| Bei Problemen mit den Gelenken unterscheidet man zwar
nach diversen Formen, aber letztendlich weiß man noch sehr wenig über die
Entstehung. Während man die Arthrose als degenerativen (altersbedingten)
Verschleiss sieht, ordnet man die (rheumatoide) Arthritis den
Ertzündungkrankheiten zu.
Die Arthritis ist eine chronische, in Schüben verlaufende entzündliche
Erkrankung, die in erster Linie die Gelenke betrifft, sich aber auch auf Organe
ausweiten kann. Typische Beschwerden sind Morgensteifheit, Schwellung,
Bewegungs- und Durckschmerz in mindestens einem Gelenk. In einigen Fällen können
die Augen, der Herzbeutel, das Lungenfell und andere innere Organe betroffen
sein. Mit fortschreitender Gelenkzerstörung kommt es zu typischen Verformungen,
zum Beispiel an den Händen oder Füßen. Die Ursachen sind bislang noch nicht
völlig geklärt. Man vermutet allerdings eine Beteiligung von Viren oder
Bakterien, die das körpereigene Immunsystem „in die Irre leiten“, so daß es
Antikörper gegen die eigenen Gelenke bildet, wodurch es dann zur Entzündung
kommt. Aber auch andere Faktoren wie Fehlernährung, ein Mangel an ungesättigten
essentiellen Fettsäuren (die der Körper selbst nicht bilden kann) und psychische
Probleme werden als mögliche Ursachen diskutiert. Frauen sind häufiger betroffen
als Männer.
Generell unterscheidet man heute zwei Formen: Bei der Osteoarthritis
ist das Knorpelgelenk nicht in der Lage, sich selbst zu erhalten bzw. zu
reparieren. Es handelt sich demnach um eine Art Verschleiß, gekennzeichnet durch
Abbau bzw. Abtragung des Knorpelgewebes, oft verbunden mit Einschränkung oder
Verlust der mechanischen Gelenkfunktionen und mehr oder weniger chronischem
Schmerz. Die ersten Symptome sind Steifheit der Gelenke, Gelenkschmerzen
und/oder Einschränkungen in der Beweglichkeit. In schweren Fällen zerfällt der
Gelenkknorpel vollständig, wodurch die Knochen aneinander reiben.
Funktionsverlust und starke Schmerzen sind die Folgen.
Bei der rheumatischen Arthritis handelt es sich wahrscheinlich um
einen sogenannten Autoimmundefekt. Dabei wird die Auskleidung der Gelenke
angegriffen, schwere Infektionen und Gelenkdeformierung folgen, einhergehend mit
Funktionsverlust und chronischen Schmerzen. Die anfänglichen Symptome sind
Schwellungen, Funktionseinschränkungen und zunehmende Schmerzen in verschiedenen
Gelenken.
Weitere klinische Varianten: Gicht, Bechterewsche Krankheit,
Karpaltunnelsyndrom, Hexenschuss (Lumbago), Bursitis, Tennisarm, Arthritis
psoriatica, Reitersche Krankheit, Stillsche Krankheit. Ob und inwiefern all
diesen Erscheinungsformen aus einer einheitlichen Ursache gespeist werden, lässt
sich derzeit nicht sagen.
Das Knorpelgewebe der Gelenke ist nämlich für ein breites Spektrum an
Umwelteinflüssen anfällig. Entzündet sich ein Gelenk, dann wird die Blutzufuhr
dadurch eingeschränkt. In der Regel wird zuerst das Gefäßsystem blockiert, was
die Reparaturmöglichkeiten einschränkt. Dies zieht mittelfristig einen
Zusammenbruch des natürlichen Antioxidantien-Enzymsystems nach sich, und die
Freien Radikale haben gewissermaßen „freie Bahn“. Schließlich gerät das
Immunsystem durcheinander und attackiert das körpereigene Knorpelgewebe. Die
ursprünglich kleinen Schädigungen am Anfang der Erkrankung ziehen demnach eine
erhöhte Radikalenbildung nach sich, die wiederum den Gelenkstrukturen und der
Synovialflüssigkeit noch weiter zusetzen. Die Aktivität der Freien Radikale kann
eine Kaskade von Autoimmundefekten auslösen, gefolgt von einem Strukturverlust
im Knorpelgewebe und Funktionseinschränkungen. Viele Ärzte akzeptieren dieses
Krankheitsgeschehen als „normalen“ unumkehrbaren fortschreitenden Verfall bei
Arthritis und zucken hilflos mit den Achseln, wenn der Patient wissen will, wie
sich die Krankheit vermutlich weiterentwickeln wird.
