| Höhere Cholesterinwerte tun uns nicht gut. Die
forcierte Cholesterinsenkung mit Medikamenten scheint uns noch weniger gut zu
tun.
Ein erhöhter Cholesterinspiegel ist keine Krankheit im engeren Sinne, aber
eine erhöhte Cholesterinkonzentration im Blut gilt als einer von mehreren
Risikofaktoren für Arteriosklerose (siehe dort). Vor allem eine spezielle
Fraktion des Cholesterins, das LDL-Cholesterin, ist bei höheren Werten
ein Alarmsignal. Es dürfte dabei allmählich Allgemeingut geworden
sein, dass hohe Cholesterinwerte nicht die Ursache von Arteriosklerose, sondern
eine Folge sind. Wobei das Augenmerk dem oxidierten Anteil der
LDL-Fraktion gilt. Letztendlich aber drängt sich der Eindruck auf, dass man vor
lauter Wald die Bäume nicht mehr sieht. Die Theorien über die Ursache(n) der AS
stehen leider in keinem Verhältnis zum tatsächlich fundierten Wissen.
Gesichert ist, dass Cholesterin und Fett (Triglyceride) für den
Organismus lebenswichtige Substanzen sind, zum Beispiel als Bausteine von
Zellmembranen, Hormonen und Gallensäuren. Das Cholesterin unterstützt zudem das
Immunsystem in seiner Arbeit bei der Krankheitsabwehr und ist Ausgangspunkt für
die Produktion zahlreicher Hormone sowie des Vitamin D. Das Gehirn besteht zu 20
Prozent aus purem Cholesterin, um die Nervenzellen beim elektronischen
Signalaustausch vor „Kurzschlüssen“ zu schützen.
Der amerikanische Psychologe
Mark Ketterer fand in einer Versuchsreihe mit 1.000 Personen heraus, dass
Patienten mit einem zu niedrigen Cholesterinspiegel häufiger unter Depressionen
bis hin zu Selbstmordgedanken litten als solche mit normalen Werten. Cholesterin
scheint also eine depressionshemmende Wirkung zu haben.
Wer zu viele Kalorien zu sich nimmt, gleichgültig, ob Fette, Kohlenhydrate
oder Eiweiß, riskiert dadurch einen erhöhten Cholesterinspiegel und eine
stärkere Anfälligkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Leider garantiert auch
eine cholesterinfreie Ernährung noch keinen niedrigen Cholesterinspiegel im
Blut. Denn unser Körper ist in der Lage, von sich aus einen hohen Spiegel von
„schlechtem Cholesterin“ im Blut zu produzieren. Insofern ist der Nutzen einer
cholesterin- bzw. fettarmen Diät fragwürdig. Zumal etliche Patienten darauf
nicht ansprechen. Und ein normaler Cholesterinspiegel garantiert nicht, dass man
vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen sicher ist.
Über einen Punkt ist man sich jedoch weitgehend einig: Zu hohe
Cholesterinwerte sollten gesenkt werden. Egal ob Ursache oder Folge: Alle Plaque
scheint mit der Oxidation des LDL ihren Anfang zu nehmen. Dabei geht es nicht um
Laborkosmetik, sondern um die oftmals tödlichen Folgen einer fortschreitenden
Plaquebildung in den Gefäßen (Gefäßverschluss). Alle Therapiebemühungen müssen
sich demnach an der tatsächlichen Senkung der Folgen (Herzinfarkt,
Hirnschlag) messen lassen. Was nützen einem schließlich die idealsten Blutwerte,
wenn das Infarktrisiko dadurch nicht gesenkt wird?
Wann besteht Handlungsbedarf?
Der normale Blutcholesteringehalt liegt zwischen 160 und 200 mg/100 ml, der
Normwert für Triglyceride unter 150 mg/100 ml. Steigt der Cholesterinspiegel
über 230 mg/100 ml, fördert dies die Entstehung der Arteriosklerose. Tatsächlich
beträgt die tägliche Aufnahme von Cholesterin im Durchschnitt rund 440 mg bei
Männern und 360 mg bei Frauen. Bei rund 60 Prozent der Altersgruppe der 19- bis
50-jährigen Männer und Frauen liegen die Werte um 40 Prozent (!) über dem
Durchschnitt. Ein alarmierendes Ergebnis!
