führen.
Thyroid-Hormon Zwar haben die meisten Menschen über 40 Jahren
einen veränderten Thyroid-Stoffwechsel, aber entsprechende Blutanalysen geben
hierüber nicht immer zuverlässig Auskunft. Es kann daher durchaus angebracht
sein, wenn Ihr Arzt neben dem Einsatz von Glucophage auch noch eine
Thyroid-Hormon-Ersatztherapie verordnet.
DHEA Ein Versuch mit diesem Hormon kann sich allemal lohnen;
zumindest läßt sich so eine Verbesserung des Kohlenhydratstoffwechsels
erreichen.
Wirkungsvolle Kombinationstherapie
Die Kombination von Chrom, Glucophage, DHEA und Thyroid-Hormon-Ersatz kann
auf längere Sicht zu einer Gewichtsreduzierung führen, was sich günstig auf die
Risikofaktoren auswirkt. Falls Übergewicht ein Risikofaktor sein sollte,
verweisen wir auf das Protokoll Übergewicht. |