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Arteriosklerose (nichtmedizinisch auch „Adernverkalkung“ genannt) ist die
Bezeichnung für die zunehmende Anlagerung von kalkartigen Substanzen an der
Innenwand der Arterien. Die Folgen können Durchblutungsstörungen im gesamten
Körper sein, die sich schrittweise verschlimmern. Besonders gefährlich sind
Durchblutungsstörungen, wenn das Gehirn betroffen ist: Dies kann
schlimmstenfalls zu einem Schlaganfall führen. Ebenso gefährlich sind
Durchblutungsstörungen, die das Herz betreffen. Sie können einen Herzinfarkt
auslösen, in dessen Verlauf Muskelgewebe abstirbt. Arteriosklerose bzw. deren
Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall sind in der westlichen Welt
Todesursache Nummer eins.
Im Jahr 2000 starben mehr Menschen an Krankheiten des Kreislaufsystems, als
an allen anderen Todesursachen (Krebs, Atmung, Verdauung, Unfälle,
Selbstmord) zusammen! (Statistisches. Bundesamt, 2002)
Wenn sich die Blutgefäße so weit verengen, daß die Versorgung der dahinter
liegenden Gebiete ungenügend ist, kommt es zu Zellschäden und schließlich zum
Absterben der Zellen, wobei besonders das Herz, das Gehirn und die Nieren
betroffen sind. Herzkranzarterienerkrankungen, Angina Pectoris,
Hirngefäßkrankheiten, Thrombosen transitorische Ischämie, diabetische
Gefäßkomplikationen und ähnliche Erkrankungen sind im Grunde nichts anderes als
verschiedene Folgen ein und desselben Geschehens: der Arteriosklerose.
Ursprünglich hielt man diese Veränderungen für eine unabänderliche Folge des
Alterns. Mittlerweile wissen wir, daß Arteriosklerose (fast) alle Menschen
betreffen kann -- sogar Jugendliche.
Nicht umsonst bezeichnet man die Arteriosklerose als „heimlichen Killer“,
denn normalerweise werden die Symptome im frühen, aber oft auch im späteren
Stadium, allzu leicht übersehen. So steigt beispielsweise der Blutdruck langsam
und unbemerkt an. Nach einer Studie (Circulation, März, 1997) gilt sogar
der so genannte Borderline-Blutdruck (140/90) als erhöhtes Risiko für
Arteriosklerose und Infarkt.
Trotz aller Bemühungen weiß man heute noch immer nicht genau, wie und warum
der arteriosklerotische Prozess beginnt. Es scheint klar zu sein, dass die
innere Arterienwand (Endothelium) beschädigt wird. Als Ursachen hierfür werden
Beschädigungen durch Freie Radikale, erhöhte Spiegel von oxidiertem
Serumcholesterin, Trigylceride, Fibrinogen und Homocystein, hoher Blutdruck,
Übergewicht, Zigaretten und Umweltverschmutzung diskutiert.
Die drei wahrscheinlichsten Mechanismen:
1. Das Cholesterin ist nicht Ursache, sondern
allenfalls Folge der Arteriosklerose. Nur eine kleine Fraktion des Cholesterins,
das sogenannte LDL-Cholesterin (Low Density Lipoproteins =
Lipoproteine niedriger Dichte), kommt überhaupt in Betracht -- wobei nicht das
LDL per se der Übeltäter zu sein scheint, sondern nur deren oxidierte Anteile,
die sich an die Arterienwände anheften. Dieses „böse“ Cholesterin wird durch
Oxidationsvorgänge klebrig und bleibt an den Arterienwänden hängen. Diese
verengen dadurch, was zur Folge hat, daß das Herz stärker arbeiten muß (höherer
Blutdruck!).
2. Durch einen Überschuß an Nahrungsproteinen wird --
gewissermaßen als „Betriebsunfall“ -- im Körper Homocystein gebildet. Es wurde
festgestellt, daß Homocystein Arteriosklerose provoziert -- auch dann, wenn die
„klassischen“ Blutwerte (Triglyceride und Cholesterin) eigentlich keinen Anlaß
zur Besorgnis geben.