Körpereigene
Cholesterinproduktion
Angst, Stress, Hektik, psychische Probleme und
unbewältigte Konflikte fördern über die zentralnervöse Steuerung die verstärkte
körpereigene Produktion von Cholesterin. Liegt ein Vitaminmangel vor, muss der
Körper vermehrt Cholesterin produzieren, um so genannte freie Radikale
abzuwehren.
Änderung der Nahrungsgewohnheiten
Da eine cholesterinarme Diät sehr viel Disziplin erfordert, der Nutzen
relativ fragwürdig ist, scheint der Aufwand selten gerechtfertigt. Eine
ballaststoffreiche Ernährung dürfte hingegen leichter durchführbar sein und so
ziemlich den gleichen Zweck erfüllen.
Cholesterinsenkende Lebensmittel, meistens basierend auf pflanzlichem Sterin
oder Stanol, führen zwar zu einer Senkung des Cholesterins 10 bis 15%, aber, so
warnt die Verbraucherzentrale Düsseldorf, das gehe zu Lasten der fettlöslichen
Vitamine. Diese Produkte (Margarine, Milch usw.) seien ohnehin nur für Personen
mit eindeutig erhöhtem Cholesterinspiegel gedacht. Mehr als drei Gramm Sterine
oder Stanole täglich zu sich zu nehmen falle in den Bereich der Überdosierung,
meint die Verbraucherzentrale.
Mit Medikamenten den Cholesterinspiegel senken
Synthetische Cholesterin- bzw. Lipidsenker werden vom Arzt gerne verordnet
und vom Patienten mit Skepsis betrachtet. Die Statine gelten derzeit als Mittel
der Wahl. Diverse Statine im Vergleich:
Fluvastatin 20,0 mg 22,0
%
40,0 mg 25,0 %
80,0 mg 36,0 %
Atorvastatin 2,5 mg
22,5 %
20,0 mg 43,0 %
80,0 mg 60,0 %
Lovastatin 20,0 mg 27,0
%
80,0 mg 40,0 %
Pravastatin 20,0 mg
32,0 %
40,0 mg 34,0 %
Simvastatin 10,0 mg 30,0
%
80,0 mg 47,0 %
(Senkung des Cholesterinspiegels in %)
Berücksichtigt man die effektive Senkung des Cholesterinspiegels durch
Statine, dann scheinen die oftmals beklagten Nebenwirkungen im Sinne einer
ärztlichen Risiko-Nutzen-Abwägung akzeptabel. Aber: In einer Studie wurden die
Daten von 7.517 Patienten untersucht. Alle Patienten hatten akute
Koronarsyndrome (Herzprobleme) und Hyperlipidämie (zu viel Cholesterin). 5.414
Patienten wurden mit Lipidsenkern, meistens Statine, behandelt. Die
Kontrollgruppe von etwa 2.000 Patienten wurde nicht mit Lipidsenkern behandelt.
Der Unterschied in Sachen Risikosenkung (Herztod) zwischen den beiden
Gruppen war nicht signifikant. Im Klartext: Ob der Patient sich nun mit
Lipidsenkern behandeln ließ oder nicht, machte im Endeffekt keinen Unterschied.
(Sana M. Al-Khatib, Duke Clinical Research Institute, Durham, North Carolina,
USA)
Der Patient darf demnach getrost skeptisch sein, was die frommen
Werbeversprechungen der Pharma-Industrie angeht. Es soll – wie so oft –
dahingestellt sein, ob lipidsenkende Medikamente ihren eigentlichen Zweck
überhaupt erfüllen. Welche natürlichen Alternativen gibt es?
Natürliche Alternativen zur Cholesterinsenkung
Vitamin E.Bei
Probanden, die täglich 200 IE Vitamin E zu sich nahmen, sank das tödliche
Infarktrisiko um 34% (Stampfer, M et al.: Vitamin E consumption and the risk
of coronary heart disease in women. New England J Med, 1993; 328: 1444-1449.