Die Schulmedizin setzt zur Behandlung hauptsächlich Kortikosteroide und
nicht-steroidhaltige entzündungshemmende Medikamente ein. Auf kurze Sicht wirken
diese Substanzen tatsächlich erleichternd und erscheinen dem Patienten daher
wirkungsvoll. Langfristig aber können sie zu ernsthaften Nebenwirkungen wie zum
Beispiel Magengeschwüren, Leber- und Nierenschädigungen führen. Nach derzeitigen
Schätzungen sterben in den USA durch die Nebenwirkungen von
Arthritismedikamenten etwa 7.000 Patienten pro Jahr; außerdem werden rund 70.000
Klinikaufenthalte verursacht. Am schlimmsten ist jedoch der Umstand, daß diese
Medikamente nichts an den Ursachen ändern, was langfristig zu völlig versteiften
Gelenken führen kann. Viele herkömmliche Medikamente verhindern sogar die
natürlichen Reparaturmechanismen im Gelenk: Man stellte fest, daß der
Funktionsverlust um so schneller eintritt, je höher entzündungshemmende
Medikamente dosiert werden. Aufgrund dieser geringen Erfolge mit konventionellen
schulmedizinischen Methoden geht man neuerdings verstärkt dazu über, natürliche
Mittel einzusetzen, zumal sie ohne Nebenwirkungen sind und neuere Untersuchungen
die Effektivität dieser Therapien bei Schmerz und Infektionen belegen.
Studien ergaben, daß ein Antioxidantien-Defizit oft ein wesentlicher Faktor
für den Beginn der Erkrankung war. Antioxidantien können im frühen Stadium
manchem Betroffenen behilflich sein. Für fortgeschrittene Stadien sind noch
eingehendere Untersuchungen erforderlich.
Zur Bekämpfung der Osteoarthritis gilt es an zwei Punkten anzusetzen:
Einerseits sind Knorpelgewebe und Gelenkflüssigkeit vor weiteren Zerstörungen zu
schützen, andererseits müssen die anabolen (aufbauenden) Mechanismen stimuliert
werden. Entscheidend sind hier die sogenannten chondroprotektiven Faktoren. Es
handelt sich dabei um den Um-, An- und Abbau bestimmter Zellen wie
Chondroblasten (zellaufbauend) und Chondroklasten (zellabbauend), die für einen
Erhalt der Funktion sorgen. Dieses Zusammenspiel ist ein ebenso komplexer wie
empfindlicher Mechanismus, der durch Alterung und/oder Beschädigungen gestört
werden kann. Nachfolgend einige Therapievorschläge, die mit dem Arzt
abgesprochen werden sollten:
Glukosamin Da ein Defizit von Glukosamin oft zu Osteoarthritis
führt, erhalten viele Arthritis-Patienten von ihrem Arzt diesen Stoff.
Untersuchungen zeigten, daß Glukosamin zu den chondroprotektiven Faktoren
gehört, das heißt: Es liefert das Ausgangsmaterial für die Chondrozyten
(Knorpelzellen), die damit angegriffene Knorpel regenerieren können.
&
Die Wirksamheit der Glukosamine könnte in verschiedenen Studien nachgewiesen
werden. Die Substanz bewirkte eine Besserung der Gelenkfunktionen (Schmerz,
Empfindlichkeit, Schwellung) und eine Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens.