3. Die abnormale Blutplättchenaggregation an den
Arterienwänden führt zu jenen arteriosklerotischen Belägen, die wiederum
gefährliche Blutgerinnsel nach sich ziehen können. Sie sind die Hauptursache des
verminderten Blutdurchflusses bzw. der totalen Verstopfung. Die
dahinterliegenden Gebiete werden so mehr oder weniger von der Versorgung
abgeschnitten. Die bekannten Folgen sind unter anderem Ischämie (verminderter
Blutfluß) oder Infarkt (Schädigung und/oder Zerstörung des Herzmuskels).
Um Arteriosklerose und Arterienverstopfung zu verhindern, sind demnach
folgende Maßnahmen wichtig:
1. Verminderung der LDL-Oxidation
2. Senkung der Triglycerid-, Fibrinogen-, Glukose-
und Eisenwerte
3. Senkung des Gesamtcholesterins
4. Senkung der Homocysteinwerte
5. Verminderung von Blutgerinnseln
Zu 1 und 2: Verminderung der LDL-Oxidation und Senkung der Triglycerid-,
Fibrinogen-, Glukose- und Eisenwerte:
Gute Basisnährstoffe (hochdosiert, vielfältiger Inhalt) Sie
enthalten ein hochwirksames Spektrum an Antioxidantien, wie zum Beispiel Vitamin
E, das nachweislich die Cholesterin-Oxidation hemmt.
Coenzym Q 10 und Vitamin E Die Kombination dieser beiden Stoffe
wirkt der Oxidation von LDL entgegen. Darüber hinaus hat Coenzym Q 10 einen
positiven Einfluß auf die Funktion des Herzens. Es wird in Dosierungen zwischen
100 bis 400 mg täglich genommen. Untersuchungen bewiesen die erhöhte
Bioverfügbarkeit von Coenzym Q 10, wenn es in absorbierendem Öl (Reiskleieöl)
zugeführt wird.
Pflanzenextrakt-Kombinationen Kräuterextrakte wie Grüner Tee,
Ginkgo Biloba, Ginseng, Heidelbeere usw. sollten in einer solchen Kombination
unbedingt enthalten sein. Sie wirken nachweislich sehr positiv auf die Gefäße:
Es wurden weniger Gefäßerkrankungen des Herzens beobachtet. Am besten nimmt man
morgens einen Eßlöffel voll mit Wasser oder Saft vermischt ein.
Zu 3: Senkung des Gesamtcholesterins
Bestimmte Herzgefäß-Kräuterkombinationen Sie sind nachweislich
in der Lage, den Cholesterinspiegel zu senken. In der Regel fängt man mit der
angegebenen Dosierung an, zum Beispiel eine Kapsel am Morgen, eine am Abend.
Wenn nach 30 Tagen keine eindeutige Besserung (Blutanalyse) eintritt, wird die
Dosierung verdoppelt oder verdreifacht.
Soja-Protein Vor allem das im Soja enthaltene Genistein vermag
den Cholesterinspiegel wirksam zu senken. Täglich sollten mindestens 20 mg
zugeführt werden. Ob man Pulver oder Tabletten bevorzugt, spielt keine
Rolle.
Ballaststoffe Ferner werden 10 bis 30 g Ballaststoffe empfohlen,
darunter Pektin, Guar und Psyllium.
Zu 4: Senkung der Homocysteinwerte
Folsäure Es wurde nachgeweisen, daß Folsäure den
Homocysteinanteil im Blutserum stark senkt. Folsäure wird allerdings schnell
(binnen vier bis fünf Stunden) wieder ausgeschieden, weswegen Experten ca. 800
mcg zu jeder Mahlzeit empfehlen.
Pyridoxin (Vitamin B6) Da in guten Basisnährstoffen
meist genügend Pyridoxin enthalten ist (100 bis 200 mg) und eine Überdosierung
nervenschädigend wirken kann, ist in der Regel keine zusätzliche Zufuhr
erforderlich. Ausnahme: Bei vererbter Homocysteinämie vermag Folsäure das
Homocystein nicht genügend zu senken. Da erhöhte Pyridoxingaben bedenklich
werden können, sollte vorher die Wirksamkeit von Folsäure per Blutanalyse
überprüft werden. Wird das Homocystein nicht genügend gesenkt, dann versucht man
es mit der Zufuhr von 500 mg und mehr Pyridoxin.