Studiendauer 8 Jahre. Basierend auf Nurses Health Study, 87.000
Krankenschwestern). Bei Probanden, die mehr als 200 IE (400 IE) Vitamin E zu
sich nahmen, sank das Infarktrisiko um 40% (Rimm et al.: Vitamin E
consumption and the risk of coronary heart disease in men. New England J Med
1993, 328; 1450-1456. 39.000 Männer, Ärzte. Health Professional Study). Mit
zusätzlichen Vitamin-E-Gaben zwischen 400 und 800 IE konnte die Re-Infarktrate
bei 2.200 Probanden um 75% gesenkt werden (Stephens et al.: Randomized
controlled trial of vitamin E in patients with coronary heart disease. Lancet
1996; 347: 781-786. 2.200 Probanden, Cambridge University). 2.226 Männern
wurden nach dem ersten Herzinfarkt ein Multivitaminpräparat und zusätzlich
Vitamin E verabreicht: Der Rückgang bei der Sterbehäufigkeit lag bei 75%
(Meyer et al.: II Int Conf Antioxidants, Berlin 1994).
Anzahl
Omega-3
Triglyceride
LDL
HDL
Gesunde Personen (normaler Blutfettwert)
600 530
mg/Tag minus
25% 0%
plus 3%
Personen mit
Stoffwechselstörung (erhöhte Blutfettwerte)
600 800
mg/Tag minus
52% plus
20% plus
10%
(Änderungen in Prozent von den
Ausgangswerten)
Omega-3-Fettsäuren. Forschungsreihen haben gezeigt, dass der
Blutfettgehalt unter dem Einfluss der in Lachsöl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren
rapide absinkt. Gleichzeitig kann durch die verstärkte Aufnahme von
Omega-3-Fettsäuren der Gesamtcholesterinspiegel gesenkt werden, wobei das
„schlechte“ LDL-Cholesterin abnimmt und das „gute“ HDL-Cholesterin tendenziell
ansteigt. Man spricht hierbei von einer Art „Teflon-Effekt“. Zur Verminderung
von LDL empfiehlt sich außerdem die zusätzliche Gabe von Vitamin A (oder
Betakaroten), C, E und Selen. Die folgende Tabelle zeigt die Wirkung von
Omega-3-Fettsäuren auf Blutfette bei gesunden Normalpersonen und bei Personen
mit einer Stoffwechselstörung. Der Untersuchungszeitraum be-trug drei
Monate.
Kurkumin (Gelbwurz). Diese Pflanze wird in Asien als Gewürz und zum
Färben der Speisen benutzt. Bereits 1970 berichtete das Journal of Nutrition
(100: 1307-16) über Versuche mit Ratten. Deren Cholesterinspiegel sank nach
Fütterung mit Kurkuma auf die Hälfte.
Während zugelassene Cholesterinsenker im Verdacht stehen, Leberschäden und
Krebs zu verursachen, konnte man bei Kurkumin sogar krebsverhindernde und
antivirale Eigenschaften nachweisen. Es neutralisiert Karzinogene in der Nahrung
und unterdrückt Krebsgeschehnisse sowohl in der Anfangsphase als auch in den
diversen Phasen der Weiterentwicklung. Kurkumin hat ferner entzündungshemmende
Eigenschaften und schützt die Leber gegen Viren-Schäden (virale Hepatitis). Es
gilt als potentes Antioxidans und soll sogar die HIV-Replikation verhindern
helfen. Die Vorteile von Kurkumin sind offenkundig und auf jeden Fall einen
Versuch wert.
Das International Journal of Vitamin Nutritional Research (61: 364-9,
1991) erläutert die Wirkungsweise folgendermaßen: „Kurkumin behindert die
intestinale (im Darm) Cholesterinaufnahme, erhöht die Umwandlung von Cholesterin
zu Gallensäure und beschleunigt deren Ausscheidung.“
In der Zeitschrift Arzneimittel-Forschung (36: 715-7, 1968) war man
bereits lange vorher zu der Ansicht gelangt, dass Kurkumin die abnormale
Blutverklumpung durch Blockierung von Thromboxan verhindert, das als Verursacher
der Plättchenanlagerung des Blutes gilt. Das Gewürz Kurkumin erhöht ferner das
Prostacyclin - eine körpereigene Substanz, die zuständig ist, um die abnormale
Blutverklumpung zu verhindern.