Die Effektivität wurde im Vergleich zu Placebos und im Vergleich zu dem
bekannten Schmerzmittel Ibuprofen gemessen. Ibuprofen wirkte zwar schneller
gegen den Schmerz als Glukosamin, aber letzteres vermochte das allgemeine
Wohlbefinden besser zu steigern und ist zudem nebenwirkungsfrei. Der Einsatz von
Glukosaminen war so erfolgreich, daß diese heute in den USA das erste Mittel der
Wahl sind. Lediglich in jenen Fällen, bei denen damit keine befriedigenden
Ergebnisse erzielt werden, verschreibt man entzündungshemmende Medikamente.
Erfreulicherweise können Glukosamine sehr viel höher dosiert werden, als es für
therapeutische Effekte notwendig ist. Darüber hinaus werden Glukosaminsalze
leicht vom Organismus aufgenommen und direkt in die erkrankten Gelenke
transportiert.
Haifischknorpel Ein
wesentlicher Bestandteil des Gelenks ist Chondroitin-Sulfat. Da Haifischknorpel
Chondroitin-Sulfat enthält, hilft die Einnahme von Haifischknorpel einigen
Arthritis-Patienten offenbar sehr gut. Chondroitin-Sulfat wurde in etlichen
Versuchen ausführlich gestestet -- die Ergebnisse waren durchaus überzeugend.
Die Studien bewiesen, daß das Mittel sowohl nebenwirkungsfrei als auch
wirkungsvoll ist. Die Substanz hemmt vor allem jene Enzyme, die am Knorpel- und
Kollagenabbau beteiligt sind. Dennoch wurde in den USA die Zulassung dieser
Substanz abgelehnt. Die Begründung klingt verrückt: Da sich die
Chondroitin-Sulfat-Moleküle sher stark voneinander unterscheiden, ist es nicht
möglich, ein exakt standardisiertes Produkt herzustellen. Das wiederum ist aber
eine der Voraussetzungen für die Zulassung in den USA.
Gammalinolensäure (GLS) Ein weiterer Ansatzpunkt sind die
essentiellen Fettsäuren, wie sie zum Beispiel in Borretschöl oder Fischen
vorkommt. Diese essentiellen Fettsäuren sind Vorstufen der Prostaglandine, die
wiederum entzündungshemmende Eigenschaften haben und möglicherweise sogar gegen
Autoimmundefekte wirken. Nachfolgend einige Studien:
&
In Annals of Internal Medicine (1993, 119/9) wurde über eine
24wöchige, placebokontrollierte Doppelblindstudie mit GLS aus Borretschöl
berichtet. Die Patienten, die das Borretschöl erhielten, erfuhren eine 28- bis
45prozentige Besserung. Die Placebogruppe zeigte hingegen keinerlei
Besserungen.
Das British Journal of Rheumatology (1994, 33/9) stellte die
Ergebnisse einer ebenfalls 24wöchigen placebokontrollierten Doppelblindstudie an
rheumatoiden Arthritispatienten mit dem Öl der schwarzen Johannisbeere (Samen)
vor; es enthält viel Gammalinolensäure (GLS) und Alphalinolensäure. Bei
Arthritis-Patienten konnte eine deutliche Besserung beobachtet werden konnte,
die Placebogruppe hingegen reagierte überhaupt nicht. Es wurden keinerlei
Nebenwirkungen beobachtet (obwohl einige Testpersonen den Versuch abbrachen,
weil ihnen die Größe und Anzahl der notwendigen Kapseln Schwierigkeiten
bereitete).
In Seminars in Arthritis and Rheumatism (1995, 25/2) wurde ein
Überblick über alle Studien mit Gammalinolensäure (GLS) im Zusammenhang mit
rheumatoider Arthritis gegeben. Es wurde zusammenfassend festgestellt, daß GLS
die Effekte der Autoimmungeschehnisse auf die Gelenke senkt. Für die
Feststellung der idealen Dosierung seien jedoch weitere Forschungen
notwendig.
In einem Bericht des Journal of Clinical Epidemiology (1995, 48/11)
wurden alle Veröffentlichungen hinsichtlich der Wirkung von Fischöl bei der
Behandlung der rheumatoiden Arthritis zusammengefaßt. Es wurde festgestellt, daß
in der Regel nach etwa dreimonatiger Einnnahme signifikante Besserungen
verzeichnet werden konnten. Die Placebogruppen indes erfuhren keine
Schmerzerleichterungen.