Amerikanische Krankenschwestern mit weniger Herzinfarkten
Frauen, die viel Vitamine wie Folsäure und Pyridoxin zu sich nehmen, können
ihr Herzinfarkt-Risiko halbieren. Dies ist das Ergebnis der
Nurses-Health-Study, in der seit 1976 das Schicksal von über 80.000
amerikanischen Krankenschwestern verfolgt wird (Jama, Bd. 279, S. 359, 1998).
1980 waren die Schwestern zu Ernährung und Vitaminkonsum befragt worden. Die
Angaben zu den beiden genannten Vitaminen stellten die Forscher den in den
folgenden 14 Jahren aufgetretenen 939 Infarkten gegenüber: Von 1.000 Frauen, die
zu den 20 Prozent mit der höchsten Vitamin-Aufnahme gehörten, erlitten sechs bis
sieben Infarkte. Bei der 20-Prozent-Gruppe mit der niedrigsten Dosis lag die
Rate bei elf bis zwölf.
Nach: Süddeutsche Zeitung, 20. Februar 1998, S. 40
Zu 5: Verhinderung von Blutgerinnseln
Acetylsalicylsäure Dieser Wirkstoff gilt schon seit geraumer
Zeit als hilfreich, um Blutgerinnsel zu verhindern. Allerdings benötigt man
hierfür nicht die marktübliche Dosierung zur Schmerzbekämpfung (500 mg), sondern
lediglich eine „Mini-Dosis“ (100 mg). Die Substanz ist unter diversen
Markennamen erhältlich, zum Beispiel ASS oder
Aspirinâ.
Fischöl Zusätzlich wird die tägliche Zufuhr von Fischöl
empfohlen. In mehr als 6.000 Studien wurde mittlerweile nachgewiesen, daß
Fischöl (zum Beispiel vom Lachs) die Fließeigenschaften des Blutes deutlich
verbessert. Fischöl senkt außerdem bei regelmäßiger Einnahme erhöhten Blutdruck
um bis zu 20 Prozent (vgl. hierzu das Buch von Hermann Ehmann mit dem Titel
„Lachsöl“, Lebensbaum-Verlag 1998; mit zahlreichen Literaturhinweisen).
Bestimmte Herzgefäß-Kräuterkombinationen Studien haben ergeben, daß
bestimmte Kombinationen Blutgerinnsel verhindern können.
Knoblauch Auch bei dem altbekannten Hausmittel konnte die
Wirkung inzwischen wissenschaftlich abgesichert werden. Um Geruchsbelästigungen
zu vermeiden, raten wir zu der Sorte Kyolic, zumal die wirksame Dosierung
zwischen 800 und 1.500 mg täglich liegt.
Überlappende Wirkung
Natürlich überschneiden sich hier verschiedene Nährstoffempfehlungen in ihrer
Wirkung. So ist beispielsweise Folsäure sowohl für die Homocystein-Senkung als
auch für die Vermeidung von Blutgerinnseln wichtig. Weitere Überlappungen treten
auf, wenn Arteriosklerose und hoher Blutdruck gleichzeitig behandelt werden
sollen. Es liegt in der Natur der Nährstoffe, daß sie meist auf mehreren Ebenen
wirken.
Weil es etliche Risikofaktoren bei der Arteriosklerose gibt und die Ursachen
vielfältig sind, addieren sich die gemachten Vorschläge zu einer ziemlich
stattlichen Anzahl von Pillen. Es ist jedoch zu berücksichtigen, daß jede Kette
nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Da die Arteriosklerose mit allen
Folgen eine kausale Kette ist, ist es wichtig, alle Glieder der Kette zu
stärken. Oft wird ein lebensgefährliches Ereignis (zum Beispiel ein Herzinfarkt)
deshalb ausgelöst, weil nur ein einziger Faktor (zum Beispiel die
Blutverklumpung) vernachlässigt wurde. Berücksichtigt man die mit diesen
Vorbeugemaßnahmen zwangsläufig verbundenen Kosten, dann kann man sich vielleicht
damit trösten, daß die gleichen antioxidierenden Substanzen einen weitaus
umfassenderen Schutz bieten als nur gegen Arteriosklerose. Sie sind auch eine
ausgezeichnete Vorbeugung gegen Krebs, Katarakt, Alzheimersche Krankheit,
Parkinsonsche Krankheit und noch etliche andere altersbedingte Krankheiten,
deren Hauptursache man heute im übermäßigen oxidativen Streß
sieht. |