In einer Studie verabreichte man zehn Freiwilligen (Indian Journal of
Physiology, 36 (4): 273-5, 1992) täglich 500 mg Kurkumin. Nach nur einer
Woche war der „gute“ HDL-Cholesterin-Anteil um 29 Prozent gestiegen. Das
Gesamtcholesterin konnte in dieser Untersuchung um 11,6 Prozent, die
Lipidperoxidation (betrifft das „böse“ LDL) um 33 Prozent reduziert werden.
Gugulipid. Eine andere wirksame Substanz zur Cholesterinsenkung ist
dieser Wirkstoff des Mukjulbaumes. In einer Studienübersicht des Journal of
Associated Physicians-India (37/5: 323-8, 1989) wurden verschiedene
Untersuchungen vorgestellt. So erhielten zum Beispiel 125 Patienten Gugulipid.
Nach drei bis vier Wochen war das Gesamtcholesterin durchschnittlich um elf
Prozent, die Triglyceride um 16,8 Prozent gesenkt worden, während bei 60 Prozent
der Patienten das „gute“ HDL-Cholesterin angehoben werden konnte. Betroffene mit
erhöhtem Cholesterin reagierten besser auf die Behandlung als normale
Patienten.
In einer anderen placebokontrollierten Untersuchung erhielten 205 Patienten
eine Dosierung von 3 x 25 mg Gugulipid täglich. Von den behandelten Patienten
sprachen 70 bis 80 Prozent auf die Therapie an und reagierten mit einer
Cholesterinsenkung. In der Kontrollgruppe (die ein Placebo erhielt) war
keinerlei Fortschritt feststellbar.
In einer weiteren placebokontrollierten Studie an 40 Patienten mit hohen
Blutfettwerten sank das Serum-Cholesterin nach dreiwöchiger Gugulipideinnahme um
21,75 Prozent, die Triglyceride sanken gar um 27,1 Prozent. Nach 16 Wochen
hatte sich das HDL-Cholesterin um 35,8 Prozent erhöht.
Bromelain und Ingwer. Diese beiden Substanzen sind derzeit in Sachen
Cholesterinsenkung neben Kurkumin und Gugulipid die interessantesten natürlichen
Substanzen. Betroffene können diese Substanzen einzeln oder auch in speziellen
Mixturen erwerben. Mixturen haben in der Regel einen erheblichen Kostenvorteil
gegenüber dem Einzelerwerb.
Soja. Ein weiterer Ansatzpunkt zur natürlichen
Cholesterinsenkung ist das altbekannte Soja. Bereits vor 80 Jahren wurden
erstmals die cholesterinsenkenden Eigenschaften in der medizinischen Literatur
erwähnt. The New England Journal of Medicine (August 3, 1995)
veröffentlichte eine Analyse aller Studien, die den cholesterinsenkenden Effekt
von Soja behandelten. Die Analyse von 38 kontrollierten Studien ergab:
„Sojaprotein senkte das Gesamtcholesterin durchschnittlich um 9,3 Prozent, die
Triglyceride um 10,5 Prozent und das „böse“ LDL-Cholesterin um 12,9 Prozent.
Beim „guten“ HDL-Cholesterin war nur ein leichter Anstieg von 2,9 Prozent zu
beobachten.“ Man erklärt sich die cholesterinsenkende Wirkung von Soja mit den
darin enthaltenen Phytoöstrogenen Genistein und den so genannten Isoflavinen.
Darüber hinaus scheint Soja die Konzentration des Schilddrüsenhormons Thyroxin
im Blut anzuheben. Thyroxin wiederum ist zuständig für den Cholesterinabbau.
Neben den cholesterinsenkenden Effekten soll Soja somit sogar gegen
Arteriosklerose und zerebrale Krankheiten schützen. Im Gegensatz zu den
zugelassenen herkömmlichen Cholesterinsenkern weist Soja auch noch
krebsverhindernde Eigenschaften auf. Der cholesterinsenkende Effekt von
Sojabohnen(keimlingen) soll erst ab einer Menge von 50 g feststellbar sein.