Einer Studie in Arthritis and Rheumatism (1995, 38/8) zufolge
unterbrachen die Testpersonen mit rheumatoider Arthritis die Einnahme von
nicht-steroiden entzündungshemmenden Medikamenten und nahmen statt dessen
Fischöl zu sich. Bei dieser placebokontrollierten Doppelblindstudie erfuhren die
Patienten eine signifikante Besserung. Einige Patienten konnten sogar völlig mit
der Einnahme herkömmlicher Arthritismedikamente aufhören.
Auf diesen und weiteren Untersuchungen basierend, wurde eine (zum Patent
angemeldete) Rezeptur mit nachstehenden Inhaltsstoffen entwickelt:
EPS = Eicosapentaensäure (aus Fischöl): 400 mg
DHS = Docosapentaensäure (aus Fischöl): 300 mg
GLS = Gammalinolensäure (aus Johannisbeersamen): 300 mg
(N-Acetyl-)Glukosamine: 500 mg
Chondroitin-Sulfat: 200 mg
Magnesium-Aspartat: 1 mg
Ascorbyl-Palmitat: 5 mg
Vitamin E: 10 IE
Diese Kombination kann nach gegenmärtigem Kenntnisstand
außer bei Osteoarthritis und rheumatoider Arthritis auch bei verstauchten
Gelenken, Lupus, Rheuma, Krebs und Geschwüren eine spürbare Erleichterung
verschaffen. Die in der Literatur empfohlene Zufuhr richtet sich dabei nach dem
Körpergewicht. Für Personen, die weniger als 70 kg wiegen, gilt die oben
angegebene Dosierung, verteilt auf drei Einnahmen täglich. Personen, die
zwischen 70 und 90 kg wiegen, können obige Dosis verdoppeln, also zum Beispiel 2
x 3 Kapseln einnehmen. Betroffene über 90 kg nehmen die dreifache Dosis, also
zum Beispiel 3 x 3 Kapseln. Normalerweise müßte bei diesen Dosierungen nach etwa
einer Woche eine Besserung spürbar werden. Ist dies nicht der Fall, dann kann
unter ärztlicher Aufsicht die Dosis gegebenenfalls noch weiter erhöht werden.
Die Inhaltsstoffe haben im einzelnen folgende Effekte:
Linderung der Infektion
Linderung der Steifheit und des Schmerzes bei Arthritis
Förderung des Knorpelaufbaus und des Aufbaus von Synovialflüssigkeit
Verminderung von Autoimmunattacken, zum Beispiel Allergien
Reduzierung des Risikos einer übermäßiger Blutverklumpung
(Infarktgefahr!)
Linderung von Hautinfektionen, zum Beispiel Ekzemen
Senkung des Triglyceridanteils im Blut
Senkung erhöhten Blutdrucks
Neuseeländische Grünlippmuschel. Perna canaliculus. Ähnlich wie
bei vielen anderen natürlichen Substanzen dürfen (Marken-) Produkte mit keiner
Heilaussage verbunden sein - auch wenn Heilungserfolge wissenschaftlich
nachgewiesen sind. Man führt die heilenden Effekte dieser Muschel im
wesentlichen auf die darin enthaltenen Mucopolysaccharide (Glykosaminoglykane,
GAGs) zurück. Inwiefern auch die Zusammensetzung der enthaltenen
(Meerwasser-)Mineralien und/oder die bis dato unbekannte Omega-3-Fettsäure ihren
Anteil am Heilungserfolg haben, sei dahin gestellt.
Von 23 Versuchen in den Jahre 1974-1994 verliefen 18 erfolgreich. Dabei wurde
festgestellt, dass der Extrakt keinerlei Toxizität aufwies und nicht teratogen
ist.
Die empfohlene Dosierung des Extrakts liegt bei etwa 1 g pro Tag; mehrmals
täglich einzunehmen. Die Dauer der Behandlung sollte mind. 4-6 Wochen betragen.
Buchhinweis: „Heilkraft aus dem Meer“, John Croft, Hädecke Verlag, ISDN
3-7750-0281 |