Soja ist in vielen Variationen erhältlich. Während man aus dem mehr oder
weniger frischen Naturprodukt (gekeimte Sojabohnen) zweifelsohne schmackhafte
Speisen zubereiten kann, eignet es sich weniger für eine kontrollierte Zufuhr.
Hier bieten sich standardisierte Sojaextrakte (Tablette, Kapseln) oder Sojapuder
an. Für cholesterinsenkende Maßnahmen empfiehlt man ca. 5 g Sojaextrakt oder
zwei bis vier Esslöffel Sojapuder täglich.
Wie bei allen Naturprodukten sind auch hier verbindliche Mengenangaben nur
schwer möglich, da der eigentliche Wirkstoffgehalt teilweise starken
Schwankungen unterliegen kann. Andererseits kann man auch kaum etwas verkehrt
machen. Maßgebend ist letzten Endes die Wirkung im Organismus. Anfangs wird man
die Blutwerte sicherlich öfter überprüfen müssen, um zu testen, ob bzw. welche
Wirkung eine solche alternative Therapie zeitigt. Gegebenenfalls sind die
Dosierungen zu erhöhen. Wenn sich die ersten Erfolge eingestellt haben, kann man
zu jährlichen Gesundheits-Checks übergehen, um eine Feinabstimmung
vorzunehmen.
Artischocke. In einer placebokontrollierten, randomisierten Studie an
143 Patienten mit einem Cholesterinspiegel über 280 mg/dl nahmen die
Versuchspersonen täglich 4 x 450 mg Artischockenextrakt ein (oder ein Placebo).
Nach 6 Wochen war der Gesamtcholesterinspiegel der Artischockengruppe um 18,5%,
der LDL-Wert um 22,9% und die LDL/HDL-ratio um 20,2 % verbessert worden. In der
Placebogruppe senkte sich der Gesamtcholesterinspiegel um 5,6% und der LDL-Wert
um 6,3%. (Englisch et al., 2000)
Eine Kurzzeitstudie (6 Wochen) mit Artischockenextrakt erbrachte den
Nachweis, dass die Triglyceride von 214,97 mg/dl auf 188,07 mg/dl gesenkt werden
konnten. (Fintelmann, 1996)
Vitamin-C-Mangel.Bei
Mäusen wurde die eigene Vitamin-C-Synthese durch Genmanipulation inaktiviert;
sie waren danach wie der Mensch auf Vitamin-C-Zufuhr angewiesen. Sie erhielten
normales Futter. Nach 2 Wochen war ihr Vitamin-C-Spiegel auf 10% des
Normalwertes gesunken. Der Mangel bewirkte eine Erhöhung des Cholesterins
(HDL-Anteil sank sogar), an den elastischen Schichten der Blutgefäße entstanden
Risse, es kam zu Wucherungen an den Gefäßmuskelzellen und Zellabschuppung an der
Gefäßinnenwand (Skorbutsymptome). Laut der Untersucher lassen sich die
Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen (University of North Carolina und
University of Texas Health Science Center, Proceedings of the National Academy
of Sciences, Bd. 97, S. 841). Die Diskussion darüber, wie viel Vitamin C
denn nun ausreichend ist, sei hiermit um eine weitere Variante bereichert.
Weitere Substanzen, die behilflich sein können:
Lycopen senkt die Oxidation des LDL. Niacin wirkt
cholesterinsenkend. Chrom verbessert den HDL-Anteil, senkt Triglyceride
und Cholesterin. Konjugierte Linolensäure (CLA) senkte Cholesterin im
Tierversuch. Co-Enzym Q 10 senkt das oxidative LDL. Forskolin
senkt Cholesterin. Chitosan bewirkt eine bis zu 32%ige Senkung des
Cholesterinspiegels. Chromiumpicolinat senkt Cholesterin. Praktisch alle
Ballaststoffe (Apfelpektin) senken Cholesterin. Cholesterinwerte senkten
sich um 20 bis 50 mg/dl, nachdem drei Wochen lang 6 bis 12 g
Fructooligosaccharide (FOS) zugeführt worden waren. Lecithin gilt
als Gegenspieler des Cholesterins.
Synthetische Medikamente oder natürliche Substanzen?
Eine Überprüfung des tatsächlichen Erfolgs (der Cholesterinsenkung) sollte
mehr oder weniger regelmäßig vorgenommen werden. Nur das durch den Arzt
erstellte Blutbild kann hier verbindliche Auskunft geben. Zur Erinnerung siehe
„Normalwerte“, wobei zu berücksichtigen ist, dass einige Wertermittlungen (z.B.
Homocystein) nicht zu den Standardleistungen der Krankenkasse gehören.
| Blutanalyse |
"Standardwerte" |
moderne Empehlung |
| Fibrinogen |
bis 460 mg/dl |
unter 300 mg/dl |
| C-reaktives Protein |
bis 4,9 mg/dl |
unter 2 mg/L |
| Homocystein |
bis 15 micro mol/L |
unter 7 micro mol/L |
| Glucose |
bis 109 mg/dl |
unter 100 mg/dl |
| Eisen |
bis 180 mg/dl |
unter 100 mcg/dl |
| Cholesterin |
bis 199 mg/dl |
zwischen 180 und 220 mg/dl |
| LDL |
bis 129 mg/dl |
unter 100 mg/dl |
| HDL |
mehr als 35 mg/dl |
über 50 mg/dl |
| Trigzylceride |
bis 199 mg/dl |
unter 100 mg/dl |
| DHEA |
M: nicht weniger als 80 mcg/dl |
400 bis 560 mcg/dl |
| |
F: nicht weniger als 35 mcg/dl |
350 bis 430 mcg/dl |
Bei der Behandlung mit natürlichen Substanzen ist immer zu
berücksichtigen, dass sie eine gewisse Zeit brauchen, bis Effekte (im Blutbild)
nachweisbar werden („spüren“ dürfte man eine Cholesterinsenkung sowieso nicht).
Es ist ferner zu beachten, dass es die natürliche Substanz zur
Cholesterinsenkung nicht gibt. In der Regel wird man mehrere Stoffe verwenden
müssen, um eine ausreichende Cholesterin-senkung zu erreichen. Das hängt
natürlich auch vom Schweregrad und der Lebensführung ab. Welche
Nahrungsmittel(inhaltsstoffe) in welcher Dosierung und mit welchem Effekt
individuell anschlagen, ist ebenfalls kaum vorher-sehbar.
Herzinfarkt
Der Herzinfarkt gehört zu jenen Situationen, in der das Überleben von
einer schnellen professionellen Hilfe abhängt.
Vorab: Herzinfarkt ist keine Männerkrankheit; Frauen sind in gleichem
Maße betroffen.
Voraussetzung für eine schnelle, richtige Reaktion ist die korrekte
Einschätzung der Symptomatik.
In zwei Drittel der Fälle sind Brustschmerzen oder Druck die
klassischen Symptome eines Herzinfarkts. Vorsicht. Ein Drittel der Betroffenen
hatte keine Brustschmerzen.
Atemnot, Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen in Kopf oder Schulter, in einen
oder beide Arme ausstrahlender Schmerz, intensive Angst können hinzukommen.
Bei der Einschätzung der Symptome muss man einen Unterschied zwischen Männern
und Frauen machen. Frauen haben die Neigung, ihre Symptome als
Verdauungsbeschwerden, Nahrungsmittelvergiftung oder Vorboten einer Grippe
abzutun, wodurch sachgerechte Hilfe bei ihnen öfter als bei Männern zu spät
kommt.
Vor allem keine Panik – und schnell handeln:
Notarzt anrufen und den Herzinfarkt berichten. (Der Umweg über den Hausarzt
kostet nur kostbare Zeit).
Sofort ein Aspirin (500 mg) nehmen, um eventuelle Blutgerinnsel
aufzulösen.
Sofort ins Krankenhaus. Nicht selbst fahren, aber wenn ein Krankenwagen
möglicherweise zu lange dauert, dann lassen Sie sich fahren. |